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Sie möchten Ihre Marke in den Benelux-Ländern oder sogar weltweit registrieren? Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen

Markenanmeldung in den Benelux-Staaten (BOIP), der EU (EUIPO) oder weltweit (WIPO/Madrid)? Unterschiede, Kosten und welcher Weg zu Ihren Plänen passt.

Veröffentlicht am 2. Juli 2026 von MKBjuristen.nl
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Markenanmeldungen sind auf drei Ebenen möglich: Benelux (BOIP, 240 €), EU (EUIPO, 850 €) oder weltweit über das Madrider System (WIPO + Länderauswahl). Welcher Weg für Sie der richtige ist, hängt von Ihren Zielmärkten ab – Benelux-orientiert oder international ausgerichtet? Eine EU-Anmeldung bietet Schutz in 27 Ländern zum Vierfachen des BOIP-Preises; das Madrider System ermöglicht die weltweite Einführung mit einem einzigen Basisantrag. Im Folgenden: Vergleich der drei Wege mit Kosten und Strategie.

Die kurze Antwort

  • BOIP (Benelux): € 240, 3 Länder (NL/BE/LU).
  • EUIPO (EU): 850 €, 27 EU-Länder – bester Preis/Abdeckung.
  • Madrid (WIPO): ab 750 € pro Land – für weltweite Tarife.
  • Strategie: Klein anfangen (Benelux oder EU) und in Märkte expandieren, in denen man aktiv ist.

Drei Routen im Vergleich

Einführung einer internationalen Marke

1. BOIP — Benelux

  • Abdeckung: Niederlande, Belgien, Luxemburg.
  • Kosten: 240 € für 1 Unterrichtseinheit, + 27 € für jede weitere Unterrichtseinheit.
  • Gültigkeit: verlängerbar um 10 Jahre.
  • Für: ein lokales Benelux-Unternehmen ohne EU-Ambitionen.
  • Verfahren: 4-6 Monate.

2. EUIPO – Europäische Union

  • Abdeckung: 27 EU-Länder.
  • Kosten: 850 € für die 1. Klasse, +50 € für die 2. Klasse, +150 € für jede weitere Klasse.
  • Gültigkeit: verlängerbar um 10 Jahre.
  • Für: EU-orientierte Unternehmen – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Risiko: Widerspruch aus 27 Ländern möglich, Ablehnung durch 1 Land = vollständige Markenablehnung.

3. Madrider System – weltweit

Benelux, EU oder weltweit
  • Abdeckung: Über 130 Länder weltweit.
  • Kosten: Grundgebühr ca. 750 € + 100–1500 € pro gewähltem Land.
  • Gültigkeit: verlängerbar um 10 Jahre.
  • Für: internationale Pläne außerhalb der EU (Großbritannien, USA, Asien).
  • Erforderlich: bestehende nationale Registrierung als „Basismarke“ (BOIP oder EUIPO).

Welche Route wann?

BOIP genügt für

  • Kleines mittelständisches Unternehmen mit B2C-Fokus in den Benelux-Ländern.
  • Lokale Dienstleistungen (Friseure, Anwälte, Physiotherapeuten).
  • Erste Markenanmeldung als Test.
  • Budget begrenzt — Pilotprojekt.

EUIPO logischer mit

  • Webshop mit Versand innerhalb der EU.
  • SaaS/Software für den EU-Markt.
  • B2B-Dienstleistungen für EU-Kunden.
  • Pläne zur Expansion in Nachbarländer.

Madrid notwendig bei

  • Exporteur nach Großbritannien, USA, Kanada und Asien.
  • Internationaler Franchisenehmer oder Lizenznehmer.
  • Produktion in einem Niedriglohnland mit Markenschutz.
  • Strategie zur Bekämpfung von Produktfälschungen auf globalen Märkten.

EU-Markenrisiko: 1 Ablehnung = vollständige Ablehnung

Die EU-Marke wird in einem Mitgliedstaat aufgrund eines Widerspruchs oder einer Zurückweisung abgelehnt. Beispiel: Ein belgisches Unternehmen mit einer älteren Benelux-Marke legt Widerspruch ein → Die EU-Marke wird auch in den übrigen 26 Mitgliedstaaten zurückgewiesen.

Notfallplan: Im Falle einer Ablehnung durch die EU können Sie auf nationale Anmeldungen in Ländern ohne Konflikte umstellen – dies ist jedoch mit zusätzlichen Kosten und Zeitaufwand verbunden. In risikoreichen Situationen empfiehlt sich die frühzeitige Anmeldung beim BOIP in Verbindung mit länderspezifischen Registrierungen.

Madrider System: Wie funktioniert es?

