Was ist eine strittige Rechnung?
Eine Rechnung wird beanstandet, sobald Ihr Kunde erklärt, dass er mit dem Inhalt (eines Teils) Ihrer Forderung nicht einverstanden ist. Der Kunde nennt einen triftigen Grund für die Nichtzahlung – und das macht die Angelegenheit zu einem Rechtsstreit
und nicht zu einem gewöhnlichen Zahlungsverzug.
Häufige Streitgründe sind, dass der Kunde behauptet, die Lieferung sei nicht erfolgt oder unvollständig, die gelieferten Waren oder Dienstleistungen entsprächen nicht der Vereinbarung, es liege eine Vertragswidrigkeit vor, der Kunde sei der Ansicht, die Lieferung sei verspätet gewesen und habe dadurch einen Schaden erlitten, oder der Kunde behauptet, es sei überhaupt kein Vertrag zustande gekommen.
Es spielt keine Rolle, ob der Kunde mit seiner Behauptung im Recht ist. Sobald Einwände erhoben werden, ist das herkömmliche Inkassoverfahren nicht mehr der richtige Weg.
Warum funktioniert das reguläre Lastschriftverfahren bei einer strittigen Rechnung nicht?
Bei unstrittigen Rechnungen funktioniert das außergerichtliche Inkassoverfahren hervorragend – Mahnschreiben und telefonische Nachfragen führen in den meisten Fällen zur Zahlung. Bei strittigen Rechnungen hingegen ist dies wirkungslos. Der Kunde beanstandet nicht die Zahlung an sich, sondern die zugrunde liegende Verpflichtung. Mahnungen sind daher Zeitverschwendung.
Zunächst muss geprüft werden, ob die Streitigkeit rechtlich begründet ist. Hierfür sind Kenntnisse im Vertragsrecht, im Beweisrecht und im Inhalt Ihrer Akte erforderlich. Ein herkömmliches Inkassobüro verfügt in der Regel nicht über diese Kenntnisse.
Der erste Schritt: Beurteilung Ihrer Beweislage
Sobald ein Kunde Ihre Rechnung beanstandet, lautet die erste Frage: Wie stichhaltig ist Ihre Argumentation? Wir prüfen Ihren Vertrag, Ihr Angebot, Ihre Auftragsbestätigung, Ihre E-Mail-Korrespondenz, Ihre Lieferscheine, Ihre Stundennachweise und Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Auf Grundlage dieser Einschätzung geben wir Ihnen eine ehrliche Empfehlung: Ist der Streitfall rechtlich begründet oder nicht? Und was ist der beste nächste Schritt – ein rechtlich fundiertes Antwortschreiben, Verhandlungen, eine Einigung oder ein Gerichtsverfahren?
Rechtlich begründetes Antwortschreiben
Wenn Ihre Argumentation stichhaltig ist, verfassen wir ein rechtlich fundiertes Antwortschreiben. Darin widerlegen wir die Einwände Punkt für Punkt, untermauern Ihren Anspruch mit relevanten Beweismitteln und erläutern die konkreten nächsten Schritte für den Fall, dass die Zahlung nicht eingeht.
Ein Schreiben der Kanzlei MKBjuristen hat deutlich mehr Wirkung als ein vom Mandanten selbst verfasstes Schreiben. Der Mandant weiß, dass eine Anwaltskanzlei nicht nur Schreiben verfassen, sondern auch Vorladungen ausstellen, Vermögenswerte pfänden und Insolvenz anmelden kann.
Verhandeln oder klagen?
Nicht jede strittige Rechnung muss vor Gericht landen. Manchmal ist eine Teilzahlung oder ein Vergleich die wirtschaftlich sinnvollste Lösung – insbesondere wenn die Geschäftsbeziehung wichtig ist oder die Beweislage nicht stichhaltig ist.
Wir beraten Sie hinsichtlich der Erfolgsaussichten und Kosten eines Gerichtsverfahrens, bevor Sie diesen Schritt unternehmen. Sollte eine Klageerhebung ratsam erscheinen, beauftragen wir einen spezialisierten Anwalt mit der Erstellung der Klageschrift und der Durchführung des Verfahrens. Sie bleiben bei MKBjuristen – kein Wechsel der Kanzlei.
Streitige Rechnung: Festpreis, kein Stundensatz
Bei strittigen Ansprüchen arbeiten wir nicht auf Erfolgsbasis – die rechtliche Komplexität, der Zeitaufwand und der ungewisse Ausgang machen dies unmöglich. Wir bieten jedoch Festpreise an: Sie wissen im Voraus, welche Kosten für die Begutachtung und das Antwortschreiben anfallen. Keine versteckten Kosten durch höhere Stundensätze und kein Wechsel der Kanzlei, falls der Fall komplexer wird.