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Was ist ein Managementvertrag? Erklärung und Anwendung

Was ist ein Managementvertrag? Erläuterung seiner Rolle, wann man ihn benötigt und worauf KMU achten sollten.

Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 von MKBjuristen.nl
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Was ist ein Managementvertrag? Es handelt sich um einen Dienstleistungsvertrag, in dem eine Management-BV oder Holdinggesellschaft einer anderen BV, in der Regel der operativen Gesellschaft, gegen Entgelt administrative oder Managementdienstleistungen erbringt. Der geschäftsführende Hauptgesellschafter ist somit nicht als Angestellter der operativen Gesellschaft tätig, sondern stellt die Leistungen über seine eigene Holdinggesellschaft in Rechnung. Dies spart Lohnsteuer und bietet strukturelle Vorteile, birgt aber auch ein Risiko: Sollten die Finanzbehörden oder ein Gericht die Beziehung als Scheinselbstständigkeit einstufen, gelten die arbeitsrechtlichen Bestimmungen weiterhin.

Die kurze Antwort

  • Form: Dienstleistungsvertrag (Art. 7:400 BW), kein Arbeitsvertrag.
  • Parteien: Die Management-BV/Holdinggesellschaft erbringt Dienstleistungen für die operative Gesellschaft.
  • Kern: Der Geschäftsführer-Hauptaktionär übernimmt Aufgaben im Vorstand und in der Geschäftsführung, die Holdinggesellschaft stellt Rechnungen aus.
  • Vergütung: eine Managementgebühr, oft monatlich, exklusive Mehrwertsteuer.
  • Risiko: Auch bei einer faktischen hierarchischen Beziehung kann es sich um ein Beschäftigungsverhältnis handeln.

Was genau ist ein Managementvertrag?

Was ist ein Managementvertrag? Erläuterung für den Geschäftsführer/Hauptaktionär und seine Holdinggesellschaft

Ein Managementvertrag regelt, dass eine juristische Person (die Management-BV oder Holdinggesellschaft) der anderen (der operativen Gesellschaft) Verwaltungs- und Managementdienstleistungen erbringt. Die natürliche Person hinter der Holdinggesellschaft – der Geschäftsführer und Hauptgesellschafter – führt die Arbeiten zwar aus, ist aber rechtlich kein Angestellter der operativen Gesellschaft. Das Vertragsverhältnis besteht zwischen zwei BVs.

Dies ist die übliche Struktur einer Holdinggesellschaft. Der Geschäftsführer und Hauptaktionär hält seine Anteile über die Holdinggesellschaft, die wiederum die Geschäftsführung an die operative Gesellschaft zurückgibt. Dadurch bleiben Verbindlichkeiten, Pensionsansprüche und Vermögen vom operativen Geschäft getrennt.

Der Unterschied im Vergleich zu einem Arbeitsvertrag

Vergleich zwischen Managementvertrag und Arbeitsvertrag

Die rechtliche Unterscheidung ist grundlegend. Ein Arbeitsvertrag weist drei Merkmale auf: Arbeit, Lohn und ein Unterordnungsverhältnis (Art. 7:610 BW). Bei einem Managementvertrag besteht grundsätzlich kein Unterordnungsverhältnis – die Holdinggesellschaft erbringt eine Dienstleistung als selbstständiger Auftragnehmer, nicht als Angestellter.

  • Kündigungsschutz. Arbeitnehmer genießen Kündigungsschutz; Auftragnehmer nicht. Der Vertrag endet gemäß den vereinbarten Kündigungsregeln.
  • Lohnsteuer. Auf die Managementgebühr wird keine Lohnsteuer einbehalten; die Holdinggesellschaft stellt die Rechnung inklusive Mehrwertsteuer aus und führt diese selbst ab.
  • Fortzahlung der Vergütung während der Krankheit. Die operative Gesellschaft ist nicht verpflichtet, während der Krankheit des Geschäftsführers/Hauptaktionärs Gehalt zu zahlen; dies übernimmt die Holdinggesellschaft selbst.
  • Haftung. Die Holdinggesellschaft ist Vertragspartnerin, wodurch die persönliche Haftung der DGA beschränkt ist (mit Ausnahme der Haftung der Geschäftsführer).

Die hierarchische Beziehung und das VAR-Risiko

Risiko einer hierarchischen Beziehung im Managementvertrag

Im Mittelpunkt steht das hierarchische Verhältnis. Die Erklärung über das Beschäftigungsverhältnis (VAR) wurde 2016 abgeschafft; seither beurteilt die Steuer- und Zollverwaltung das tatsächliche Beschäftigungsverhältnis selbst, unter anderem auf Grundlage des DBA-Gesetzes. Ist eine Entsendung formal angegeben, arbeitet der Geschäftsführer/Hauptgesellschafter aber faktisch als Angestellter, können die Steuerbehörden dennoch zusätzliche Lohnsteuer erheben.

Für einen Geschäftsführer mit bedeutender Beteiligung (in der Regel 5 % oder mehr) gilt im eigenen Unternehmen üblicherweise die übliche Gehaltsstruktur anstelle eines Angestelltenverhältnisses. Das Risiko entsteht vor allem dann, wenn der Geschäftsführer Managementleistungen für ein operatives Unternehmen erbringt, an dem er keine oder nur eine geringe Beteiligung hält, oder wenn das tatsächliche Arbeitsverhältnis einem Angestelltenverhältnis stark ähnelt. Daher ist eine klare Definition der Unabhängigkeit unerlässlich: keine festen Arbeitszeiten, Handlungsspielraum, Austauschbarkeit und unternehmerisches Risiko.

