Arbeitsfragen

Muss ich meinem Mitarbeiter am Ende des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsbescheinigung ausstellen?

Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses müssen Sie dem Arbeitnehmer eine Arbeitsbescheinigung ausstellen, jedoch nur auf dessen Verlangen. Die Bescheinigung muss in jedem Fall Art der Tätigkeit, Arbeitszeit und Beginn des Arbeitsverhältnisses enthalten.

Veröffentlicht am 11. November 2021 von MKBjuristen.nl
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Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses sind Sie verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine Arbeitsbescheinigung auszustellen, sofern dieser diese verlangt. Laut Gesetz muss die Bescheinigung in jedem Fall die Art der Tätigkeit, die Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie den Beginn und das Ende des Arbeitsverhältnisses enthalten (Artikel 7:656 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches). Eine fehlerhafte, unnötig negative oder verweigerte Arbeitsbescheinigung kann Sie haftbar machen. Sie dürfen nicht zum Nachteil des Arbeitnehmers von diesen Regeln abweichen.

Es stimmt, dass Sie am Ende des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsbescheinigung ausstellen müssen – allerdings nur auf Verlangen des Arbeitnehmers. Diese muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, und die korrekte Erstellung ist wichtig, da Sie sonst haftbar gemacht werden könnten.

Erforderliche und optionale Inhalte

Die Verpflichtung ergibt sich aus Artikel 7:656 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches, der auch den Inhalt festlegt. Folgende Angaben sind zwingend erforderlich: Art der ausgeführten Arbeit, Arbeitszeit (pro Tag oder pro Woche) sowie Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses.

Optional – und nur auf Wunsch des Mitarbeiters – können Sie darlegen, wie er seine Pflichten erfüllt hat, wie das Arbeitsverhältnis beendet wurde und warum Sie es beendet haben. Wenn der Mitarbeiter beispielsweise nicht möchte, dass der Kündigungsgrund genannt wird, können Sie dies selbstverständlich unterlassen.

Haftung im Falle eines Fehlers oder einer negativen Kundenmeinung

Der Arbeitnehmer nutzt das Arbeitszeugnis üblicherweise, um leichter eine neue Stelle zu finden; damit dokumentiert er seinen beruflichen Werdegang. Genau deshalb darf es keine falschen Angaben enthalten. Das Gesetz sieht vor, dass Sie für Schäden haften können, die durch falsche Angaben entstehen: Sind Ihre Angaben zu positiv und wird der Arbeitnehmer dadurch fälschlicherweise eingestellt, kann der neue Arbeitgeber Sie haftbar machen. Auch der ausscheidende Arbeitnehmer kann Sie haftbar machen, wenn Sie unnötig negative Informationen angeben oder die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses verweigern.

Abweichende Vereinbarungen

Sie dürfen im Arbeitsvertrag beispielsweise nicht festlegen, dass keine Arbeitsbescheinigung ausgestellt wird oder dass diese kürzer als gesetzlich vorgeschrieben ausfallen soll: Abweichungen zum Nachteil des Arbeitnehmers sind verboten. Zu seinen Gunsten sind sie jedoch zulässig. Insbesondere bei einer einvernehmlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird in einer Abfindungsvereinbarung , dass eine positiv formulierte Arbeitsbescheinigung ausgestellt wird – schließlich hat eine bloße Bescheinigung wenig Mehrwert. Solche Vereinbarungen zugunsten des Arbeitnehmers sind gültig, Lügen hingegen nicht.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich immer ein Zertifikat vorlegen?

Nur wenn der Mitarbeiter es verlangt. In diesem Fall sind Sie verpflichtet, ein den gesetzlichen Anforderungen entsprechendes Zertifikat auszustellen.

Was ist die Mindestanforderung?

Die Art der Tätigkeit, die Arbeitszeiten sowie der Beginn und das Ende des Arbeitsverhältnisses. Zusätzliche (positive oder negative) Informationen nur auf Wunsch des/der Arbeitnehmers/in.

Kann ich für ein Zertifikat haftbar gemacht werden?

Ja. Im Falle falscher Informationen, einer unnötig negativen Referenz oder einer Ablehnung können Sie gegenüber dem neuen Arbeitgeber oder dem Arbeitnehmer haftbar gemacht werden.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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