Streitigkeit über das Widerrufsrecht

Streitigkeit über das Widerrufsrecht

Ein Kunde macht von seinem Widerrufsrecht Gebrauch – zu Recht oder zu Unrecht? Lassen Sie Ihre Position prüfen.

Ein Kunde macht von seinem Widerrufsrecht Gebrauch, aber Sie sind der Ansicht, dass eine Ausnahme vorliegt? Oder besteht Uneinigkeit darüber, ob der Käufer als Verbraucher oder als Unternehmer gehandelt hat? MKBjuristen prüft Ihre Position und berät Sie hinsichtlich der stärksten Vorgehensweise. Festpreis.

  • Verhindern Sie, dass Ihre Beweislage geschwächt wird
  • Klarheit bezüglich Erinnerung, Ermahnung oder Vorladung
  • Beratung bei strittigen Rechnungen und unzufriedenen Kunden
  • Unterstützung bei Verhandlungen oder Verfahren, falls erforderlich
Zunächst muss die Position bestimmt werden. Wir betrachten Vereinbarungen, Beweise und Risiken.
Vermeiden Sie unnötige Eskalationen. Der richtige Tonfall beugt oft weiteren Konflikten vor.
Nächster praktischer Schritt: Sie wissen, ob das Versenden eines förmlichen Aufforderungsschreibens, Verhandlungen oder ein Rechtsstreit sinnvoll sind.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Erkennen Sie eine dieser Situationen wieder? Wenn ja, ist es ratsam, Ihre rechtliche Position prüfen zu lassen, bevor Sie antworten.

Ein Kunde möchte seinen Kauf nach 14 Tagen zurückgeben

Die Widerrufsfrist ist abgelaufen, aber der Kunde verlangt trotzdem eine Rückerstattung. Sie wissen nicht, ob Sie dem nachkommen sollen.

Ein Kunde macht von seinem Widerrufsrecht bei Sonderanfertigungen Gebrauch

Der Kunde hat ein personalisiertes Produkt bestellt, möchte es aber zurückgeben. Sie sind der Meinung, dass hier eine Ausnahme vorliegt.

Unsicherheit bezüglich des Verbraucher- oder Geschäftskäufers

Ein Kunde hat eine Bestellung als Unternehmen aufgegeben, behauptet nun aber, als Verbraucher gehandelt zu haben, und beruft sich auf sein Widerrufsrecht.

Ein Kunde gibt ein gebrauchtes Produkt zurück

Das Produkt weist sichtbare Gebrauchsspuren auf, der Kunde verlangt jedoch eine vollständige Rückerstattung ohne Wertminderung.

Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen regeln das Widerrufsrecht nicht

Sie wissen nicht, ob Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Widerrufsanspruch für Ihr spezifisches Produkt oder Ihre spezifische Dienstleistung ausschließen oder einschränken.

Bitte beachten Sie: Zu langes Warten oder falsche Reaktionen können sich später negativ auswirken. Dokumentieren Sie daher zunächst, was vereinbart, geliefert und kommuniziert wurde.

Wann entsteht eine Streitigkeit bezüglich des Widerrufsrechts?

Das Widerrufsrecht gibt Kunden das Recht, einen Fernabsatzvertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Als Unternehmer werden Sie damit konfrontiert, sobald ein Kunde dieses Recht geltend macht – ob zu Recht oder zu Unrecht.

In der Praxis entstehen Streitigkeiten über das Widerrufsrecht aus vier Gründen: Der Kunde beruft sich auf das Recht, obwohl eine Ausnahme vorliegt; es besteht Unsicherheit darüber, ob der Käufer als Verbraucher oder als Unternehmer gehandelt hat; das Produkt wurde benutzt und der Kunde weigert sich, den Wertverlust auszugleichen; oder der Kunde beruft sich auf das Widerrufsrecht, obwohl dieses weder vertraglich noch gesetzlich vorgesehen ist.

Wer hat ein Widerrufsrecht?

Das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen gilt für Verbraucher – Privatpersonen, die Waren für den privaten Gebrauch und nicht für ihre berufliche oder geschäftliche Tätigkeit erwerben. Grundsätzlich gilt das gesetzliche Widerrufsrecht nicht für Transaktionen zwischen Unternehmen (B2B). In diesem Fall werden die Rückgabebedingungen ausschließlich durch
gegenseitige Vereinbarungen und Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt.

In der Praxis ist die Unterscheidung jedoch nicht immer eindeutig. Ein Selbstständiger, der ein Produkt sowohl geschäftlich als auch privat nutzt, kann unter bestimmten Umständen als Verbraucher gelten. Ein Kunde, der gewerblich bestellt, aber keine Handelsregisternummer angibt, könnte argumentieren, als Verbraucher gehandelt zu haben. Wenn nicht klar definiert ist, wer als gewerblicher Käufer gilt, kann es zu Streitigkeiten kommen.

