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Was ist ein Praktikumsvertrag? Erklärung und Anwendung

Was ist ein Praktikumsvertrag? Erläuterung der Rolle, wann man ihn benötigt und worauf man im KMU-Sektor achten sollte.

Veröffentlicht am 10. September 2026 von MKBjuristen.nl
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Was ist ein Praktikumsvertrag? Es handelt sich um eine schriftliche Vereinbarung zwischen einem Praktikanten, einer Bildungseinrichtung und einem Praktikumsunternehmen. Darin wird festgehalten, dass der Praktikant Berufserfahrung sammelt, um zu lernen, und nicht, um produktive Arbeit zu leisten. Dieses Lernziel ist der rechtliche Kernpunkt: In einem echten Praktikum steht das Lernen an erster Stelle, und der Praktikant leistet keine Arbeit, die primär dem Unternehmen zugutekommt. Folglich besteht kein Arbeitsvertrag und kein Anspruch auf (Mindest-)Gehalt. Sobald der Praktikant jedoch in die reguläre Produktion eingebunden wird, kann das Praktikum rechtlich in einen Arbeitsvertrag umgewandelt werden, mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

Die kurze Antwort

  • Ein Praktikumsvertrag legt fest, dass der Praktikant lernt, nicht dass er als Angestellter arbeitet.
  • Es handelt sich um eine dreiseitige Vereinbarungzwischen Praktikant, Bildungseinrichtung und Praktikumsunternehmen.
  • Für ein echtes Praktikum besteht kein Anspruch auf Mindestlohn; eine Praktikumsvergütung ist zulässig, aber nicht obligatorisch.
  • Fehlt das Lernziel und verrichtet der Praktikant gewöhnliche Arbeiten, kann dies ein verdecktes Beschäftigungsverhältnis (Art. 7:610 BW).
  • Die tatsächliche Leistung zählt, nicht das Wort „Praktikum“ über dem Vertrag.
Was ist ein Praktikumsvertrag? Praktikant und Betreuer besprechen den Vertrag gemeinsam im Büro

Was genau ist ein Praktikumsvertrag?

Ein Praktikumsvertrag regelt die rechtlichen Beziehungen während eines Praktikums. Anders als ein Arbeitsvertrag geht es nicht um entgeltliche Arbeitsleistung, sondern um den Erwerb von Wissen und Erfahrung im Rahmen eines Ausbildungsprogramms. Daher sind üblicherweise drei Parteien beteiligt: ​​der Praktikant/die Praktikantin, die Schule oder Bildungseinrichtung und das Unternehmen, in dem das Praktikum stattfindet. Die Bildungseinrichtung überwacht die Erreichung der Lernziele, während das Unternehmen das praktische Umfeld und die Betreuung bereitstellt.

Im Praktikumsvertrag werden unter anderem folgende Punkte festgelegt: der Praktikumsplan mit Lernzielen, Dauer und Umfang des Praktikums, die/der Betreuer/in, eine etwaige Praktikumsvergütung, Vereinbarungen zu Vertraulichkeit und geistigem Eigentum sowie Versicherung und Haftung. Auch das Arbeitsgesetz ist wichtig: Es gilt auch für Praktikanten, daher muss das Unternehmen für einen sicheren Arbeitsplatz und eine angemessene Einarbeitung sorgen.

Praktikum oder Arbeitsvertrag: der Unterschied

Die rechtliche Unterscheidung beruht auf drei Merkmalen eines Arbeitsvertrags gemäß Artikel 7:610 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches: Arbeit, Lohn und ein Weisungsverhältnis. Bei einem echten Praktikum fehlt das Element „Arbeit“ im rechtlichen Sinne. Der Praktikant arbeitet unter Anleitung an Lernzielen und leistet keine produktive Arbeit, die primär dem Arbeitgeber zugutekommt. Folglich besteht kein Arbeitsvertrag und somit auch kein Anspruch auf Mindestlohn nach dem Mindestlohn- und Mindesturlaubsgeldgesetz.

