Finanzrecht

Derivate

Rechtsanwälte und Rechtsexperten für Beratung und Streitbeilegung im Bereich Derivate

Von Zinsswaps bis hin zu Währungsoptionen: Derivate sind komplex und bergen erhebliche Risiken. Unsere gemischten Teams aus Anwälten und Unternehmensjuristen beraten sowohl internationale Konzerne als auch den Bäcker um die Ecke zu Fragen der Sorgfaltspflicht von Banken, der Einhaltung der EMIR-Vorschriften und zu Streitigkeiten.

  • Wir arbeiteten unter anderem für:
  • MKBjuristen.nl Partner
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Was wir tun

Derivate sind komplexe Anlageprodukte, die sich von bestehenden Vermögenswerten ableiten. Im Wesentlichen handelt es sich bei einem Derivat um eine Vereinbarung mit einem Finanzdienstleister. Der Wert eines Derivats ist an einen Basiswert wie Aktien, Anleihen, Indizes oder Rohstoffe gekoppelt. Es gibt auch Derivate, die an Referenzzinssätze gekoppelt sind, wie beispielsweise Zinsderivate.

Banken und Vermögensverwalter unterliegen einer besonderen Sorgfaltspflicht hinsichtlich der Finanzlage und des Risikoprofils ihrer Kunden. Diese Sorgfaltspflicht von Finanzdienstleistern zielt darauf ab, Anleger vor ungeeigneter Beratung zu schützen. Sie gilt insbesondere für private, unerfahrene Anleger. Ungeeignete Beratung und ein Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht können eine Haftung des Anlageberaters nach sich ziehen.

Innerhalb unserer Praxisgruppe Finanzrecht befassen wir uns mit verschiedenen Fragestellungen im Zusammenhang mit Derivaten, Anlageberatung, Verletzungen der besonderen Sorgfaltspflicht und irreführendem Verhalten. Wir beraten außerdem zu Anlageinstrumenten und deren Auswirkungen.

Wir verfügen über das Wissen und die Expertise, um vielfältige Aufgaben zu übernehmen: von der Beratung bis zur Streitbeilegung. Unser erfahrenes Team aus Anwälten und Rechtsexperten ist auf Derivate- und Finanzrecht spezialisiert. Kontaktieren Sie uns, um die Möglichkeiten zu besprechen.

Arten von Derivaten und ihr rechtlicher Kontext

Der Begriff Derivate umfasst eine breite Palette von Finanzinstrumenten. Die gängigsten Formen sind Optionen (das Recht, einen Basiswert zu kaufen oder zu verkaufen), Futures (standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte), Forwards (nicht standardisierte, privat gehandelte Terminkontrakte) und Swaps, darunter der bekannte Zinsswap. Darüber hinaus gibt es Währungsderivate, Rohstoffderivate und strukturierte Produkte wie Anleihen. Jede Art hat ihr eigenes Risikoprofil und eigene rechtliche Aspekte. Wir beraten sowohl internationale Konzerne bei der Absicherung ihrer Währungs- und Zinsrisiken als auch kleinere Unternehmen, die unerwartet mit einem komplexen Produkt konfrontiert wurden. Spezifische Fragen zu Zinsswaps und bekannte Swap-Fälle finden Sie auf unserer Seite zu Zinsswaps und Zinsderivaten.

Rechtsgrundlage in einem Derivatstreit

Wenn sich ein Derivatgeschäft als ungünstig erweist, stehen Ihnen verschiedene rechtliche Möglichkeiten zur Verfügung, Ihre Position zu verbessern. Eine falsche Darstellung der Tatsachen beim Abschluss des Produkts kann gemäß Artikel 6:228 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches zur Nichtigkeit wegen Irrtums führen; alle zwischen den Parteien geleisteten Zahlungen müssen dann rückgängig gemacht werden. Hat die Bank die Beratung nicht so durchgeführt, wie es von einem vernünftigerweise kompetenten und umsichtig handelnden Berater zu erwarten gewesen wäre, kann ein Fall von zurechenbarem Versäumnis (Artikel 6:74 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches) oder eine Verletzung der der Bank obliegenden besonderen Sorgfaltspflicht vorliegen, was eine unerlaubte Handlung im Sinne von Artikel 6:162 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches darstellt. Für jeden dieser Gründe müssen die Fakten sorgfältig dokumentiert werden. Wir werden prüfen, welche Grundlage in Ihrem Fall die stärksten Erfolgsaussichten bietet.

