Finanzrecht

Treuhandbüros

Rechtsanwälte und Rechtsexperten für Treuhandbüros

Aufsicht gemäß WTT 2018, DNB-Lizenzen, Sorgfaltspflichten gegenüber Mandanten und Durchsetzung: Wir unterstützen Treuhandgesellschaften und ihre Mandanten. Von internationalen Konzernen bis hin zum Existenzgründer um die Ecke.

  • Wir arbeiteten unter anderem für:
  • MKBjuristen.nl Partner
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Was wir tun

Treuhandbüros stehen seit Jahren unter strenger öffentlicher und politischer Beobachtung. Infolgedessen wurde die Aufsicht über Treuhandbüros in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Seit dem 1. Januar 2019 dient das Treuhandbüro-Aufsichtsgesetz 2018 (Wtt 2018) als zusätzlicher Regulierungsrahmen. Die Niederländische Zentralbank (DNB) übt eine Aufsichtsfunktion aus, erteilt Lizenzen und beurteilt die Eignung und Zuverlässigkeit der Verantwortlichen in den Treuhandbüros.

Die WTT 2018 orientiert sich im Allgemeinen an den Standards des Financial Supervision Act (WFT) und des Anti-Money Laundering and Counter-Terrorism Financing Act (WWFT). Einige Regeln für Treuhandbüros gemäß der WTT 2018 sind:

  • Treuhandbüros dürfen nicht gleichzeitig Treuhanddienstleistungen und Steuerberatung für denselben Mandanten anbieten;
  • Es sind nur wenige Formen der Rechtspersönlichkeit möglich;
  • Es gelten Standards für ethische und kontrollierte Geschäftsabläufe;
  • Die niederländische Zentralbank kann Personen die Leitung eines Treuhandbüros untersagen;
  • Die niederländische Zentralbank kann bei Nichteinhaltung umsatzabhängige Geldbußen verhängen.

Wir unterstützen Treuhandgesellschaften und deren Mandanten bei Fragestellungen wie beispielsweise:

  • Bußgelder der DNB oder der Steuer- und Zollverwaltung;
  • Haftung der Geschäftsführer;
  • zusätzliche Steuerbescheide der Steuerbehörden;
  • FIOD-Ermittlungen;
  • Sorgfaltspflicht;
  • KYC- oder CDD-Prüfungen;
  • Einhaltung.

Wir verfügen über das Wissen und die Expertise, um vielfältige Aufgaben zu übernehmen: von der Beratung bis zur Streitbeilegung. Unser Team aus Anwälten und Rechtsberatern betreut die gesamte Finanzkette, von internationalen Konzernen bis hin zum lokalen Unternehmer. Kontaktieren Sie uns, um die Möglichkeiten zu besprechen.

Lizenzierungspflicht und Aufsicht durch DNB

In den Niederlanden dürfen Treuhandbüros Treuhanddienstleistungen nur nach Erteilung einer Lizenz durch die Niederländische Zentralbank (De Nederlandsche Bank) erbringen. Die Erbringung von Treuhanddienstleistungen ohne Lizenz ist verboten und stellt zudem eine Wirtschaftsstraftat im Sinne des Wirtschaftsstrafgesetzes dar. Das niederländische Treuhandgesetz (Wtt 2018) basiert auf drei Säulen: Anforderungen an die Geschäftstätigkeit und Organisation des Treuhandbüros, die Beurteilung der Eignung und Zuverlässigkeit der (Mit-)Entscheidungsträger sowie Anforderungen an die Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden. Wir unterstützen Treuhandbüros bei der Lizenzbeantragung, beim Aufbau einer Wtt-konformen Governance- und Compliance-Struktur sowie bei der Korrespondenz und den Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde. Auch internationale Konzerne, die eine niederländische Treuhandstruktur aufbauen möchten, sowie kleinere Dienstleister, die gerade noch unter das Wtt fallen, können sich an uns wenden.

