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Was ist ein befristeter Arbeitsvertrag?

Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein zeitlich befristeter Vertrag, der kraft Gesetzes endet. Erläuterung der Kettenregel, der Benachrichtigungspflicht und der Probezeit.

Veröffentlicht am 29. Juli 2026 von MKBjuristen.nl
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Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein zeitlich begrenzter Vertrag, der automatisch zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt – in der Regel zu einem festgelegten Enddatum oder nach Abschluss eines Projekts – ohne Kündigungsfrist endet. Der Vertrag endet kraft Gesetzes. Es gibt jedoch einige gesetzliche Regelungen: Die Kettenregel begrenzt die Anzahl befristeter Verträge, es besteht eine Kündigungspflicht, und die Probezeit ist zeitlich begrenzt. Wer diese Regeln missachtet, riskiert, früher als erwartet einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten.

Die kurze Antwort

  • Was: Ein Arbeitsvertrag, der zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt endet (Enddatum, Projekt oder Ersatztermin).
  • Beendigung: kraft Gesetzes – keine Kündigungsmitteilung oder Entlassungsgenehmigung erforderlich.
  • Kettenregelung: maximal 3 Verträge in 36 Monaten; danach unbefristet.
  • Kündigungsfrist: Bei Verträgen mit einer Laufzeit von 6 Monaten oder länger müssen Sie mindestens 1 Monat im Voraus schriftlich mitteilen, ob Sie den Vertrag verlängern möchten.
  • Probezeit: nicht zulässig bei Verträgen mit einer Laufzeit von 6 Monaten oder weniger.
  • Vorzeitige Kündigung: nur möglich, wenn im Vertrag vorgesehen.

Warum ein befristeter Vertrag?

Arbeitgeber und Arbeitnehmer besprechen einen befristeten Arbeitsvertrag
  • Flexibilität. Sie sind nicht sofort an einen unbefristeten Vertrag gebunden, beispielsweise für neue Positionen oder einen unsicheren Auftragsbestand.
  • Probezeit. Sie lernen den Mitarbeiter kennen, bevor Sie ihm einen unbefristeten Vertrag anbieten.
  • Spitzen- oder Projektarbeit. Für befristete Beschäftigung (Saisonarbeit, Projektarbeit, Vertretung bei Krankheit oder Urlaub) ist ein befristeter Vertrag besser geeignet.
  • Einfache Kündigung. Der Vertrag endet kraft Gesetzes – Sie müssen kein Kündigungsverfahren über die UWV oder das Amtsgericht durchlaufen.

Wie endet ein befristeter Vertrag?

Ein befristeter Arbeitsvertrag endet automatisch zum vereinbarten Zeitpunkt. Dies kann ein Kalenderdatum sein („bis einschließlich 30. Juni“), aber auch ein objektiv bestimmbarer Zeitpunkt, wie beispielsweise „bis zur Rückkehr des erkrankten Mitarbeiters“ oder „bis zum Abschluss des Projekts X“. Wichtig ist, dass das Ende objektiv bestimmbar ist; andernfalls kann es sich um einen unbefristeten Vertrag handeln.

Da der Vertrag kraft Gesetzes endet, sind weder eine Kündigungsfrist noch eine Entlassungsgenehmigung oder eine Abfindung erforderlich. Bitte beachten Sie: Sie sind zur Zahlung der Abfindung , wenn das Arbeitsverhältnis auf Initiative des Arbeitgebers endet oder nicht fortgesetzt wird – auch im Falle eines auslaufenden befristeten Arbeitsvertrags.

Die Kettenregelung

Diagramm zur Kettenregel für befristete Verträge

Die Kettenregel legt fest, wann eine Reihe befristeter Verträge in einen unbefristeten Vertrag umgewandelt wird. Bei demselben Mitarbeiter sind maximal folgende Vertragsabschlüsse zulässig:

  • 3. befristete Verträge abschließen oder
  • befristete Verträge für einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten.

Bei einem vierten Vertrag oder einer Laufzeit von mehr als 36 Monaten entsteht automatisch ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Die Vertragskette wird nur bei einer Unterbrechung von mehr als sechs Monaten. Beträgt die Unterbrechung sechs Monate oder weniger, bleiben die vorherigen Verträge bestehen.

Kündigungsfrist und Probezeit

Zwei Regeln, über die viele Arbeitgeber stolpern:

  • Kündigungsfrist. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von sechs Monaten oder länger müssen Sie den Vertragspartner spätestens einen Monat vor Vertragsende schriftlich darüber informieren, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen Sie den Vertrag verlängern möchten. Versäumen Sie diese Frist oder erfolgt die Kündigung zu spät, ist eine anteilige Kündigungsgebühr (maximal ein Monatsgehalt) fällig.
  • Probezeit. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von bis zu sechs Monaten ist keine Probezeit zulässig. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von mehr als sechs Monaten bis zu zwei Jahren beträgt die maximale Probezeit einen Monat; bei Verträgen mit einer Laufzeit von zwei Jahren oder länger maximal zwei Monate. Eine Probezeit bedarf stets der Schriftform.

