MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
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Eine Niedrigpreisgarantie ist wirtschaftlich wirkungsvoll, darf aber nicht irreführend sein: Zu viele versteckte Schwellenwerte und Ausnahmen machen die Garantie unfair und können zu Beschwerden bei der Wettbewerbsbehörde oder dem Werbekodexausschuss führen. Darüber hinaus droht bei der Verwendung von Paritäts- oder Bestpreisklauseln gegenüber Lieferanten oder Plattformen das Kartellverbot. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die damit verbundenen rechtlichen Risiken und wie Sie eine Niedrigpreisgarantie korrekt implementieren.
Was ist eine Tiefstpreisgarantie?
Mit einer Tiefstpreis- oder Bestpreisgarantie versprechen Sie dem Kunden den niedrigsten Preis – wobei dies keineswegs immer national oder global gelten muss. Schließlich können Sie an eine solche Garantie Bedingungen knüpfen. Beispiele:
- der niedrigste Preis in einem Umkreis von beispielsweise dreißig Kilometern um das Geschäft;
- Die Garantie gilt nur für eine begrenzte Anzahl von Produkten oder für Produkte mit einem bestimmten Gütesiegel.
Das Kleingedruckte legt fest, wann Sie den niedrigsten Preis garantieren müssen und wann nicht. Es informiert den Verbraucher auch darüber, was er tun kann, wenn er anderswo einen niedrigeren Preis findet – und wie Sie darauf reagieren. Beispielsweise können Sie den Preis nachträglich anpassen oder das Produkt als Entschädigung kostenlos abgeben.
Eine Niedrigpreisgarantie darf nicht irreführend sein
Eine Bestpreisgarantie kann Verbraucher überzeugen, doch Vorsicht ist geboten. Die britische Verbraucherschutzbehörde (ACM) bezeichnete solche Angebote bereits als „unsinnige Werbeaktionen“, und der britische Werbekodex-Ausschuss (RCC) urteilte in der Vergangenheit, dass diese Garantien eine unlautere Werbeform darstellen können. Werden zu viele Schwellenwerte und Ausnahmen angewendet – und diese gut versteckt –, kann die Garantie unlauter werden.
Verbraucher, die sich getäuscht fühlen, können eine Beschwerde bei der ACM oder der RCC einreichen. In der Vergangenheit hat der Verbraucherverband (Consumentenbond) viele solcher Fälle aufgedeckt und der RCC gemeldet.
Die Botschaft ist klar: Wenn Sie sich für eine solche Garantie entscheiden, dann tun Sie dies aufrichtig und führen Sie den Verbraucher nicht hinters Licht.
Paritätsklauseln und das Kartellverbot
Täuschung ist nicht das einzige Risiko. Ein bekanntes Beispiel sind die Paritätsklauseln in Verträgen zwischen Booking.com und Dutzenden deutschen Hotels. Eine solche Klausel verbietet Hotels, anderswo bessere Konditionen anzubieten, sodass die Plattform den besten Preis garantieren kann. Diese Verträge sind auch als Bestpreisklauseln oder Meistbegünstigungsklauselnbekannt.
Das Amsterdamer Bezirksgericht legte dem Gerichtshof der Europäischen Union die Frage vor, ob diese Klauseln unter das Kartellverbot fallen. Booking.com hatte die Klausel bereits 2015 unter Druck europäischer Wettbewerbsbehörden geändert und daraufhin von der deutschen Wettbewerbsbehörde eine Geldbuße erhalten, die 2021 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. Hinweis: Die rechtliche Beurteilung von Paritätsklauseln hat sich seither weiterentwickelt – bitte prüfen Sie den aktuellen Stand der Rechtsprechung und des Wettbewerbsrechts, bevor Sie sich darauf verlassen.
Worauf sollten Sie achten?
- Seien Sie hinsichtlich der Bedingungen transparent; verschweigen Sie keine Schwellenwerte und Ausnahmen.
- Machen Sie im Voraus deutlich, was der Kunde tun muss, wenn er woanders einen niedrigeren Preis findet, und wie Ihre Reaktion darauf ausfällt.
- Stellen Sie sicher, dass die Garantie durchsetzbar und aufrichtig ist.
- Vorsicht ist geboten bei Paritäts-/Meistbegünstigungsklauseln: Sie können gegen das Kartellverbot verstoßen, sind aber manchmal genau notwendig, um den niedrigsten Preis zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich an eine Niedrigpreisgarantie Bedingungen knüpfen?
Ja, vorausgesetzt, sie sind transparent und nicht irreführend. Sie können die Garantie beispielsweise auf eine Region oder bestimmte Produkte beschränken, solange dies für den Verbraucher klar ist.
Wann ist eine Niedrigpreisgarantie irreführend?
Wenn man so viele Schwellenwerte und Ausnahmen anwendet oder diese so effektiv versteckt, dass die Garantie in der Praxis kaum noch Bedeutung hat, kann dies eine unlautere Werbung darstellen, und Verbraucher können eine Beschwerde bei der ACM oder RCC einreichen.
Sind Paritätsklauseln verboten?
Das hängt von den Umständen und der Art der Klausel ab. Sie kann das Kartellverbot beeinträchtigen. Lassen Sie solche Vereinbarungen daher im Vorfeld rechtlich prüfen.
An wen kann sich ein Verbraucher wegen einer irreführenden Preisgarantie wenden?
Bei der Verbraucherschutzbehörde (ACM) und dem Werbekodex-Ausschuss (RCC).
Rechtsberatung zu Tiefstpreisgarantien?
Eine Niedrigpreisgarantie lockt viele Kunden an, doch eine fehlerhafte Ausgestaltung kann zu Beschwerden oder kartellrechtlichen Problemen führen. Lassen Sie daher Ihre Aktionsbedingungen und etwaige Gleichbehandlungsklauseln im Voraus prüfen.
Unsere für Handels- und Vertragsrecht helfen Ihnen gerne weiter. Möchten Sie auch Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen aktualisieren? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch.