MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
Es empfiehlt sich, wichtige Verträge, Geschäftsbedingungen und andere juristische Dokumente nicht selbst zusammenzustellen oder zu kopieren. Wir unterstützen Unternehmer mit begrenztem Budget mit maßgeschneiderten Rechtslösungen, transparenten Kosten im Voraus und verständlichen Erklärungen.
- Kundenspezifische Verträge, Geschäftsbedingungen und Rechtsdokumente
- Budgetfreundlich und transparent hinsichtlich der Kosten im Voraus
- Fordern Sie eine kostenlose Beratung oder ein unverbindliches Angebot an
Ein Inkassobüro ist ein Unternehmen, das im Auftrag eines Gläubigers ausstehende Schulden außergerichtlich, also ohne Richter, eintreibt. Zu seinen Aufgaben gehören das Versenden von Mahnschreiben, telefonische Kontaktaufnahme und die Vereinbarung von Zahlungsplänen. Was ein Inkassobüro jedoch nicht darf – und was viele fälschlicherweise annehmen –, ist, mit Gewalt oder Zwangsmitteln vor Ihrer Tür zu erscheinen. Dafür benötigen Sie einen Gerichtsvollzieher, und das ist etwas völlig anderes.
Der Stuckateur Piet musste das auf die harte Tour lernen. Als sein Kunde die 9.000 € nicht zahlte, dachte er: „Ich beauftrage ein Inkassobüro, und morgen stehen die schon vor meiner Tür.“ Doch so kam es nicht. Das Inkassobüro verschickte eine formelle Zahlungsaufforderung, rief mehrmals an und vereinbarte einen Zahlungsplan. Gerichtliche Schritte oder Vollstreckungsmaßnahmen folgten erst später und betrafen weitere Parteien. In diesem Artikel: Was ein Inkassobüro ist und was nicht, welche Befugnisse es hat und welche Kosten entstehen.
Die kurze Antwort: Was ist ein Inkassobüro?
Ein Inkassobüro ist ein Unternehmen, das im Auftrag von Gläubigern Schuldner kontaktiert, um ausstehende Rechnungen oder Forderungen einzutreiben. Die angewandten Methoden sind außergerichtlich: schriftliche Mahnungen, telefonische Kontaktaufnahme, E-Mails, Zahlungsvereinbarungen und – als Druckmittel – die Ankündigung, dass bei Nichtzahlung rechtliche Schritte eingeleitet werden.
Wichtig: Inkassobüros haben keine gesetzlichen Vollstreckungsbefugnisse. Sie sind ein kommerzieller Dienstleister, keine staatliche Einrichtung und keine offizielle Behörde. Zur Vollstreckung eines Urteils, zur Pfändung von Vermögenswerten oder zur Durchführung einer Zwangsversteigerung benötigen Sie einen Gerichtsvollzieher – einen vom Staat bestellten Beamten mit ganz anderen Befugnissen.
Was genau macht ein Inkassobüro?
Die typischen Arbeitsschritte in der Reihenfolge:
- Aktenaufbau. Die Agentur erhält die Rechnung, Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Korrespondenz sowie Name und Adresse des Schuldners.
- Zahlungsaufforderung. Eine formelle Zahlungsaufforderung mit Angabe einer Zahlungsfrist, Nennung der gesetzlichen Inkassokosten und Zinsen sowie dem Hinweis auf weitere Maßnahmen bei Nichtzahlung. Lesen Sie auch mehr über Zahlungsaufforderungen.
- Telefonischer Kontakt. Manche Behörden rufen unmittelbar nach der formellen Aufforderung an, andere erst nach einer zweiten schriftlichen Anfrage.
- Zahlungsvereinbarung. Bei finanziellen Schwierigkeiten kann eine Ratenzahlung vereinbart werden – eine sinnvolle Möglichkeit, die Angelegenheit endgültig abzuschließen, sofern sie realistisch ist.
- Weiterleitung an das Gerichtsverfahren. Scheitert das außergerichtliche Verfahren, wird die Forderung per Anwalt zugestellt. Siehe auch: Gerichtliches Inkassoverfahren.
Was darf ein Inkassobüro tun und was nicht?
Die Grenzen sind klar, auch wenn das in dramatischen Geschichten manchmal anders erscheint.
- Zulässig sind: Kontaktaufnahme in schriftlicher und telefonischer Form, Berechnung von Kosten und Zinsen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen, Vorschlag einer Zahlungsvereinbarung und Weiterverfolgung des Verfahrens auf dem traditionellen Rechtsweg im Falle der Nichtzahlung.
- Verboten sind: Einschüchterung, Irreführung, Androhung unberechtigter rechtlicher Schritte, erzwungene Hausbesuche, Beschlagnahme von Vermögenswerten, Zwangsräumung oder Wegnahme von Gegenständen. All dies darf nur von einem Gerichtsvollzieher mit richterlicher Anordnung durchgeführt werden.
Der Verhaltenskodex für die Inkassobranche wird unter anderem durch das Gütesiegel des NVI (Niederländischer Verband zertifizierter Inkassounternehmen) gewährleistet. Für Gerichtsvollzieher gilt sogar das Disziplinarrecht. Zum rechtlichen Kontext siehe auch „ Einen Gerichtsvollzieher beauftragen: Wie es in der Praxis funktioniert“.
Wer bezahlt das Inkassobüro?