Vergleich zwischen einem lernorientierten Praktikum und regulärer produktiver Arbeit

Die Abgrenzung ist nicht immer klar. Ein Praktikant kann durchaus mitwirken und Aufgaben übernehmen, solange das Lernen im Vordergrund steht und durch eine angemessene Anleitung begleitet wird. Verschiebt sich der Schwerpunkt jedoch auf selbstständiges Arbeiten ohne Lernbetreuung, ändert sich auch die rechtliche Qualifikation.

Wann liegt ein verdecktes Arbeitsverhältnis vor?

Ein verdecktes Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn der Praktikant faktisch wie ein Angestellter agiert. Anzeichen dafür sind: Der Praktikant ersetzt einen festangestellten Mitarbeiter, arbeitet selbstständig in der Produktion, erhält kaum oder gar keine Anleitung und es gibt kaum ein konkretes Lernziel. In diesem Fall kann das Gericht entscheiden, dass dennoch ein Arbeitsvertrag besteht, selbst wenn dieser von einem „Praktikum“ spricht. Die Bezeichnung ist nicht ausschlaggebend; die tatsächliche Leistung zählt.

Die Folgen sind gravierend. Bei Scheinselbstständigkeit gelten Lohn- und Mindestlohnansprüche, Urlaubsanspruch, Kündigungsschutz und andere arbeitsrechtliche Bestimmungen rückwirkend. Ein Unternehmen, das einen Praktikanten jahrelang als billige Arbeitskraft beschäftigt, läuft daher Gefahr, ausstehende Löhne nachzahlen zu müssen.

Ein kurzes Beispiel: Ein KMU setzt einen „Praktikanten“ fünf Tage die Woche selbstständig an der Kasse und im Lager ein – ohne Praktikumsplan oder Betreuer. Formal spricht man von einem Hospitationspraktikum, faktisch ersetzt es aber eine reguläre Arbeitsstelle. Genau in dieser Situation kann das Praktikum rechtlich als Arbeitsvertrag gelten.

Arten von Praktika

Überblick über Praktikumsarten: Hospitationspraktikum, Arbeitspraktikum und Abschlusspraktikum
  • Hospitationspraktikum (Schnupperpraktikum). Kurz und orientierungsorientiert. Der Praktikant/Die Praktikantin beobachtet und führt unter Anleitung leichte Aufgaben aus. Oft unbezahlt und nach einem Schulmodell.
  • Praktikum (praktische Ausbildung). Länger und intensiver, oft auf Managementebene (BBL/BOL). Der Praktikant/Die Praktikantin beteiligt sich aktiver, das Lernziel bleibt jedoch bestehen. Hier ist das Risiko einer Scheinselbstständigkeit am größten, daher sind klare Vereinbarungen wichtig.
  • Praktikum im Rahmen des Studienabschlusses. An einer Fachhochschule oder Universität, mit Schwerpunkt auf Forschungs- oder Abschlussarbeiten. Der Praktikant arbeitet weitgehend selbstständig, jedoch an einer klar definierten Lernaufgabe.

Aus steuerlicher Sicht gilt Folgendes: Eine tatsächliche Praktikumsvergütung ist nicht verpflichtend, aber zulässig. Kosten oder Praktikumsvergütungen können im Rahmen einer gezielten Steuerbefreiung bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei erstattet werden. Bei Scheinselbstständigkeit hingegen gelten der reguläre Mindestlohn und die entsprechenden Abzüge.

Ehrliche Empfehlung

Ein Unternehmer berät sich mit einem Anwalt bezüglich eines Praktikumsvertrags

Man braucht nicht immer einen Anwalt. Für ein kurzes, standardmäßiges unbezahltes Hospitationspraktikum, bei dem die Bildungseinrichtung ein eigenes Praktikumsmodell anbietet, kann man dieses Modell problemlos nutzen. Solange ein klares Lernziel, Betreuung und eine begrenzte Dauer vorhanden sind und der Praktikant keinen festangestellten Mitarbeiter ersetzt, ist das Risiko gering.