Wann setzt man einen Managementvertrag ein?

  • Holdingstruktur. Der Geschäftsführer und Hauptaktionär leitet die operative Gesellschaft über seine Holdinggesellschaft.
  • Mehrere Gesellschafter. Jeder geschäftsführende Hauptgesellschafter stellt über seine eigene Holdinggesellschaft die Geschäftsführung der gemeinsamen operativen Gesellschaft sicher.
  • Interimsmanagement. Ein externer Geschäftsführer erbringt vorübergehend Dienstleistungen über seine eigene private Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
  • Steueroptimierung. Trennung von Vermögen, Altersvorsorge und operationellem Risiko.

Praktisches Beispiel

Sanne ist alleinige Gesellschafterin ihrer Holdinggesellschaft, die 100 % der Anteile an der operativen Gesellschaft Bouwtechniek BV hält. Anstatt bei Bouwtechniek angestellt zu werden, schließt ihre Holdinggesellschaft einen Managementvertrag mit der operativen Gesellschaft ab. Die Holdinggesellschaft stellt monatlich 8.000 € zuzüglich Mehrwertsteuer in Rechnung. So bleibt der Gewinn in der Holdinggesellschaft, Sanne kann ihr Gehalt (das übliche Gehalt) selbst festlegen, und ihr Privatvermögen ist von den operativen Risiken getrennt.

Ehrliche Empfehlung

Ein Rechtsexperte berät den Geschäftsführer und Hauptaktionär hinsichtlich der Ausgestaltung des Managementvertrags

Ein Managementvertrag ist in einer Holdingstruktur Standard und sollte unbedingt sorgfältig dokumentiert werden. In einer einfachen Konstellation – ein Geschäftsführer/Hauptaktionär, eine operative Gesellschaft, 100 % Beteiligung über die Holdinggesellschaft – lässt sich dies oft mit einer soliden Vorlage selbst regeln; ein Anwalt ist in solchen Fällen nicht zwingend erforderlich. Sobald es jedoch mehrere Gesellschafter gibt, der Geschäftsführer/Hauptaktionär nur geringe oder gar keine Beteiligung an der operativen Gesellschaft hat oder die hierarchische Beziehung unklar ist, sollte der Vertrag umgehend geprüft werden. In solchen Fällen überwiegen die Risiken einer verdeckten Anstellung und der Haftung des Geschäftsführers die Kosten einer Rechtsberatung.

Lesen Sie mehr: Erstellung eines Managementvertrags und mögliche Fallstricke. Sie können ihn direkt über den Managementvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Managementvertrag?

Ein Dienstleistungsvertrag, in dem eine Management-BV oder Holdinggesellschaft einer anderen BV, in der Regel der operativen Gesellschaft, gegen eine Managementgebühr administrative und Managementdienstleistungen erbringt. Der Geschäftsführer – gleichzeitig Hauptaktionär – ist über seine Holdinggesellschaft tätig, nicht als Angestellter.

Worin besteht der Unterschied zu einem Arbeitsvertrag?

Ein Arbeitsvertrag beinhaltet Arbeit, Lohn und ein hierarchisches Verhältnis. Bei einem Managementvertrag fehlt dieses hierarchische Verhältnis: Die Holdinggesellschaft erbringt ihre Leistungen als unabhängiger Auftragnehmer. Es besteht kein Kündigungsschutz, keine Lohnsteuer und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch die operative Gesellschaft.

Welches Autoritätsbeziehungsrisiko besteht?

Wenn der Geschäftsführer und Hauptaktionär faktisch als Angestellter tätig ist, kann die Steuer- und Zollverwaltung dies als Scheinselbstständigkeit einstufen und zusätzliche Lohnsteuer erheben. Seit der Abschaffung der VAR beurteilen die Steuerbehörden das tatsächliche Beschäftigungsverhältnis selbst gemäß dem DBA-Gesetz.

Gilt die Wertberichtigung noch?

Nein. Die Erklärung des Beschäftigungsverhältnisses wurde 2016 abgeschafft. Die Beurteilung des Beschäftigungsverhältnisses erfolgt nun nach dem DBA-Gesetz, wobei die tatsächlichen Umstände und nicht nur der Vertragstext ausschlaggebend sind.

Wer sind die Vertragsparteien eines Managementvertrags?

Zwei juristische Personen: die Management-BV bzw. Holdinggesellschaft als Auftragnehmerin und die operative Gesellschaft als Auftraggeberin. Der Geschäftsführer und Hauptgesellschafter führt die Arbeiten zwar aus, ist aber rechtlich kein Angestellter der operativen Gesellschaft.

Wird Lohnsteuer einbehalten?

Dies betrifft nicht die Managementgebühr. Die Holdinggesellschaft stellt die Rechnung inklusive Mehrwertsteuer aus und führt diese selbst ab. Für das Gehalt des Geschäftsführers und Hauptaktionärs seiner eigenen Holdinggesellschaft gilt in der Regel die übliche Gehaltsregelung, nicht die eines Angestellten im operativen Unternehmen.

Wann setzt man einen Managementvertrag ein?

Insbesondere in einer Holdingstruktur, in der der Geschäftsführer und Hauptaktionär die operative Gesellschaft über seine Holdinggesellschaft leitet, wobei mehrere Aktionäre jeweils die Geschäftsführung über ihre eigene Holdinggesellschaft übernehmen und die Geschäftsführung zwischenzeitlich über eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung erfolgt.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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