Neben den üblichen Regelungen im B2C-Bereich gelten besondere Widerrufsrechte auch für:

Finanzprodukte wie Versicherungen, Kredite und Kapitalanlagen. In vielen Fällen hat der Kunde 14 Tage Zeit, den Vertrag straffrei zu kündigen.

Ferienverträge, Timesharing-Verträge und Mitgliedschaften in Ferienclubs mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr
unterliegen ebenfalls einer gesetzlichen Widerrufsfrist von 14 Tagen.

Haustürgeschäfte – Verkäufe an der Haustür oder auf der Straße für mehr als 50 €. Der Käufer hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht, auch wenn es sich um einen gewerblichen Käufer handelt.

Wann besteht kein Widerrufsrecht?

Das Gesetz enthält eine Reihe von Ausnahmen, bei denen das Widerrufsrecht erlischt, unabhängig davon, ob der Käufer
ein Verbraucher ist. Die wichtigsten Ausnahmen für Unternehmer:

Maßgefertigte oder personalisierte Produkte, die speziell für den Kunden hergestellt werden und nicht weiterverkauft werden können.

Produkte, die schnell verderben oder eine begrenzte Haltbarkeit haben.

Produkte, die aus hygienischen Gründen nicht zurückgegeben werden können, wie z. B. Kosmetikartikel oder Unterwäsche mit beschädigter Versiegelung.

Digitale Inhalte, deren Auslieferung bereits mit der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden begonnen hat.

Die Dienstleistungen werden vor Ablauf der Widerrufsfrist vollständig erbracht, sofern der Kunde zuvor seine ausdrückliche Zustimmung erteilt hat.

Dienstleistungen mit einem festen Termin, wie z. B. Hotelbuchungen, Veranstaltungen und Catering.

Wichtig: Auch wenn eine Ausnahme vorliegt, sind Sie verpflichtet, den Verbraucher vor Vertragsschluss darüber zu informieren. Unterlassen Sie dies, kann der Kunde sein Widerrufsrecht dennoch ausüben.

Was passiert, wenn ein Kunde sein Widerrufsrecht missbraucht?

Kunden missbrauchen mitunter das Widerrufsrecht, um Druck auszuüben oder Produkte zu nutzen und sie anschließend zurückzusenden. In solchen Fällen können Sie Folgendes tun:

Die Abschreibung kann angesetzt werden, wenn das Produkt sichtbar benutzt wurde – vorausgesetzt, Sie haben den Kunden in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Voraus darüber informiert.

Verzicht auf das Widerrufsrecht, wenn eine gesetzliche Ausnahme vorliegt und Sie
dies im Voraus ordnungsgemäß mitgeteilt haben.

Rechtliche Reaktion, wenn ein Kunde nach Ablauf der Widerrufsfrist oder auf unzutreffender Grundlage eine Rückgabeanfrage stellt
.

Ihre Informationspflicht und der Rücktrittsknopf

Als Verkäufer sind Sie verpflichtet, den Kunden vor Vertragsschluss über sein Widerrufsrecht – oder dessen Nichtbestehen – zu informieren. Kommen Sie dieser Informationspflicht nicht nach, verlängert sich die Widerrufsfrist automatisch auf maximal 12 Monate nach Lieferung.

Neu: Ab dem 19. Juni 2026 müssen B2C-Webshops einen gut sichtbaren Abbuchungsbutton anzeigen, der es Kunden ermöglicht,
ihren Kauf einfach zu stornieren.

Wie können wir helfen?

Wir leiten keine Gerichtsverfahren ein. Zunächst analysieren wir Ihre rechtliche Position, die Beweislage und Ihre wirtschaftlichen Interessen. Anschließend legen wir das geeignete Vorgehen zur Lösung des Problems fest.

1

Schätzen Sie die Situation ein

Wir prüfen, ob das Widerrufsrecht Anwendung findet, ob der Käufer als Verbraucher gilt und ob eine gültige Ausnahme vorliegt.

2

Position bestimmen

Sie erhalten konkrete Ratschläge: Sollten Sie die Rückgabeanfrage annehmen, können Sie die Wertminderung ausgleichen oder können Sie die Anfrage rechtmäßig ablehnen?

3

Entwurf eines Antwortschreibens

Wir entwerfen ein rechtlich fundiertes Antwortschreiben, das Ihre Position verdeutlicht und eine weitere Eskalation verhindert.

