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Was wissen Sie über Versicherungen?

Überblick über die betriebliche Versicherung für KMU: Allgemeine Haftpflicht, D&O-Versicherung, Rechtsschutzversicherung, Cyberversicherung, Abwesenheitsversicherung, WIA, WGA und mehr.

Veröffentlicht am 4. Juli 2026 von MKBjuristen.nl
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Für ein mittelständisches Unternehmen mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine Betriebshaftpflichtversicherung unerlässlich – doch welche benötigen Sie wirklich? Es gibt drei Kategorien: Haftpflicht (allgemeine Haftpflicht, D&O-Versicherung, Berufshaftpflicht), Betriebs- und Vermögensversicherung (Cyber-, Feuer- und Betriebsunterbrechungsversicherung) sowie Personalversicherung (Arbeitsunfähigkeits-, Arbeitsunfall- und Unfallversicherung). Die Prämien reichen von 25 € (Rechtsschutzversicherung) bis über 1.500 € pro Monat (umfassendes Versicherungspaket für große Unternehmen). Im Folgenden finden Sie eine Übersicht nach Kategorien, wobei Tessas Elektronikgroßhandel (12 Mitarbeiter) als gemeinsamer Nenner dient – ​​welche Versicherungen sie abschließt und welche nicht.

Die kurze Antwort

  • Haftpflicht: Allgemeine Haftpflicht (30-300 €/Monat), D&O (500-5.000 €/Jahr), Berufshaftpflicht (50-500 €/Monat).
  • Geschäftskunden: Cyberversicherung (50-500 €/Monat), Feuerversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung, Inhaltsversicherung.
  • Personal: Fehlzeiten (2-7% der Lohnsumme), Arbeitsunfälle (WIA/WGA), Kollektivunfälle.
  • Mobilität: Lieferwagen, Geschäftsreise.
  • Tipp: Lassen Sie sich von einem Versicherungsberater beraten oder suchen Sie nach dem optimalen Paket.

Kategorie 1: Haftung

Verschiedene Geschäftsversicherungspolicen

Betriebshaftpflichtversicherung

Deckt Schäden an Dritten ab, die durch Mitarbeiter, Produkte oder den Geschäftsbetrieb verursacht werden. Standard für jeden Unternehmer mit einem festen Standort oder Produkten. Siehe Betriebshaftpflichtversicherung.

Haftung von Geschäftsführern und Vorständen (D&O)

Schützt Geschäftsführer persönlich vor Haftung für Fehlverhalten, Fehler oder Fahrlässigkeit. Nicht verpflichtend, aber dringend empfohlen – andernfalls haften Geschäftsführer unter Umständen mit ihrem Privatvermögen. Siehe D&O-Versicherung.

Berufshaftpflicht

Für Dienstleister (Rechtsanwälte, Steuerberater, IT-Berater, Architekten): Deckt Schäden durch fehlerhafte Beratung ab. Branchenspezifisch, häufig von Berufsverbänden vorgeschrieben.

Kategorie 2: Unternehmen und Betriebsvermögen

Welche Versicherung für welche Risiken

Cyberversicherung

Deckt Datenpannen, Ransomware, Betriebsunterbrechungen und Haftungsansprüche bei Online-Vorfällen ab. Immer wichtiger für alle KMU. Siehe Cyberversicherung.

Feuer- und Inhaltsversicherung

Gewerbeimmobilien, Inventar, Warenbestand. Standardmäßig, oft über den Gebäudeversicherer (mit dem Immobilieneigentümer).

Betriebsunterbrechung

Deckt entgangene Gewinne und laufende Kosten bei längeren Produktionsausfällen (Brand, Beschädigung, sonstige Ereignisse). Unverzichtbar für produzierende Unternehmen.

Rechtsschutzversicherung

Für Rechtsstreitigkeiten: Inkasso, Arbeitsrecht, Vertragsrecht. Niedrige Prämie, umfassender Schutz. Siehe Rechtsschutzversicherung.

Kategorie 3: Personal

Abwesenheitsversicherung

Deckt die Lohnfortzahlung während der Krankheit des Arbeitnehmers ab. Die Versicherung schützt den Arbeitgeber vor dem Risiko einer zweijährigen Lohnfortzahlung (104 Wochen). Siehe Krankentagegeldversicherung.

WIA- und WGA-Ergänzung

Bei langfristiger Arbeitsunfähigkeit (nach 2 Jahren Abwesenheit) reicht die Leistung der Arbeitslosenversicherung oft nicht aus – eine Zusatzversicherung deckt bis zu 70 % des letzten Gehalts ab. Siehe WIA und WGA.

Gruppenunfallversicherung

Leistung bei dauerhafter Verletzung oder Tod infolge eines Unfalls. Berufs- und Freizeitversicherung. Preiswert und sinnvoll. Siehe Gruppenunfallversicherung.

Kategorie 4: Mobilität

  • Lieferwagen/LKW: Haftpflichtversicherung obligatorisch, Vollkaskoversicherung optional. Siehe Lieferwagenversicherung.
  • Geschäftsreisen: Für Mitarbeiter auf Auslandsreisen – medizinische Versorgung, Rückführung, Gepäck. Siehe Geschäftsreiseversicherung.

