Konflikte sind in jedem Arbeitsbereich unvermeidlich, doch glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie beizulegen, ohne sofort vor Gericht gehen zu müssen. Zwei wichtige Formen der alternativen Streitbeilegung sind Mediation und Schiedsverfahren. Obwohl sie manchmal verwechselt werden, unterscheiden sie sich grundlegend. Die Unterschiede betreffen unter anderem die Vorgehensweise, die Formalität und die Kosten. Beide bieten jedoch Vorteile gegenüber Gerichtsverfahren.
Was ist Mediation?
Bei einer Mediation beauftragen die Parteien freiwillig eine neutrale dritte Person, den Mediator. Dieser unterstützt sie dabei, eine gemeinsame Lösung zu finden. Im Mittelpunkt der Mediation stehen die gegenseitige Kommunikation, das gemeinsame Verhandeln und die Wiederherstellung des Vertrauens. Der Mediator leitet den Prozess, trifft aber keine bindende Entscheidung. In manchen Fällen kann er Vorschläge unterbreiten, um die Parteien einander anzunähern. Letztendlich müssen die Parteien die Lösungen jedoch selbst erarbeiten und akzeptieren. Dadurch behalten sie die volle Kontrolle über das Ergebnis.
Mediation ist grundsätzlich zugänglicher, flexibler und informeller als ein Gerichtsverfahren. Es gibt keine strengen Verfahrensregeln, sofern die Parteien nichts anderes vereinbaren. Vertraulichkeit und freiwillige Zustimmung sind wesentliche Merkmale. Bei erfolgreicher Mediation wird das Ergebnis in einer rechtsverbindlichen Vereinbarung festgehalten.
Was ist ein Schiedsverfahren?
Die Schiedsgerichtsbarkeit geht noch einen Schritt weiter. Die beteiligten Parteien wählen einen unabhängigen Experten, den Schiedsrichter. Dieser trifft eine verbindliche Entscheidung über den Streitfall. Der Schiedsrichter hört beide Parteien an und bewertet die Fakten und Argumente. Anschließend fällt er ein Urteil, das – wie ein Gerichtsurteil – vollstreckbar ist. Schiedsverfahren werden häufig in Branchen eingesetzt, in denen Fachwissen über die Streitsache von Bedeutung ist, beispielsweise im Bau- oder Schifffahrtssektor. Dies wird als branchenspezifische Schiedsgerichtsbarkeit. In diesem Fall können die beteiligten Parteien vor oder nach Entstehung des Konflikts vereinbaren, sich dem Schiedsspruch zu unterwerfen.
Das Schiedsverfahren ist formeller als eine Mediation, bietet aber dennoch mehr Flexibilität als ein Gerichtsverfahren: Die Parteien können beispielsweise eigene Vereinbarungen zur Zusammensetzung des Schiedsgerichts und zum Verfahrensablauf treffen. Schiedsverfahren sind (in der Regel) vertraulich und nicht öffentlich. Sie können schneller sein als ein Gerichtsverfahren. Im Allgemeinen sind sie jedoch teurer als eine Mediation.
Wesentliche Unterschiede zwischen Mediation und Schiedsverfahren
Sowohl Mediation (Mediationsklausel) als auch Schiedsverfahren (Schiedsklausel) können im Voraus vertraglich vereinbart und verbindlich gemacht werden, basieren aber grundsätzlich auf freier Wahl. Man kann sich auch erst nach Entstehung des Konflikts dafür entscheiden. Insofern ähneln sich Mediation und Schiedsverfahren sehr. Ein wesentlicher Unterschied liegt vor allem im Urteil. Auch die Arbeitsweise ist unterschiedlich. Ein Mediator unterstützt die Parteien bei der Lösungsfindung, während ein Schiedsrichter ein verbindliches Urteil fällt. Zudem ist das Schiedsverfahren formeller, da der Schiedsrichter das Ergebnis festlegt, während die Parteien bei der Mediation mehr Einfluss auf das Ergebnis behalten. Beide Verfahren sind in der Regel schneller als Gerichtsverfahren. Mediation ist im Allgemeinen die kostengünstigste Option; Schiedsverfahren können aufgrund höherer Sachverständigenhonorare teurer sein.