MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
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Markenanmeldungen sind auf drei Ebenen möglich: Benelux (BOIP, 240 €), EU (EUIPO, 850 €) oder weltweit über das Madrider System (WIPO + Länderauswahl). Welcher Weg für Sie der richtige ist, hängt von Ihren Zielmärkten ab – Benelux-orientiert oder international ausgerichtet? Eine EU-Anmeldung bietet Schutz in 27 Ländern zum Vierfachen des BOIP-Preises; das Madrider System ermöglicht die weltweite Einführung mit einem einzigen Basisantrag. Im Folgenden: Vergleich der drei Wege mit Kosten und Strategie.
Die kurze Antwort
- BOIP (Benelux): € 240, 3 Länder (NL/BE/LU).
- EUIPO (EU): 850 €, 27 EU-Länder – bester Preis/Abdeckung.
- Madrid (WIPO): ab 750 € pro Land – für weltweite Tarife.
- Strategie: Klein anfangen (Benelux oder EU) und in Märkte expandieren, in denen man aktiv ist.
Drei Routen im Vergleich
1. BOIP — Benelux
- Abdeckung: Niederlande, Belgien, Luxemburg.
- Kosten: 240 € für 1 Unterrichtseinheit, + 27 € für jede weitere Unterrichtseinheit.
- Gültigkeit: verlängerbar um 10 Jahre.
- Für: ein lokales Benelux-Unternehmen ohne EU-Ambitionen.
- Verfahren: 4-6 Monate.
2. EUIPO – Europäische Union
- Abdeckung: 27 EU-Länder.
- Kosten: 850 € für die 1. Klasse, +50 € für die 2. Klasse, +150 € für jede weitere Klasse.
- Gültigkeit: verlängerbar um 10 Jahre.
- Für: EU-orientierte Unternehmen – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Risiko: Widerspruch aus 27 Ländern möglich, Ablehnung durch 1 Land = vollständige Markenablehnung.
3. Madrider System – weltweit
- Abdeckung: Über 130 Länder weltweit.
- Kosten: Grundgebühr ca. 750 € + 100–1500 € pro gewähltem Land.
- Gültigkeit: verlängerbar um 10 Jahre.
- Für: internationale Pläne außerhalb der EU (Großbritannien, USA, Asien).
- Erforderlich: bestehende nationale Registrierung als „Basismarke“ (BOIP oder EUIPO).
Welche Route wann?
BOIP genügt für
- Kleines mittelständisches Unternehmen mit B2C-Fokus in den Benelux-Ländern.
- Lokale Dienstleistungen (Friseure, Anwälte, Physiotherapeuten).
- Erste Markenanmeldung als Test.
- Budget begrenzt — Pilotprojekt.
EUIPO logischer mit
- Webshop mit Versand innerhalb der EU.
- SaaS/Software für den EU-Markt.
- B2B-Dienstleistungen für EU-Kunden.
- Pläne zur Expansion in Nachbarländer.
Madrid notwendig bei
- Exporteur nach Großbritannien, USA, Kanada und Asien.
- Internationaler Franchisenehmer oder Lizenznehmer.
- Produktion in einem Niedriglohnland mit Markenschutz.
- Strategie zur Bekämpfung von Produktfälschungen auf globalen Märkten.
EU-Markenrisiko: 1 Ablehnung = vollständige Ablehnung
Die EU-Marke wird in einem Mitgliedstaat aufgrund eines Widerspruchs oder einer Zurückweisung abgelehnt. Beispiel: Ein belgisches Unternehmen mit einer älteren Benelux-Marke legt Widerspruch ein → Die EU-Marke wird auch in den übrigen 26 Mitgliedstaaten zurückgewiesen.
Notfallplan: Im Falle einer Ablehnung durch die EU können Sie auf nationale Anmeldungen in Ländern ohne Konflikte umstellen – dies ist jedoch mit zusätzlichen Kosten und Zeitaufwand verbunden. In risikoreichen Situationen empfiehlt sich die frühzeitige Anmeldung beim BOIP in Verbindung mit länderspezifischen Registrierungen.
Madrider System: Wie funktioniert es?
- Grundmarke: Sicherstellen, dass die BOIP- oder EUIPO-Registrierung als Grundlage dient.