4

Konfliktlösung

Sollte der Streit eskalieren, beraten wir Sie hinsichtlich Verhandlungen oder Gerichtsverfahren und stehen Ihnen zur Seite.

Häufig gestellte Fragen

Gilt das Widerrufsrecht auch für Geschäftskunden?

Das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht gilt grundsätzlich nur für Verbraucher – also Privatpersonen, die nicht im Rahmen ihrer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit handeln. Es gilt nicht für Geschäftstransaktionen zwischen Unternehmen (B2B), es sei denn, dies ist vertraglich vereinbart. Für Finanzprodukte, Haustürgeschäfte und bestimmte Reiseverträge gelten jedoch auch für Unternehmen besondere Widerrufsfristen.

Was, wenn unklar ist, ob es sich beim Käufer um einen Verbraucher oder einen Geschäftsinhaber handelt?

Wenn Sie nicht klar definiert haben, wer als Geschäftskunde gilt, könnte ein Kunde argumentieren, er habe als Privatperson gehandelt. Stellen Sie sicher, dass Ihr Webshop oder Bestellprozess ein Pflichtfeld für die Handelsregisternummer oder den Firmennamen enthält, damit eindeutig erkennbar ist, wann eine Bestellung geschäftlicher Natur ist. Wir werden Ihre individuelle Situation prüfen.

Kann ich die Abschreibung bei einer Steuererstattung ausgleichen?

Ja, aber nur, wenn das Produkt sichtbare Gebrauchsspuren aufweist und Sie den Kunden im Voraus darüber informiert haben, dass die Nutzung zu einer Wertminderung führt. Dies muss in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgeführt und während des Bestellvorgangs ersichtlich sein. Andernfalls dürfen Sie die Wertminderung nicht in Rechnung stellen.

Was passiert, wenn ein Kunde sein Widerrufsrecht nach Ablauf der 14-tägigen Frist ausübt?

Nach Ablauf der Widerrufsfrist besteht für den Kunden kein gesetzliches Rückgaberecht mehr, es sei denn, Sie haben Ihre Informationspflichten verletzt – in diesem Fall verlängert sich die Frist auf maximal 12 Monate. Wir prüfen, ob die Frist ordnungsgemäß eingehalten wurde und verfassen gegebenenfalls ein Antwortschreiben.

Wie kann ich das Widerrufsrecht für mein Produkt oder meine Dienstleistung wirksam ausschließen?

Sie müssen den Kunden die Ausnahme vor Vertragsschluss ausdrücklich mitteilen – in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen und deutlich sichtbar während des Bestellvorgangs. Die bloße Aufnahme in Ihre AGB reicht nicht aus, wenn der Kunde sie vor der Bestellung nicht lesen konnte. Wir prüfen, ob Ihre aktuelle Kommunikation rechtlich zulässig ist.

Was ist die obligatorische Auszahlungstaste ab Juni 2026?

Ab dem 19. Juni 2026 müssen B2C-Webshops einen gut sichtbaren Widerrufsbutton anbieten, über den Kunden ihren Kauf einfach stornieren können. Falls Ihr Webshop diese Vorgabe noch nicht erfüllt, beraten wir Sie gerne zu den notwendigen Anpassungen.

Schildern Sie Ihre Situation unverbindlich

Beschreiben Sie die Situation kurz. Wir werden das sinnvolle nächste Vorgehen prüfen und uns mit Ihnen in Verbindung setzen.

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Prüfen Sie schnell, ob in Ihrer Situation das Widerrufsrecht Anwendung findet und wie Sie am besten darauf reagieren.

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Herr Jaime Boogaers
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Vertragsrecht · Anwalt

Nicht jede Rückgabeanfrage ist rechtlich zulässig. Ob das Widerrufsrecht gilt, hängt davon ab, wer der Käufer ist, was gekauft wurde und was Sie zuvor kommuniziert haben. Wir prüfen dies für Sie.

Anmerkung

  • Reagieren Sie nicht sofort auf eine Rücksendeanfrage, ohne Ihre Position prüfen zu lassen
  • Ausnahmen sollten immer vor Vertragsabschluss mitgeteilt werden
  • Erfassen Sie, ob Kunden als Verbraucher oder Geschäftskunden bestellen
  • Informieren Sie die Kunden im Voraus über die Wertminderung bei Nutzung
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Webshop vor dem 19. Juni 2026 über eine Stornierungsfunktion verfügt

Brauchen Sie Hilfe?

Rufen Sie uns unter 085 25000 44Wir werden dann kurz mit Ihnen besprechen, was der sinnvolle nächste Schritt ist.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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