Vorzeitige Beendigung

Grundsätzlich ist eine vorzeitige Kündigung eines befristeten Vertrags nicht möglich. Möchten Sie sich diese Option offenhalten – beispielsweise bei unbefriedigenden Ergebnissen –, muss der Vertrag eine Klausel zur vorzeitigen Kündigung enthalten. Ohne eine solche Klausel sind Sie grundsätzlich bis zum Vertragsende gebunden, selbst wenn die Zusammenarbeit unbefriedigend ist. Eine vorzeitige Kündigung ohne entsprechende Klausel kann eine Entschädigungszahlung an die andere Vertragspartei nach sich ziehen.

Kleines Beispiel

Ein Installationsunternehmen stellt einen Techniker mit einem 7-Monats-Vertrag ein. Da dieser länger als 6 Monate ist, ist eine einmonatige Probezeit zulässig und die Kündigungspflicht besteht. Der Arbeitgeber vergisst jedoch, einen Monat vor Vertragsende zu kündigen und informiert den Arbeitnehmer erst am letzten Arbeitstag darüber, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Die Folge: eine Abfindung in Höhe von etwa einem Monatsgehalt, während das Arbeitsverhältnis einfach endet. Eine kurze schriftliche Kündigung hätte dies verhindert.

Der befristete Vertrag endet kraft Gesetzes am Enddatum

Ehrliche Empfehlung

Rechtsexperte berät zu einem befristeten Arbeitsvertrag

Für einen einzelnen, kurzen befristeten Vertrag mit Standardbedingungen benötigen Sie in der Regel keinen Anwalt – eine korrekte Vertragsvorlage mit dem richtigen Enddatum, einem Kündigungstermin im Kalender und der Angabe, ob eine Probezeit besteht oder nicht, genügt. Die Beratung durch einen Anwalt ist ratsam, sobald die Angelegenheit komplexer wird: bei einer Reihe von Verträgen, bei denen die Regel der Vertragskette die Gefahr birgt, dass sich der Vertrag in einen unbefristeten Vertrag verwandelt, bei einer Klausel zur vorzeitigen Beendigung, bei einer Abwerbe- oder Wettbewerbsverbotsklausel in einem befristeten Vertrag oder bei Unklarheiten bezüglich der Kündigungspflicht. Tragen Sie in jedem Fall den Kündigungstermin und das Ende der Vertragskette in Ihren Kalender ein – das beugt den meisten Fehlern vor.

Lesen Sie mehr: Sehen Sie sich den befristeten Arbeitsvertrag, lesen Sie, wie man einen befristeten Vertrag aufsetzt und welche Fallstricke es zu vermeiden gilt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein befristeter Arbeitsvertrag?

Ein befristeter Vertrag, der zu einem festgelegten Zeitpunkt endet: einem Enddatum, dem Abschluss eines Projekts oder der Rückkehr eines ersetzten Kollegen. Er endet kraft Gesetzes, also ohne Kündigungsfrist oder Entlassungsbewilligung. Die Regelungen zur Vertragskette, die Benachrichtigungspflicht und die Bestimmungen zur Probezeit gelten jedoch.

Wie oft kann ein befristeter Vertrag verlängert werden?

Gemäß der Kettenregel sind maximal drei befristete Arbeitsverträge innerhalb von maximal 36 Monaten zulässig. Mit einem vierten Vertrag oder nach Überschreiten der 36 Monate entsteht automatisch ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Die Kette wird erst nach einer Unterbrechung von mehr als sechs Monaten unterbrochen.

Muss ich eine Mitteilung ausstellen?

Ja, bei Verträgen mit einer Laufzeit von 6 Monaten oder länger. Sie müssen mindestens einen Monat vor Vertragsende schriftlich mitteilen, ob und unter welchen Bedingungen Sie den Vertrag verlängern möchten. Andernfalls ist eine Kündigungsentschädigung in Höhe eines Monatsgehalts fällig, die anteilig berechnet wird.

Ist eine Probezeit bei einem befristeten Vertrag zulässig?

Nicht für Verträge mit einer Laufzeit von 6 Monaten oder weniger. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von mehr als 6 Monaten bis zu 2 Jahren ist eine Probezeit von maximal 1 Monat zulässig; bei 2 Jahren oder länger maximal 2 Monate. Die Probezeit muss schriftlich vereinbart werden; andernfalls ist sie unwirksam.

Kann ich einen befristeten Vertrag vorzeitig beenden?

Nur wenn der Vertrag eine Klausel zur vorzeitigen Kündigung enthält. Ohne diese Klausel läuft der Vertrag bis zum vereinbarten Enddatum weiter, selbst wenn die Zusammenarbeit unbefriedigend verläuft. Eine vorzeitige Kündigung ohne eine solche Klausel kann zu Schadensersatzansprüchen gegen die andere Vertragspartei führen.

Wann wird ein befristeter Vertrag automatisch unbefristet?

Bei einem vierten befristeten Vertrag oder nach Überschreiten von 36 Monaten befristeter Verträge innerhalb derselben Kette kann eine Verlängerung erfolgen. Eine Verlängerung ist auch möglich, wenn Sie einen auslaufenden Vertrag stillschweigend weiterlaufen lassen. Behalten Sie daher die Anzahl der Verträge und deren Gesamtlaufzeit genau im Auge.

Erhält der Mitarbeiter bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Übergangszahlung?

Endet das Arbeitsverhältnis oder wird es auf Initiative des Arbeitgebers nicht fortgesetzt, ist eine Übergangszahlung fällig – auch bei einem befristeten Vertrag, der kraft Gesetzes ausläuft. Die Höhe der Zahlung richtet sich nach dem Gehalt und der Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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