Tessas Versicherungspaket

Tessa betreibt ein Elektronik-Großhandelsunternehmen mit 12 Mitarbeitern, einem Lager und einem Büro:

  • Allgemeine Geschäftsbedingungen: 150 €/Monat (Umsatz 3 Millionen €).
  • D&O-Versicherung für 2 Geschäftsführer: 2.500 €/Jahr.
  • Rechtshilfe: 95 €/Monat.
  • Cyberversicherung: 250 €/Monat (Großhändler mit Online-Plattform).
  • Feuer/Inhalt/Betriebsunterbrechung: 350 €/Monat (Lager + Warenbestand).
  • Fehlzeitenversicherung: 3,5 % der Lohnsumme von 600.000 € = 1.750 €/Monat.
  • WIA-Zuschlag: 1 % der gesamten Lohnsumme = 500 €/Monat.
  • Kollektive Unfallversicherung: 180 €/Monat (15 € pro Mitarbeiter).
  • Lieferwagenversicherung für 2 Fahrzeuge: 250 €/Monat.

Gesamt: ca. 3.800 €/Monat = 45.600 €/Jahr. Geringer Umsatzanteil, reduziert das Risiko erheblich.

Was sollte man NICHT versichern?

  • Versicherungspolicen, die der Unternehmer bereits privat abgeschlossen hat (Geschäftsreisen oft über eine private Reiseversicherung für den Geschäftsführer/Hauptaktionär).
  • Versicherung für Risiken mit geringen Auswirkungen, aber hoher Häufigkeit (höherer Selbstbehalt).
  • Doppelte Deckung (Allgemeine Haftpflicht vs. Berufshaftpflicht – oft Überschneidungen).

Ehrliche Empfehlung

Der Versicherungsberater bespricht die Risiken

Beginnen Sie immer mit der Haftpflichtversicherung (Betriebshaftpflicht + Berufsunfähigkeits- und Unterhaltsversicherung) und Rechtsschutz – das ist der grundlegende Schutz. Für Angestellte: Krankentagegeldversicherung und Zusatzversicherung für Arbeitsunfälle. Bei Online-Aktivitäten wird eine Cyberversicherung immer wichtiger. Führen Sie regelmäßig einen Versicherungs-Check (250–1.500 €) – so vermeiden Sie Über- und Unterversicherung. Investieren Sie in einen unabhängigen Berater – nicht in dasselbe Unternehmen, das Ihnen Versicherungen verkauft und Sie berät.

Häufig gestellte Fragen

Welche Versicherungen sind unerlässlich?

Betriebshaftpflichtversicherung (AVB), D&O-Versicherung für Geschäftsführer einer BV, Rechtsschutzversicherung und für Mitarbeiter: Ausfallversicherung. Für Online-Aktivitäten: Cyberversicherung. Feuer- und Inhaltsversicherung, falls Sie Geschäftsräume oder Warenbestand besitzen.

Was kostet ein Versicherungspaket?

Kleinunternehmen ohne Angestellte: 200–500 €/Monat. Mittelgroße Unternehmen (10 Angestellte): 2.000–5.000 €/Monat. Größte Kostenfaktoren: Fehlzeiten (in Prozent der Lohnsumme) und Cyberangriffe (abhängig von Umsatz und Datenmenge).

Wie oft sollte man Versicherungspolicen überprüfen?

Jährlich bei Vertragsverlängerung. Zusätzlich bei Unternehmensänderungen (Personalwachstum, neue Räumlichkeiten, neue Geschäftstätigkeit, internationale Expansion). Versicherungsprüfung alle 2–3 Jahre für einen umfassenden Überblick.

Unabhängiger oder gebundener Berater?

Ein unabhängiger Berater kann Policen mehrerer Versicherungsgesellschaften vergleichen – was in der Regel vorteilhafter für den Kunden ist. Ein an eine einzelne Versicherungsgesellschaft gebundener Berater bietet zwar eine eingeschränktere Beratung, ist aber mitunter günstiger.

Unterschied bei der Selbstbeteiligung?

Höhere Selbstbeteiligung = niedrigere Prämie. Bei seltenen Risiken (Cyberangriffe, Großbrände) ist eine hohe Selbstbeteiligung ausreichend. Bei häufigen Risiken (Kleinschäden) ist eine niedrige Selbstbeteiligung sinnvoll, um öfter Schadensfälle in Anspruch nehmen zu können.

Was versteht man unter Überversicherung bzw. Unterversicherung?

Überversicherung: doppelter oder übermäßiger Versicherungsschutz. Unterversicherung: fehlender oder zu niedriger Versicherungsschutz. Beides kostet Geld: Überversicherung = unnötige Prämie, Unterversicherung = unversichertes Risiko im Schadensfall.

Versicherungspflicht?

Gesetzliche Vorgabe: Haftpflichtversicherung für Firmenwagen und Mitarbeiter, bestimmte Arbeitnehmerversicherungen über die Lohnsteuer. Branchenspezifische Vorgabe (über Berufsverbände): Berufshaftpflichtversicherung für Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekten.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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