Rechtsangelegenheiten

Einen Gerichtsvollzieher beauftragen: Wie das in der Praxis funktioniert

Wenn ein Schuldner sich trotz wiederholter Mahnungen weiterhin weigert zu zahlen, ist der Gerichtsvollzieher mit der Beitreibung der Schulden beauftragt. Wir beobachten jedoch häufig, dass Unternehmer sich zu lange mit ihren eigenen Mahnschreiben herumschlagen oder im Gegenteil….

Veröffentlicht am 20. Mai 2026 von MKBjuristen.nl
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Wenn ein Schuldner trotz wiederholter Mahnungen weiterhin die Zahlung verweigert, ist der Gerichtsvollzieher mit der Beitreibung der Schulden beauftragt. Wir beobachten jedoch häufig, dass Unternehmer zu lange mit eigenen Mahnschreiben verhandeln oder umgekehrt zu schnell einen Gerichtsvollzieher beauftragen, ohne die Grundlagen zu kennen. In beiden Fällen entstehen unnötige Kosten. Dieser Artikel erläutert die Befugnisse und Grenzen eines Gerichtsvollziehers, den praktischen Ablauf des Verfahrens und wann dieser Schritt sinnvoll ist.

Was ein Gerichtsvollzieher tut und was nicht

Der Gerichtsvollzieher ist ein Beamter mit einem gesetzlichen Monopol auf die Vornahme bestimmter Amtshandlungen. Seine Befugnisse sind im Gerichtsvollziehergesetz und der Zivilprozessordnung festgelegt. Zu seinen Kernaufgaben gehören die Zustellung von Vorladungen und Urteilen, die Pfändung von Vermögenswerten und die Durchführung von Zwangsräumungen.

Neben seinen amtlichen Aufgaben kann ein Gerichtsvollzieher auch außergerichtliche Beitreibungsverfahren durchführen. Dies umfasst dieselben Tätigkeiten wie ein Inkassobüro: Mahnschreiben, telefonische Kontaktaufnahme und Vereinbarung von Zahlungsplänen. Vielen Unternehmern ist nicht bewusst, dass die offizielle Autorität eines Gerichtsvollzieherbescheids oft einen größeren Eindruck auf Schuldner macht als ein herkömmliches Mahnschreiben, ohne dabei zwangsläufig teurer zu sein. Eine erste Mahnung kostet in der Regel einige Dutzend Euro und kann auch ohne laufendes Gerichtsverfahren eingeleitet werden.

Wann ist es ratsam, einen Gerichtsvollzieher einzuschalten?

Die Rolle des Gerichtsvollziehers hängt vom Stand des Verfahrens und den Erfolgsaussichten bei der Beitreibung vom Schuldner ab. Bei einer unbestrittenen Forderung, die trotz mehrfacher Mahnungen unbezahlt bleibt, ist die Einleitung eines Gerichtsverfahrens mit Vorladung in der Regel der logische nächste Schritt. Für Forderungen bis zu 25.000 Euro ist das Amtsgericht zuständig; für höhere Beträge entscheidet das Landgericht.

Bevor man ein Gerichtsverfahren einleitet, ist es ratsam, die Möglichkeiten der Beitreibung zu prüfen. In der Praxis führt ein Urteil gegen eine ruhende BV zu keinem Ergebnis. Ein Kreditbericht oder ein aktueller Auszug aus dem Handelsregister kann erste Anhaltspunkte liefern. Im Zweifelsfall kann es sinnvoll sein, vorsorglich eine vorläufige Pfändung der Bankkonten, des Warenbestands oder der Forderungen des Schuldners gegen Dritte zu erwirken. Hierfür ist die Genehmigung des Eilrichters erforderlich. Nach Bestätigung im Hauptverfahren muss innerhalb von vierzehn Tagen Klage im Hauptverfahren erhoben werden (Artikel 700 Absatz 3 der niederländischen Zivilprozessordnung).

Bei einer strittigen Forderung ist eine gerichtliche Entscheidung unausweichlich. Außergerichtliche Inkassokosten gemäß Artikel 6:96 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches und des Inkassokostengesetzes können erst nach Erfüllung der formalen Voraussetzungen geltend gemacht werden, darunter für Verbraucher die sogenannte 14-Tage-Frist.

Wie viel kostet ein Gerichtsvollzieher und wer bezahlt letztendlich dafür?

Außergerichtliche Tätigkeiten des Gerichtsvollziehers sind frei vergütet und richten sich in der Regel nach der Höhe der Forderung. Amtliche Tätigkeiten wie Zustellung und Pfändung sind im Dekret über die Gebühren für amtliche Handlungen von Gerichtsvollziehern gesetzlich festgelegt.

In Gerichtsverfahren werden die Kosten grundsätzlich der unterlegenen Partei auf Grundlage des Liquidationstarifs zugesprochen. Dieser Tarif deckt jedoch selten die tatsächlichen Anwalts- und Gerichtsvollzieherkosten. Für Verbraucher sind außergerichtliche Kosten zudem durch die WIK-Gebührenordnung begrenzt. Bei B2B-Forderungen können Sie in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen höhere Inkassokosten festlegen, sofern diese angemessen sind.

Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass die Rechtskraft eines Urteils noch nicht zur Gutschrift des Geldes auf dem Konto führt. Die Vollstreckungsphase, die Zustellung, Pfändung von Vermögenswerten und gegebenenfalls öffentliche Versteigerung umfasst, verursacht eigene Kosten, die letztendlich vom Schuldner zurückgefordert, aber von Ihnen vorgestreckt werden.

Folgemaßnahmen

Sind Sie unsicher, ob die Beauftragung eines Gerichtsvollziehers sinnvoll ist, oder steckt ein laufendes Inkassoverfahren ins Stocken? Unsere Anwälte prüfen Ihre Forderung, die Erfolgsaussichten und das effizienteste Vorgehen. Oft ist eine gezielte formelle Zahlungsaufforderung durch einen Anwalt kostengünstiger und effektiver als ein direktes Gerichtsverfahren. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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