- Internationale Anmeldung: über BOIP/EUIPO bei der WIPO.
- Länderauswahl: Wählen Sie aus über 130 Mitgliedern aus Madrid.
- Länderbezogene Bewertung: Jedes ausgewählte Land wird separat bewertet (3-18 Monate).
- Zentrale Verwaltung: eine Förderung, eine Eigentumsübertragung über die WIPO.
Vorteil: Eine zentrale Anmeldung für mehrere Länder. Nachteil: In den ersten fünf Jahren abhängig von der Basismarke – geht die Basismarke verloren, gehen auch die internationalen Registrierungen verloren.
Beispielkosten einer internationalen Strategie
Maya plant internationale Expansion für MayaDesign – Expansion nach Großbritannien, in die USA und nach Deutschland:
- BOIP Benelux (Basis): 240 €.
- EUIPO (EU-Basis inkl. Deutschland): 850 €. Hinzu kommen jedoch die doppelten BOIP-Gebühren. Besser: Nur EUIPO als Basis.
- Madrid über EUIPO Basismarke: ~€750 + UK ~€350 + US ~€1.500 = €2.600.
- Gesamtbetrag: 3.450 € für 27 EU-Länder + Großbritannien + USA – deutlich günstiger als die einzelnen nationalen Anträge (5.000 € - 10.000 €).
Ehrliche Empfehlung
Für KMU mit EU-Ambitionen: Direkt zum EUIPO – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für lokale Dienstleistungen (nur Benelux): BOIP genügt. Für globale Pläne: Schrittweiser Aufbau über das Madrider System (zuerst EUIPO als Basis, dann gegebenenfalls länderspezifische Registrierung). Für eine Strategie gegen Produktpiraterie in Asien: Lokale Registrierung in China und Japan ist nahezu unerlässlich (eigenes System neben Madrid).
Weitere Themen: Markenanmeldung, Markenregister und Markenverletzung.
Häufig gestellte Fragen
BOIP (240 €) für ein lokales Unternehmen in den Benelux-Ländern. EUIPO (850 €) für ein EU-orientiertes Unternehmen – 27 Länder zum Vierfachen des BOIP-Preises. Für nahezu jedes KMU mit digitaler Präsenz ist EUIPO die sinnvollere Wahl.
Internationales Markenanmeldesystem über die WIPO. Eine Anmeldung deckt über 130 Länder ab – wählen Sie die gewünschten Märkte aus. Voraussetzung ist eine bestehende Markenanmeldung beim BOIP oder EUIPO. Kosten: Grundgebühr ca. 750 € + 100–1.500 € pro Land.
Eine EU-Marke wird im Falle einer Ablehnung oder eines Widerspruchs in einem Mitgliedstaat vollständig zurückgewiesen. Alternative: Die Umwandlung in nationale Anmeldungen in konfliktfreien Ländern ist mit zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Bei Risiko: Länderstrategie im Vorfeld prüfen.
BOIP: 4–6 Monate. EUIPO: 4–8 Monate. Madrid: Grundantrag 1–3 Monate, anschließend 3–18 Monate pro gewähltem Land für die Prüfung. Internationale Gesamtstrategie: 1–2 Jahre für die vollständige Abdeckung.
Madrider Markenanmeldungen in den ersten 5 Jahren: Wird die Stammmarke (BOIP oder EUIPO) für ungültig erklärt oder gelöscht, erlöschen auch die internationalen Registrierungen. Danach gelten die unabhängigen Marken. Ein wichtiger Grund, die Stammmarke gut zu schützen.
EU-Marken, die vor 2021 bestanden, wurden automatisch in britische Entsprechungen umgewandelt. Neuanmeldungen: separater Antrag beim britischen Patentamt (UKIPO) (ab 170 £) oder über das Madrider System. Das EUIPO ist seit dem Brexit nicht mehr für Großbritannien zuständig.
Beide sind Teil des Madrider Systems – eine Registrierung über die WIPO ist möglich. Asien hat jedoch spezifische Regeln (China hat das „Prioritätsprinzip“ – wer zuerst anmeldet, gewinnt). Für asiatische Märkte im Bereich der Produktpiraterie ist eine lokale Registrierung neben dem Madrider System oft von Anfang an ratsam.