Das hängt vom Gebührenmodell ab. Bei einem Modell, bei dem es nur zum Erfolg kommt, zahlen Sie als Gläubiger eine Provision auf den vom Inkassobüro eingetriebenen Betrag. Werden die gesetzlichen Inkassokosten (WIK) weitergegeben, trägt der Schuldner diese – nach vollständiger Zahlung ist das Verfahren für Sie kostenlos. Manche Inkassobüros arbeiten mit Festpreisen oder bieten Abonnements für Unternehmen mit vielen Schuldnern an. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel „ Was kostet ein Inkassobüro?“.
Die gesetzliche Gebührenordnung ist im Gesetz über die Kosten der Schuldenbeitreibung (WIK). Die Verordnung kann direkt über wetten.overheid.nl.
Inkassobüro, Gerichtsvollzieher oder Anwalt?
Drei verschiedene Rollen, die Unternehmer oft verwechseln:
- Inkassobüro: außergerichtliches Inkasso, keine gesetzliche Befugnis, hauptsächlich schriftliche und telefonische Kommunikation.
- Gerichtsvollzieher: per königlichem Dekret ernannt, befugt zur Zustellung von Schriftstücken (Vorladungen, Zustellungen) und zur Vollstreckung von Urteilen (Pfändungen, Räumungen). Viele Gerichtsvollzieher bieten auch Inkassodienstleistungen an, sodass die Abgrenzung in der Praxis oft verschwimmt.
- Rechtsanwalt: erforderlich für Gerichtsverfahren (ab 25.000 €) und für umfassende Rechtsberatung. Kann Klagen einreichen, Prozesse führen und auch das Inkasso übernehmen.
Zur Wahl zwischen Inkassobüro und Gerichtsvollzieher: siehe Inkassobüro oder Gerichtsvollzieher. Zur allgemeineren Wahl zwischen Anbietern juristischer Dienstleistungen: der Unterschied zwischen Rechtsanwalt und Rechtsexperte.
Ehrliche Empfehlung
Ein Inkassobüro ist ein gutes Mittel, wenn Ihre ersten Mahnungen und Zahlungsaufforderungen erfolglos geblieben sind. Es dient als Druckmittel und bietet Verbrauchern die rechtliche Grundlage, die Inkassokosten weiterzugeben. Um einen umfassenden Überblick zu erhalten – wann man ein Inkassobüro beauftragen sollte, welches Büro das richtige ist und wie der Ablauf aussieht –, empfiehlt sich der Artikel „ Ein Inkassobüro beauftragen“.
Sind Sie unsicher, ob Ihre Forderung Aussicht auf Erfolg hat oder ob Sie alle notwendigen Schritte unternommen haben? Lassen Sie sich bei MKB Juristen eine kurze rechtliche Prüfung geben, bevor Sie mit dem Inkasso beginnen. Eine Stunde mit einem Anwalt bewahrt Sie oft vor einem Verfahren, das Sie im Nachhinein bereuen würden.
Häufig gestellte Fragen
Ein Inkassounternehmen versucht, im Auftrag eines Gläubigers ausstehende Forderungen auf außergerichtlichem Wege einzutreiben: per Mahnschreiben, Telefon, E-Mail und durch Vereinbarung von Zahlungsmodalitäten. Inkassounternehmen haben keine Vollstreckungsbefugnisse – diese obliegen dem Gerichtsvollzieher.
Ein Inkassobüro versendet Mahnschreiben, kontaktiert den Schuldner telefonisch, vereinbart gegebenenfalls einen Zahlungsplan und leitet – im Falle der Nichtzahlung – den Fall über einen Anwalt an das Gericht weiter. Das gesamte Verfahren findet außergerichtlich statt; ein Richter ist nicht beteiligt.
Ein Inkassobüro darf weder einschüchtern noch irreführen, keine falschen rechtlichen Drohungen aussprechen, Vermögenswerte beschlagnahmen, Gegenstände entfernen oder eine Zwangsräumung durchführen. Diese Vollstreckungsbefugnisse liegen ausschließlich beim Gerichtsvollzieher. Die Branche verwendet Verhaltenskodizes und Gütesiegel, um dies zu gewährleisten.
Nein. Ein Inkassobüro übernimmt die außergerichtliche Beitreibung von Forderungen; ein Gerichtsvollzieher ist ein vom Staat bestellter Beamter mit Vollstreckungsbefugnissen. Viele Gerichtsvollzieherbüros bieten heutzutage auch Inkassodienstleistungen an, sodass die Trennlinie in der Praxis verschwimmt – rechtlich bleibt der Unterschied eine Grundsatzfrage.
Das hängt vom Gebührenmodell ab. Bei einem „No Cure No Pay“-Modell zahlt der Gläubiger eine Provision auf den eingezogenen Betrag. Werden die gesetzlichen Inkassokosten (WIK) weitergegeben, trägt der Schuldner diese. Es gibt auch Festpreise oder Abonnements, insbesondere für Unternehmen mit vielen offenen Rechnungen.
Nur mit Ihrer Zustimmung. Sie dürfen keinen Hausbesuch erzwingen und Ihr Haus nicht ohne Erlaubnis betreten. Nur ein Gerichtsvollzieher mit richterlichem Beschluss und entsprechenden Befugnissen darf unter strengen Auflagen eintreten – ein Inkassobüro darf dies keinesfalls.
Nein. Qualität, Professionalität und Transparenz variieren stark. Achten Sie auf das NVI-Qualitätssiegel, transparente Preise, Branchenerfahrung und nachweisliche Erfolgsquoten. Wie Sie eine gute Agentur auswählen, erfahren Sie in unserer Checkliste.