Rechtsangelegenheiten

Ein Vlogger beweist, dass der Kauf von Fake-Followern keine gute Idee ist

Der Kauf von gefälschten Followern oder Likes, um beliebter zu wirken, ist eine unlautere Geschäftspraxis. Die ACM geht dagegen vor und hat gegen einen Vlogger eine Geldstrafe verhängt, weil er seinen Webshop durch gekaufte Interaktionen erfolgreicher erscheinen ließ.

Veröffentlicht am 11. März 2021 von MKBjuristen.nl
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Der Kauf von gefälschten Followern oder Likes, um beliebter zu wirken, ist eine unlautere Geschäftspraxis. Die ACM geht dagegen vor und hat gegen einen Vlogger eine Geldstrafe verhängt, weil er seinen Webshop durch gekaufte Interaktionen erfolgreicher erscheinen ließ, als er tatsächlich war. Für eine solche Sanktion muss die ACM jedoch nachweisen können, dass das Unternehmen die gefälschten Follower selbst gekauft hat.

Wir haben bereits über die Problematik gefälschter Bewertungen: Die ACM spürt sowohl Unternehmen auf, die gefälschte Bewertungen anbieten, als auch deren Kunden. Dasselbe gilt, wenn ein Unternehmen sich mithilfe gefälschter Follower beliebter darstellt, als es tatsächlich ist – dies sind betrügerische Praktiken.

Kauf von gefälschten Followern in sozialen Medien

Viele Unternehmen möchten in den sozialen Medien präsent sein. Bezahlte Anzeigen, die echte Nutzer zum Liken einer Seite animieren, sind in Ordnung. Unangemessen ist es jedoch, dubiose Unternehmen zu bezahlen, um die Statistiken mit Hunderten oder Zehntausenden von Fake-Accounts künstlich aufzublähen.

Solche Anbieter erstellen massenhaft (automatisch) Accounts – oft mit gestohlenen oder gar keinen Fotos – und lassen ein Skript Nachrichten liken, teilen und mit sinnlosen Kommentaren versehen. Für etwa 100 Dollar pro Woche kann man so Tausende zusätzliche Interaktionen kaufen.

Die ACM greift ein: der Fall Mo Bicep

Die ACM hat angekündigt, dies strenger zu überwachen, da es sich um irreführende Geschäftspraktiken handelt: Verbraucher werden über den Status oder den Ruf eines Unternehmens oder Produkts getäuscht.

Die erste Sanktion betraf den bekannten Vlogger Mo Bicep, der Sportvideos auf Instagram teilt und seinen Online-Shop Bicep Papa durch gefälschte Likes und Follower künstlich populärer gemacht hat. Laut der ACM wurden zwischen September 2018 und August 2020 rund 27.000 Likes und 98.000 Follower gekauft. Die ACM verhängte eine Geldstrafe von 12.500 Euro pro Woche für zwei Jahre, falls er die Verbraucher weiterhin auf diese Weise täuschen sollte. Der Vlogger hat dies inzwischen eingestellt.

Beweise sind entscheidend: Nicht jeder Fake-Follower ist Ihre Schuld

In diesem Fall konnte nachgewiesen werden, dass Bicep Papa die Likes und Follower gekauft hatte: Die Polizei legte Beweise für insgesamt 67 Zahlungen an einen Anbieter gefälschter Dienstleistungen vor. Diese Beweise sind notwendig, da Unternehmen keineswegs immer selbst für ihre gekauften Follower verantwortlich sind und diese nicht einfach sperren können.

Schließlich kann jeder gefälschte Follower für andere kaufen. Es stellte sich heraus, dass viele Fußballvereine – vermutlich aufgrund ihrer Fans – eine beträchtliche Anzahl gefälschter Follower haben, wobei einige Vereine einen Großteil der Gesamtzahl ausmachen. Daher bedeutet ein hoher Anteil gefälschter Follower nicht automatisch, dass der Account selbst etwas falsch gemacht hat.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Kauf gefälschter Follower illegal?

Dies gilt als irreführende Geschäftspraxis. Die ACM kann Maßnahmen ergreifen und Sanktionen, wie beispielsweise eine Geldstrafe, gegen Unternehmen verhängen, die sich durch gekaufte Interaktionen besser darstellen, als sie tatsächlich sind.

Darf ich für eine größere Reichweite bezahlen?

Ja, bezahlte Werbung, die echte Nutzer erreicht und sie zum Folgen oder Liken einlädt, ist erlaubt. Der Kauf von Fake-Accounts und Fake-Likes ist nicht erlaubt.

Hafte ich, wenn ich unbeabsichtigt gefälschte Follower erhalte?

So einfach ist das nicht. Um eine Sanktion zu erhalten, muss nachgewiesen werden, dass Sie die gefälschten Follower selbst gekauft haben. Schließlich können auch andere gefälschte Follower für Ihr Konto erwerben.

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Werbung ist erlaubt, muss aber ehrlich sein. Seien Sie vorsichtig mit Advertorials, Vergleichen und anderen Techniken, die Verbraucher irreführen können. Die Rechtsexperten von MKB Juristen beraten Sie kompetent. Informieren Sie sich über unsere Expertise im Marketing- und Werberecht oder kontaktieren Sie uns.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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