Eignung und Zuverlässigkeit der politischen Entscheidungsträger

Die niederländische Zentralbank (DNB) prüft im Vorfeld die Eignung und Zuverlässigkeit von Führungskräften und Mitverantwortlichen in Treuhandgesellschaften. Eine negative Bewertung kann dazu führen, dass einem Geschäftsführer die Amtsübernahme untersagt wird oder die DNB einer Person die Leitung einer Treuhandgesellschaft untersagt. Dies hat unmittelbare Auswirkungen nicht nur auf die Organisation, sondern auch auf die Karriere der betroffenen Person. Unsere Anwälte und Rechtsexperten bereiten die erneute Bewertung vor, erstellen Gutachten und unterstützen Geschäftsführer in Einspruchs- und Berufungsverfahren gegen Bewertungsentscheidungen. Wir verbinden fundierte Kenntnisse im Finanzrecht mit Prozesserfahrung und ermöglichen es Geschäftsführern von Treuhandgesellschaften, sich umfassend zu verteidigen.

Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden, Geldwäschebekämpfung und Compliance

Treuhandbüros fungieren als Kontrollinstanz. Sie sind verpflichtet, fortlaufende Sorgfaltspflichten gegenüber ihren Kunden (Customer Due Diligence, CDD) zu erfüllen, den wirtschaftlich Berechtigten (Economic Benefit Owner, UBO) zu ermitteln, die Herkunft von Vermögenswerten zu untersuchen und ungewöhnliche Transaktionen der niederländischen Finanzaufsichtsbehörde (Financial Intelligence Unit – Niederlande) zu melden. In der Praxis sind Mängel bei der Kundenprüfung der Hauptgrund für behördliche Maßnahmen. Wir bewerten Verfahren, Akten und die Integritätsrichtlinie anhand der WTT 2018 und der WWFT, unterstützen bei der Behebung festgestellter Mängel und beraten hinsichtlich der Möglichkeit einer Beendigung der Kundenbeziehung bei zu hohen Integritätsrisiken.

Verbot für Kabelkanalunternehmen

Seit dem 1. Juli 2023 verbietet das Gesetz zur Verhinderung von Durchleitungsgesellschaften die Nutzung von Durchleitungsgesellschaften zum Vorteil eines Mandanten, sei es geschäftlich oder beruflich. Dieses Verbot gilt für alle, nicht nur für Treuhandbüros, und führte gleichzeitig zur Streichung der entsprechenden Treuhanddienstleistung aus dem WTT 2018. Für Treuhandbüros und ihre Mandanten bedeutet dies, dass bestehende Strukturen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen. Wir analysieren, ob eine Unternehmensstruktur unter das Verbot fällt, beraten zu Alternativen und begleiten bei Bedarf die Auflösung oder Umstrukturierung.

Durchsetzung: Geldbuße, Zahlungsanordnung und Einspruch

Die DNB verfügt über ein breites Spektrum an Durchsetzungsinstrumenten. Die Aufsichtsbehörde kann Weisungen erlassen, Geldbußen und Bußgelder (auch umsatzabhängige) verhängen sowie Verstöße der Staatsanwaltschaft melden. Darüber hinaus kann die Steuer- und Zollverwaltung weitere Gebühren und Bußgelder erheben, und die Finanzaufsichtsbehörde (FIOD) kann strafrechtliche Ermittlungen einleiten. Wir vertreten Sie bereits im Vorverfahren, reichen Stellungnahmen ein und führen Einsprüche vor der DNB sowie Berufungsverfahren vor dem Landgericht Rotterdam, das für Finanzaufsichtsangelegenheiten zuständig ist. Ob es sich um ein großes Treuhandunternehmen oder einen einzelnen Entscheidungsträger handelt – wir sorgen dafür, dass Ihre Interessen klar vertreten werden.

