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Was ist ein Mahnschreiben? Erklärung und Verwendung

Was ist eine Zahlungsaufforderung? Erläuterung ihrer Funktion, wann man sie benötigt und worauf man als KMU achten sollte.

Veröffentlicht am 6. August 2026 von MKBjuristen.nl
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Was ist ein Mahnschreiben? Es handelt sich um eine schriftliche Aufforderung an einen Schuldner, eine offene Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist zu begleichen. Es ist der letzte Schritt vor Einleitung von Inkassomaßnahmen. Ein Mahnschreiben dokumentiert den Versand einer Zahlungserinnerung, setzt dem Schuldner eine konkrete Frist und weist auf die Folgen der Nichtzahlung hin – wie beispielsweise Inkassokosten und gesetzliche Zinsen. Für Verbraucher gilt ein gesetzlich vorgeschriebenes Formular: das 14-Tage-Mahnschreiben.

Die kurze Antwort

  • Was: Schriftliche Aufforderung zur Zahlung einer offenen Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist.
  • Wann: nach Ablauf der Zahlungsfrist der Rechnung.
  • Ziel: die Zahlung durchzusetzen und Beweise für mögliche Inkassoverfahren zu sammeln.
  • Verbraucherhinweis: Eine vierzehntägige Vorankündigung (WIK) ist zwingend erforderlich, bevor Inkassokosten erhoben werden dürfen.
  • Unternehmen: Inkassokosten und Zinsen können unter Umständen sofort berechnet werden, wenn dies vertraglich vereinbart wurde.
  • Folge: Im Falle der Nichtzahlung werden eine formelle Zahlungsaufforderung, eine Mahnung oder ein Inkassoverfahren eingeleitet.

Was genau ist ein Aufforderungsschreiben?

Was ist eine Zahlungserinnerung für eine offene Rechnung?

Ein Mahnschreiben ist eine wirksame Zahlungsaufforderung. Während eine anfängliche freundliche Mahnung lediglich darauf hinweist, dass eine Rechnung noch offen ist, setzt ein Mahnschreiben eine konkrete Zahlungsfrist und erläutert die Folgen der Nichtzahlung. Rechtlich gesehen ist es keine eigenständige Pflichtmaßnahme, aber ein praktisches und beweisrelevantes Instrument im Inkassoverfahren.

Die formelle Mitteilung markiert den Zeitpunkt, an dem man vom „Erinnern“ zum „Auffordern“ übergeht. Für Unternehmen ist dies oft eine Verwaltungsangelegenheit; für Verbraucher schreibt das Gesetz eine bestimmte Form und Frist vor.

Die vierzehntägige Frist für Verbraucher (WIK)

Bei einem Schuldner, der ein Verbraucher ist – also eine Privatperson, die nicht gewerbsmäßig oder geschäftlich handelt –, gelten das niederländische Inkassokostengesetz (WIK) und Artikel 6:96 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches. Bevor Sie außergerichtliche Inkassokosten erheben dürfen, müssen Sie dem Verbraucher zunächst eine förmliche Mitteilung zukommen lassen, die strengen Anforderungen genügt

  • Dem Verbraucher wird eine weitere Frist von mindestens 14 Tagen , um kostenfrei zu bezahlen.
  • Die Frist beginnt erst am Tag nach dem Empfang des Briefes (nicht am Tag des Versands).
  • Im Schreiben wird ausdrücklich die Höhe der Inkassokosten angegeben , die anfallen, wenn die Zahlung nicht innerhalb dieser 14 Tage erfolgt.
  • Für umsatzsteuerpflichtige Gläubiger, die die Umsatzsteuer nicht verrechnen können: Geben Sie dies bitte ebenfalls an.

Wenn die 14-tägige Frist diesen Anforderungen nicht genügt, kann der Richter die Beitreibungskosten ablehnen. Die Formulierung „innerhalb von 14 Tagen nach Ausstellungsdatum“ ist ein klassischer Fehler – sie ist zu kurz, da die Frist ab dem Zeitpunkt des Empfangs berechnet werden muss. Verwenden Sie daher Formulierungen wie „innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung dieses Schreibens“.

Inkassokosten und Zinsen

Berechnung der Inkassokosten und der gesetzlichen Zinsen auf ein Mahnschreiben

Die Höhe der außergerichtlichen Inkassokosten für Verbraucher ist gesetzlich durch eine gleitende Skala begrenzt (Dekret über die Entschädigung für außergerichtliche Inkassokosten):

  • 15 % auf die ersten 2.500 € (mindestens 40 €).
  • 10 % auf die nächsten 2.500 €.
  • 5 % auf die nächsten 5.000 €, danach sinkende Prozentsätze.

Zusätzlich zu den Inkassokosten können Sie gesetzliche Zinsen berechnen. Für Verbraucher gelten die gesetzlichen Zinsen; zwischen Unternehmen gelten die (höheren) gesetzlichen Geschäftszinsen. Darüber hinaus können Sie bei Geschäftskunden häufig ohne Mahnung einen festen Betrag von mindestens 40 € an Inkassokosten berechnen, sofern dies nicht vertraglich ausgeschlossen ist.