  1. Grundmarke: Sicherstellen, dass die BOIP- oder EUIPO-Registrierung als Grundlage dient.
  2. Internationale Anmeldung: über BOIP/EUIPO bei der WIPO.
  3. Länderauswahl: Wählen Sie aus über 130 Mitgliedern aus Madrid.
  4. Länderbezogene Bewertung: Jedes ausgewählte Land wird separat bewertet (3-18 Monate).
  5. Zentrale Verwaltung: eine Förderung, eine Eigentumsübertragung über die WIPO.

Vorteil: Eine zentrale Anmeldung für mehrere Länder. Nachteil: In den ersten fünf Jahren abhängig von der Basismarke – geht die Basismarke verloren, gehen auch die internationalen Registrierungen verloren.

Beispielkosten einer internationalen Strategie

Maya plant internationale Expansion für MayaDesign – Expansion nach Großbritannien, in die USA und nach Deutschland:

  • BOIP Benelux (Basis): 240 €.
  • EUIPO (EU-Basis inkl. Deutschland): 850 €. Hinzu kommen jedoch die doppelten BOIP-Gebühren. Besser: Nur EUIPO als Basis.
  • Madrid über EUIPO Basismarke: ~€750 + UK ~€350 + US ~€1.500 = €2.600.
  • Gesamtbetrag: 3.450 € für 27 EU-Länder + Großbritannien + USA – deutlich günstiger als die einzelnen nationalen Anträge (5.000 € - 10.000 €).

Ehrliche Empfehlung

Ein Anwalt für geistiges Eigentum erörtert die internationale Strategie

Für KMU mit EU-Ambitionen: Direkt zum EUIPO – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für lokale Dienstleistungen (nur Benelux): BOIP genügt. Für globale Pläne: Schrittweiser Aufbau über das Madrider System (zuerst EUIPO als Basis, dann gegebenenfalls länderspezifische Registrierung). Für eine Strategie gegen Produktpiraterie in Asien: Lokale Registrierung in China und Japan ist nahezu unerlässlich (eigenes System neben Madrid).

Weitere Themen: Markenanmeldung, Markenregister und Markenverletzung.

Häufig gestellte Fragen

BOIP oder EUIPO?

BOIP (240 €) für ein lokales Unternehmen in den Benelux-Ländern. EUIPO (850 €) für ein EU-orientiertes Unternehmen – 27 Länder zum Vierfachen des BOIP-Preises. Für nahezu jedes KMU mit digitaler Präsenz ist EUIPO die sinnvollere Wahl.

Was ist das Madrider System?

Internationales Markenanmeldesystem über die WIPO. Eine Anmeldung deckt über 130 Länder ab – wählen Sie die gewünschten Märkte aus. Voraussetzung ist eine bestehende Markenanmeldung beim BOIP oder EUIPO. Kosten: Grundgebühr ca. 750 € + 100–1.500 € pro Land.

Was passiert, wenn eine EU-Marke abgelehnt wird?

Eine EU-Marke wird im Falle einer Ablehnung oder eines Widerspruchs in einem Mitgliedstaat vollständig zurückgewiesen. Alternative: Die Umwandlung in nationale Anmeldungen in konfliktfreien Ländern ist mit zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Bei Risiko: Länderstrategie im Vorfeld prüfen.

Wie lange dauert die internationale Registrierung?

BOIP: 4–6 Monate. EUIPO: 4–8 Monate. Madrid: Grundantrag 1–3 Monate, anschließend 3–18 Monate pro gewähltem Land für die Prüfung. Internationale Gesamtstrategie: 1–2 Jahre für die vollständige Abdeckung.

Was versteht man unter der Abhängigkeit von einer Basismarke?

Madrider Markenanmeldungen in den ersten 5 Jahren: Wird die Stammmarke (BOIP oder EUIPO) für ungültig erklärt oder gelöscht, erlöschen auch die internationalen Registrierungen. Danach gelten die unabhängigen Marken. Ein wichtiger Grund, die Stammmarke gut zu schützen.

Großbritannien nach dem Brexit?

EU-Marken, die vor 2021 bestanden, wurden automatisch in britische Entsprechungen umgewandelt. Neuanmeldungen: separater Antrag beim britischen Patentamt (UKIPO) (ab 170 £) oder über das Madrider System. Das EUIPO ist seit dem Brexit nicht mehr für Großbritannien zuständig.

China und Japan?

Beide sind Teil des Madrider Systems – eine Registrierung über die WIPO ist möglich. Asien hat jedoch spezifische Regeln (China hat das „Prioritätsprinzip“ – wer zuerst anmeldet, gewinnt). Für asiatische Märkte im Bereich der Produktpiraterie ist eine lokale Registrierung neben dem Madrider System oft von Anfang an ratsam.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

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