Beschwerdepflicht und Verjährungsfrist

Bei Streitigkeiten im Zusammenhang mit Derivaten ist schnelles Handeln entscheidend. Gemäß der Beschwerdepflicht nach Artikel 6:89 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches müssen Sie innerhalb einer angemessenen Frist nach Entdeckung eines Produktmangels (oder nachdem Sie diesen hätten entdecken müssen) eine Beschwerde beim Finanzdienstleister einreichen. Verspäten Sie sich, können Sie Ihre Rechte verlieren. Darüber hinaus gelten Verjährungsfristen: Schadensersatzansprüche verjähren in der Regel nach fünf Jahren (Artikel 3:310 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches), während Ansprüche auf Nichtigerklärung aufgrund eines Irrtums nach drei Jahren ab Entdeckung des Irrtums verjähren (Artikel 3:52 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches). Da der Beginn dieser Fristen oft umstritten ist, empfiehlt es sich, Ihren Fall frühzeitig rechtlich prüfen zu lassen.

EMIR: Europäische Regeln für Derivatekontrakte

Neben dem Zivilrecht unterliegen Derivate auch der europäischen EMIR (Europäische Marktinfrastrukturverordnung). EMIR macht den Handel mit außerbörslichen (OTC-)Derivaten transparenter und sicherer und betrifft insbesondere Nicht-Finanzunternehmen, die Derivate zur Absicherung von Risiken einsetzen. Die Verordnung beinhaltet unter anderem die Clearingpflicht für bestimmte standardisierte Verträge über eine zentrale Gegenpartei, die Meldepflicht für jeden Derivatevertrag in einem Transaktionsregister sowie Risikominderungstechniken für nicht zentral geclearte Verträge, wie z. B. zeitnahe Bestätigung, Portfolioabgleich, Streitbeilegung und der Austausch von Sicherheiten (Margin). Wir unterstützen Unternehmen bei der Ermittlung und Einhaltung ihrer EMIR-Pflichten, damit ein Absicherungsinstrument nicht unbeabsichtigt zu einem Compliance-Risiko wird.

Aufsicht gemäß Wft und MiFID II

Anbieter und Berater von Derivaten unterliegen der öffentlich-rechtlichen Aufsicht. Das Finanzaufsichtsgesetz (Wft) und die europäische MiFID-II-Richtlinie legen Anforderungen an die Informationsbereitstellung, die Eignungs- und Angemessenheitsprüfung sowie den Anlegerschutz fest. Ein Verstoß gegen diese Standards hat häufig Auswirkungen auf die zivilrechtliche Beurteilung der Sorgfaltspflicht. Wir verbinden Expertise in der Finanzaufsicht mit zivilrechtlichen Kenntnissen und stellen so sicher, dass sich öffentliches und privates Recht in Ihrem Fall gegenseitig ergänzen.

Unser Ansatz: von der Beratung bis zum Verfahren

Unsere gemischten Teams aus Anwälten und internen Rechtsberatern beginnen mit einer gründlichen Prüfung der Dokumentation: Rahmenvertrag, Produktbedingungen, Beratungsprozesse und Kommunikation mit der Bank. Darauf aufbauend entwickeln wir die Strategie – ob Vergleichsverhandlungen, eine Beschwerde bei der Kifid oder ein Gerichtsverfahren. Für den Rechtsweg stehen Ihnen unsere für Finanzprozesse. Ob internationaler Konzern oder Bäcker um die Ecke: Wir übersetzen komplexe Finanzstrukturen in verständliche rechtliche Optionen.

Teil unserer Expertise im Finanzrecht

Derivate bilden einen Spezialbereich unserer umfassenden finanzrechtlichen. Ausgehend von diesem Rechtsgebiet beraten wir zu allen Aspekten des Bank- und Finanzwesens, von Anlageberatung und Prospekten bis hin zu Aufsicht und Rechtsstreitigkeiten. Diese Vernetzung ermöglicht es uns, Derivatefragen stets im richtigen Kontext zu betrachten.

Herr Jaime Boogaers
Herr Jaime Boogaers
Gesellschaftsrecht · Anwalt

In spezialisierten Rechtsfällen geht es nicht nur um die Rechtsnorm. Es geht auch um Beweise, den richtigen Zeitpunkt, die Verhandlungsposition und die wirtschaftlichen Auswirkungen jedes einzelnen Schrittes.

Was wir für Sie tun

Wir begleiten Sie durch den gesamten Lebenszyklus eines Derivats, von der Beratung und der Einhaltung der Vorschriften bis hin zur Streitbeilegung.