Haftung der Treuhandverwalter

Eine Treuhandgesellschaft fungiert häufig als Geschäftsführer der von ihr verwalteten Unternehmen. Daher trägt ein Geschäftsführer das Risiko der Geschäftsführerhaftung: Bei Pflichtverletzung haftet er dem Unternehmen gegenüber gemäß Artikel 2:9 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), und im Falle einer Insolvenz kann gemäß Artikel 2:248 BGB eine Haftung für den Fehlbetrag der Insolvenzmasse entstehen. Unter bestimmten Umständen kann auch eine persönliche Haftung gegenüber Dritten bestehen. Wir beraten Sie zum Umgang mit diesen Risiken und unterstützen Geschäftsführer in Haftungsverfahren. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite zur Geschäftsführerhaftung.

Treuhandbüros im Rahmen des Finanzrechts

Die Aufsicht über Treuhandbüros ist ein Spezialgebiet innerhalb des Finanzrechts. Fragen rund um Treuhandbüros berühren gleichzeitig das Finanzaufsichtsgesetz (Wft), das Geldwäschegesetz (Wwft), das Verwaltungsrecht und das Gesellschaftsrecht. Durch die Kombination dieser Bereiche in interdisziplinären Teams aus Anwälten und Unternehmensjuristen bieten wir praxisnahe und rechtlich fundierte Beratung – von strategischen Entscheidungen bis hin zu Gerichtsverfahren. Wir betreuen sowohl internationale Konzerne als auch kleinere Unternehmen.

Häufig gestellte Fragen zu Treuhandbüros

Benötige ich immer eine DNB-Lizenz, um Treuhanddienstleistungen zu erbringen?
Grundsätzlich ja: Wer im Sinne des Wtt 2018 gewerblich Treuhanddienstleistungen erbringt, benötigt eine Lizenz der DNB. Ob Ihre Tätigkeit unter die Lizenz fällt, hängt von der Art der erbrachten Dienstleistungen ab; wir prüfen dies gerne für Ihren konkreten Fall.

Was geschieht, wenn die DNB eine Geldbuße oder eine strafpflichtige Anordnung verhängt?
Sie können eine Stellungnahme, einen Einspruch oder eine Beschwerde gegen die Vollstreckungsentscheidung einreichen. Es empfiehlt sich, bereits im Vorfeld rechtlichen Beistand zu beauftragen, da hier oft die Grundlage für eine erfolgreiche Verteidigung gelegt wird.

Besteht für einen Treuhanddirektor ein persönliches Risiko?
Ja. Da eine Treuhandgesellschaft häufig selbst Direktor der von ihr verwalteten Gesellschaften ist, kann ein Treuhanddirektor gemäß Artikel 2:9 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches für die unsachgemäße Erfüllung seiner Pflichten und im Falle eines Konkurses gemäß Artikel 2:248 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches persönlich haftbar gemacht werden.

Herr Jaime Boogaers
Herr Jaime Boogaers
Gesellschaftsrecht · Anwalt

In spezialisierten Rechtsfällen geht es nicht nur um die Rechtsnorm. Es geht auch um Beweise, den richtigen Zeitpunkt, die Verhandlungsposition und die wirtschaftlichen Auswirkungen jedes einzelnen Schrittes.

Was wir für Treuhandbüros tun

Wir kombinieren Finanzrecht, Verwaltungsrecht und Gesellschaftsrecht in gemischten Teams aus Anwälten und internen Rechtsberatern.

  • Unterstützung bei der Beantragung der DNB-Lizenz und der Einhaltung der WTT-Vorschriften
  • Unterstützung bei Eignungs- und Zuverlässigkeitsbewertungen
  • Beratung zu Kundenprüfung (CDD), wirtschaftlich Berechtigten und Geldwäschebekämpfung/Terrorismusfinanzierung
  • Verteidigung gegen Bußgelder, Strafzahlungen und FIOD-Ermittlungen
  • Hinweise zum Verbot von Kabelkanalunternehmen
  • Unterstützung bei der Haftung von Treuhanddirektoren

Risiken für Treuhandbüros

Mängel bei der Kundenprüfung und im operativen Management sind die Hauptgründe für behördliche Maßnahmen. Die Folgen können sowohl für das Unternehmen als auch für den jeweiligen Entscheidungsträger weitreichend sein.