Mahnschreiben versus förmliche Benachrichtigung versus Zahlungsaufforderung

Unterschied zwischen einem Mahnschreiben, einer förmlichen Benachrichtigung und einer Zahlungsaufforderung

Diese drei Begriffe werden synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte:

  • Zahlungsaufforderung: Aufforderung zur Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist; der Ton bleibt professionell und neutral. Oft der zweite Schritt nach einer ersten Mahnung.
  • Aufforderung: Eine strengere, nachdrückliche Mitteilung mit einer endgültigen Frist und dem klaren Hinweis, dass andernfalls rechtliche Schritte folgen werden. Im Wesentlichen eine Aufforderung mit schärferer Formulierung.
  • Mahnung: Ein Rechtsakt nach dem Schuldrecht (Art. 6:82 BW). Sie setzt den Schuldner förmlich in Verzug und räumt ihm eine angemessene Frist ein. Dies ist häufig Voraussetzung für des Verzugs , der wiederum eine Bedingung für Schadensersatz oder die Auflösung des Unternehmens darstellt.

Bei Rechnungen mit strikter Zahlungsfrist tritt der Zahlungsverzug oft automatisch ein – in diesem Fall ist eine Mahnung nicht unbedingt erforderlich. In der Praxis enthält eine gute Zahlungserinnerung oder ein Schreiben mit einer Frist von vierzehn Tagen häufig bereits die Elemente einer Mahnung.

Praktisches Beispiel

Ein Onlineshop liefert Waren im Wert von 1.200 € an eine Privatperson. Der Kunde begleicht die Rechnung nicht (Zahlungsziel: 14 Tage). Der Onlineshop setzt dem Kunden eine Zahlungsaufforderung mit einer Frist von 14 Tagen aus. Andernfalls fallen Inkassokosten in Höhe von 180 € (15 % von 1.200 €) zuzüglich gesetzlicher Zinsen an. Zahlt der Kunde weiterhin nicht, ist der Onlineshop berechtigt, die Kosten geltend zu machen und den Fall an ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt zu übergeben.

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Für eine Standard-Mahnung an einen Geschäftskunden benötigen Sie keinen Anwalt – ein klares Schreiben mit Rechnungsnummer, Betrag, Zahlungsfrist und den angekündigten Konsequenzen genügt. Auch Verbrauchern können Sie selbst eine 14-tägige Mahnung zukommen lassen, sofern Sie die Vorgaben des WIK (Wirtschaftsinformationsgesetz) genau einhalten (Frist ab Erhalt, Angabe des zu zahlenden Betrags). Ziehen Sie jedoch einen Anwalt hinzu, wenn die Forderung strittig ist, es sich um einen hohen Betrag handelt, der Schuldner die Zahlung verweigert oder mit Gegenforderungen droht oder wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit Ihrer 14-tägigen Mahnung haben. Ein fehlerhaft formuliertes Schreiben kann später zu Inkassogebühren führen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Mahnschreiben?

Eine schriftliche Zahlungsaufforderung an einen Schuldner zur Begleichung einer offenen Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist. Sie enthält eine konkrete Zahlungsfrist und einen Hinweis auf die Folgen des Zahlungsverzugs, wie beispielsweise Inkassokosten und Zinsen. Für Verbraucher gilt die gesetzliche Form der 14-tägigen Zahlungsaufforderung.

Wann versendest du eine Erinnerung?

Nach Ablauf der Zahlungsfrist und ausstehender Zahlung versendet man üblicherweise zunächst eine freundliche Zahlungserinnerung und anschließend ein dringlicheres Mahnschreiben. Für Verbraucher ist die 14-tägige Frist zwingend einzuhalten, bevor Inkassokosten erhoben werden dürfen.

Was ist ein Vierzehn-Tage-Brief?

Die gesetzlich vorgeschriebene Mahnung an den Verbraucher (WIK, Art. 6:96 BW). Dem Verbraucher wird eine Frist von mindestens 14 Tagen ab dem Tag nach Erhalt des Schreibens eingeräumt, um kostenfrei zu zahlen. Das Schreiben muss die Höhe der Inkassokosten angeben, die im Falle der Nichtzahlung anfallen.

Wie hoch dürfen die Inkassogebühren sein?

Für Verbraucher gelten folgende gesetzliche Gebühren: 15 % auf die ersten 2.500 € (mindestens 40 €), danach fallen die Gebühren stufenweise an. Zusätzlich zu den Inkassokosten können gesetzliche Zinsen erhoben werden. Für Unternehmen gelten marktübliche Zinsen, in der Regel mindestens 40 €.

Worin besteht der Unterschied zu einer Summe?

Eine förmliche Mahnung ist eine strengere, nachdrücklichere Variante einer förmlichen Aufforderung: eine endgültige Frist mit dem klaren Hinweis, dass andernfalls rechtliche Schritte folgen werden. Inhaltlich überschneiden sie sich; der Unterschied liegt hauptsächlich im Tonfall und in der Dringlichkeit.

Ist eine Zahlungsaufforderung dasselbe wie eine Mahnung?

Nicht ganz. Eine Mahnung ist ein Rechtsakt (Art. 6:82 BW), der den Schuldner förmlich in Verzug setzt und den Zahlungsverzug herbeiführt. Ein gutes Mahnschreiben enthält oft bereits die entsprechenden Elemente, doch bei festen Zahlungsfristen tritt der Zahlungsverzug mitunter kraft Gesetzes ein.

Was passiert, wenn der Schuldner nach der Mahnung nicht zahlt?

Anschließend können Sie ein formelles Mahnschreiben versenden, die Akte an ein Inkassobüro oder einen Anwalt übergeben oder ein Gerichtsverfahren einleiten. Das Mahnschreiben dient dann als Nachweis, dass Sie den Schuldner ordnungsgemäß ermahnt und ihm eine Frist gesetzt haben.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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