  • Beratung zu Derivatepositionen und Risikoabsicherung
  • Beurteilung der besonderen Sorgfaltspflicht der Bank
  • Ansprüche aufgrund von Irrtum, Vertragsbruch oder rechtswidriger Handlung
  • EMIR-Konformität für (nicht-)finanzielle Unternehmen
  • Streitbeilegung bei Kifid und dem Zivilgericht
  • Aufsichtshinweise gemäß Wft und MiFID II

Risiken und Fallstricke von Derivaten

Derivate bergen nicht nur finanzielle, sondern auch rechtliche Risiken. Wer zu spät Einspruch erhebt oder die Verjährungsfrist übersieht, kann seine Rechte verlieren. Darüber hinaus sind EMIR-Verpflichtungen und Margin-Vereinbarungen mit inhärenten Risiken verbunden.

  • Zu späte Beschwerde, die zum Verlust von Rechten führt (Artikel 6:89 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches)
  • Verjährungsfrist für Ihren Schadensersatzanspruch oder Ihre Einrede des Irrtums
  • Unzureichend dokumentierte Beratung und Dokumentation
  • Unbeabsichtigter Verstoß gegen die EMIR-Verpflichtungen
  • Unterschätzung der Marginanforderungen bei Kursbewegungen

Unsere Strategie

Wir beginnen mit einer gründlichen Analyse der Unterlagen und ermitteln die stärkste Rechtsgrundlage: Irrtum, Vertragsbruch oder Verletzung der besonderen Sorgfaltspflicht. Anschließend wählen wir den effektivsten Weg, sei es eine Verhandlung, ein Kifid-Verfahren oder ein Gerichtsverfahren. Wir kombinieren öffentliches und privates Recht, um Ihre Position zu stärken.

So gehen wir damit um

Ein strukturierter Prozess von der Aufnahme bis zur Abwicklung.

01

Aufnahme und Erstbeurteilung

Wir werden kurz die Situation, die verfügbaren Dokumente und Ihre Hauptinteressen besprechen.

02

Positions- und Risikoanalyse

Wir beurteilen Ihre rechtliche Position, die beigefügten Unterlagen, die Fristen und die möglichen nächsten Schritte.

03

Strategische Beratung

Sie erhalten konkrete Ratschläge zum besten Vorgehen: reagieren, verhandeln, einen Vergleich schließen oder gerichtlich vorgehen.

04

Ausführung

Wir unterstützen Sie bei der Korrespondenz, bei Verhandlungen, bei der Strategieentwicklung in Rechtsstreitigkeiten oder bei weiteren rechtlichen Angelegenheiten.

Spezialisten für Unternehmer

Wir verbinden juristische Analyse mit praktischer Erfahrung in Fällen für Unternehmer, Geschäftsführer und Organisationen.

Alle unsere Rechtsexperten und Anwälte verfügen über umfassende Kenntnisse im Finanzrecht. Innerhalb dieser Expertise haben sich unsere Rechtsspezialisten in verschiedenen Bereichen weiter spezialisiert. Mandanten werden stets von Anwälten und Rechtsexperten vertreten, die auf die Beantwortung der jeweiligen Rechtsfrage oder die Bearbeitung des konkreten Falles spezialisiert sind. Unser Team arbeitet schnell und zielorientiert und garantiert dabei höchste juristische Qualität.

Häufig gestellte Fragen zu Derivaten

Die am häufigsten gestellten Fragen zu Derivaten und Derivatstreitigkeiten.

Wann ist Rechtsberatung ratsam?

Rechtliche Beratung ist ratsam, sobald Druck entsteht, Fristen ablaufen, eine Gegenpartei Stellung bezieht oder wenn finanzielle oder strategische Interessen von Bedeutung sind.

Kann MKB Juristen auch helfen, wenn bereits ein Konflikt besteht?

Ja. Wir beurteilen Ihre rechtliche Position, beraten Sie hinsichtlich der Strategie und können Sie bei der Korrespondenz, Verhandlungen, Verteidigung oder weiteren rechtlichen Schritten unterstützen.

Was kostet eine spezialisierte Rechtsberatung?

Fachberatung erfolgt grundsätzlich auf Stundenbasis. Soweit möglich, informieren wir Sie im Vorfeld über das Vorgehen, die Kosten und die nächsten Schritte.

Kann ich zunächst ein unverbindliches Beratungsgespräch führen?

Ja. Sie können eine kostenlose Beratung anfordern. Wir werden Ihre Situation kurz besprechen und Ihnen die wahrscheinlich sinnvollste Vorgehensweise aufzeigen.

Eine Derivateemission einreichen?

Kontaktieren Sie unsere Anwälte und Rechtsexperten für Finanzrecht unverbindlich. Wir analysieren Ihr Derivateproblem und besprechen die Optionen.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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