  • Verwaltungs- und umsatzbezogene Bußgelder von DNB
  • Auftrag unterliegt einer Strafzahlung oder Anweisung
  • Verbot der Leitung eines Treuhandbüros
  • Persönliche Haftung des Treuhanddirektors
  • Weitere Steuerfestsetzungen der Finanzbehörden und FIOD-Untersuchung

Unser Ansatz

Wir beginnen mit einer gründlichen Analyse Ihrer Situation gemäß WTT 2018 und WWFT. Anschließend wählen wir – ganz nach Ihren Interessen – zwischen einer außergerichtlichen Einigung, einer Verteidigung oder einer Klage. In der Vorbereitungsphase legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Verteidigung und führen gegebenenfalls Klage, indem wir Einspruch bei der DNB einlegen und Berufung beim Bezirksgericht Rotterdam erheben.

So arbeiten wir

Ein klarer Prozess von der ersten Beratung bis zur Lösung.

01

Aufnahme und Erstbeurteilung

Wir werden kurz die Situation, die verfügbaren Dokumente und Ihre Hauptinteressen besprechen.

02

Positions- und Risikoanalyse

Wir beurteilen Ihre rechtliche Position, die beigefügten Unterlagen, die Fristen und die möglichen nächsten Schritte.

03

Strategische Beratung

Sie erhalten konkrete Ratschläge zum besten Vorgehen: reagieren, verhandeln, einen Vergleich schließen oder gerichtlich vorgehen.

04

Ausführung

Wir unterstützen Sie bei der Korrespondenz, bei Verhandlungen, bei der Strategieentwicklung in Rechtsstreitigkeiten oder bei weiteren rechtlichen Angelegenheiten.

Spezialisten für Unternehmer

Wir verbinden juristische Analyse mit praktischer Erfahrung in Fällen für Unternehmer, Geschäftsführer und Organisationen.

Alle unsere Rechtsexperten und Anwälte verfügen über umfassende Kenntnisse im Finanzrecht. Innerhalb dieser Expertise haben sich unsere Rechtsspezialisten in verschiedenen Bereichen weiter spezialisiert. Mandanten werden stets von Anwälten und Rechtsexperten vertreten, die auf die Beantwortung der jeweiligen Rechtsfrage oder die Bearbeitung des konkreten Falles spezialisiert sind. Unser Team arbeitet schnell und zielorientiert und garantiert dabei höchste juristische Qualität.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf Fragen, die uns Treuhandbüros häufig stellen.

Wann ist Rechtsberatung ratsam?

Rechtliche Beratung ist ratsam, sobald Druck entsteht, Fristen ablaufen, eine Gegenpartei Stellung bezieht oder wenn finanzielle oder strategische Interessen von Bedeutung sind.

Kann MKB Juristen auch helfen, wenn bereits ein Konflikt besteht?

Ja. Wir beurteilen Ihre rechtliche Position, beraten Sie hinsichtlich der Strategie und können Sie bei der Korrespondenz, Verhandlungen, Verteidigung oder weiteren rechtlichen Schritten unterstützen.

Was kostet eine spezialisierte Rechtsberatung?

Fachberatung erfolgt grundsätzlich auf Stundenbasis. Soweit möglich, informieren wir Sie im Vorfeld über das Vorgehen, die Kosten und die nächsten Schritte.

Kann ich zunächst ein unverbindliches Beratungsgespräch führen?

Ja. Sie können eine kostenlose Beratung anfordern. Wir werden Ihre Situation kurz besprechen und Ihnen die wahrscheinlich sinnvollste Vorgehensweise aufzeigen.

Benötigen Treuhandbüros einen Anwalt oder Rechtsexperten?

Sie können uns jederzeit unverbindlich kontaktieren. Unsere Anwälte und unser interner Rechtsberater unterstützen Sie gerne bei Fragen zu Genehmigungen, Aufsicht oder Vollstreckungsverfahren.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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