Bei größeren Risiken – wie einem längeren Praktikum, einer Praktikumsvergütung, dem Zugang zu vertraulichen Daten oder geistigem Eigentum oder der selbstständigen Mitarbeit eines Praktikanten in der Produktion – sollten Sie sich umgehend rechtlich beraten lassen. In solchen Fällen ist ein solider Praktikumsvertrag, der eine Scheinselbstständigkeit verhindert, ratsam. Sind Sie sich unsicher, ob Ihr Fall noch als echtes Praktikum gilt? Dann ist eine kurze rechtliche Prüfung günstiger als eine spätere Steuernachzahlung.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Praktikumsvertrag?

Ein Praktikumsvertrag ist die schriftliche Vereinbarung zwischen einem Praktikanten, einer Bildungseinrichtung und dem Praktikumsunternehmen. Er legt fest, dass der Praktikant unter Anleitung lernt und Berufserfahrung sammelt und keine produktive Arbeit verrichtet, die primär dem Unternehmen zugutekommt. Bei einem echten Praktikum besteht kein Arbeitsvertrag und kein Anspruch auf Mindestlohn.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Praktikum und einem Arbeitsvertrag?

Ein Arbeitsvertrag (Art. 7:610 BW) beinhaltet Arbeit, Lohn und ein Weisungsverhältnis. Bei einem echten Praktikum fehlt das Arbeitselement im rechtlichen Sinne: Im Vordergrund steht das Lernen, und der Praktikant leistet keine produktive Arbeit. Verlagert sich der Schwerpunkt auf selbstständiges Arbeiten ohne Aufsicht, kann dennoch ein Arbeitsvertrag vorliegen.

Wann stellt ein Praktikum ein verdecktes Arbeitsverhältnis dar?

Wenn der Praktikant in der Praxis wie ein Angestellter arbeitet – also einen festangestellten Mitarbeiter vertritt, selbstständig an der Produktion mitwirkt, wenig Anleitung erhält und kaum Lernziele verfolgt –, kann das Gericht entscheiden, dass ein Arbeitsvertrag besteht, selbst wenn im Vertrag von einem „Praktikum“ die Rede ist. Entscheidend ist die tatsächliche Leistung, nicht die Bezeichnung.

Hat ein Praktikant Anspruch auf Lohn?

Dies gilt nicht für ein reguläres Praktikum. Da kein Arbeitsvertrag vorliegt, besteht kein Anspruch auf den Mindestlohn gemäß dem Mindestlohn- und Urlaubsgeldgesetz. Eine Praktikumsvergütung ist zulässig, aber nicht verpflichtend. Bei einer Scheinselbstständigkeit hingegen gilt der Mindestlohn.

Ist eine Praktikumsvergütung obligatorisch?

Nein, eine Praktikumsvergütung ist für ein reguläres Praktikum nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Unternehmen zahlen jedoch eine Aufwandsentschädigung oder ein Praktikumsgeld. Dieses kann innerhalb bestimmter Grenzen über eine spezielle Steuerbefreiung steuerfrei erstattet werden. Bei einer Scheinselbstständigkeit gilt jedoch der reguläre Mindestlohn.

Welche Arten von Praktika gibt es?

Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten: das Hospitationspraktikum (kurz und lehrreich), das Praktikum oder die berufliche Ausbildung (länger und intensiver, oft auf MBO-Niveau) und das Abschlusspraktikum (an einer Fachhochschule oder Universität, mit dem Ziel einer Abschlussarbeit). Das Risiko einer verdeckten Beschäftigung ist beim Praktikum am größten.

Gilt das Arbeitsbedingungengesetz auch für Praktikanten?

Ja. Das Arbeitsgesetz gilt auch für Praktikanten. Das Praktikumsunternehmen muss, genau wie bei seinen eigenen Mitarbeitern, für einen sicheren Arbeitsplatz, eine angemessene Einarbeitung und die notwendige Schutzausrüstung sorgen. Daher sind Haftung und Versicherung auch im Praktikumsvertrag geregelt.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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