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Export starten

Einstieg in den Export: Mehrwertsteuer, Zoll, Incoterms, Exportdokumente und Zahlungssicherheit. Ein praktischer Leitfaden für kleine und mittlere Exporteure.

Veröffentlicht am 10. Juli 2026 von MKBjuristen.nl
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Export aus den Niederlanden: Drei Hauptwege – EU-Export (freier Warenverkehr), Nicht-EU-Export (Zollabwicklung + Incoterms) oder Online-Verkauf (länderspezifische E-Commerce-Regeln). Voraussetzungen: 0 % MwSt. für EU-Exporte, Wahl der Incoterms (FCA, DAP, DDP), Exportdokumente und Zahlungssicherheit. Wichtig für KMU-Exporteure: Kenntnis der jeweiligen Marktbestimmungen. Im Folgenden finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und wie Wim sein Produkt nach dem Brexit nach Großbritannien exportiert.

Die kurze Antwort

  • EU-Export: Freizügigkeit, 0 % MwSt., innergemeinschaftlicher Handel.
  • Export außerhalb der EU: Zollanmeldung, Incoterms, Exportdokumente.
  • Incoterms: Wahl der Lieferbedingungen (FCA, DAP, DDP).
  • Mehrwertsteuer 0%: bei Vorliegen einer gültigen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des EU-Kunden oder eines Nachweises über den Export außerhalb der EU.
  • Zahlungssicherheit:Vorauszahlung, Akkreditiv oder Exportkreditversicherung.

EU-Exporte vs. Exporte aus Nicht-EU-Ländern

Exportfertige Waren

EU-Export

  • Freier Warenverkehr.
  • Mehrwertsteuer 0% bei Vorliegen einer gültigen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Kunden.
  • VIES-Verifizierung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für 0%-Anträge.
  • Innergemeinschaftliche Erklärung (ICP) an die Steuer- und Zollverwaltung.
  • Intrastat-Meldung für große Mengen.

Nicht-EU-Export

  • Zollanmeldung erforderlich.
  • Mehrwertsteuer 0% mit Ausfuhrzertifikat.
  • Die Incoterms regeln den Risikoübergang.
  • Ausfuhrdokumente: Rechnung, Packliste, Formular EUR.1 (für Vorzugstarife).
  • EORI-Nummer beim Zoll registriert.

Incoterms 2020

11 Standardregeln für die Risiko- und Kostenübertragung. Besonders wichtig für KMU:

  • EXW (Ex Works): Käufer holt Ware beim Verkäufer ab – geringstes Verkäuferrisiko.
  • FCA (Free Carrier): Der Verkäufer liefert an den Spediteur.
  • FOB (Free On Board): Der Verkäufer liefert an Bord des Schiffes.
  • CIF (Kosten, Versicherung, Fracht): Der Verkäufer übernimmt die Kosten für Transport und Versicherung.
  • DAP (Delivered At Place): Der Verkäufer liefert an den vereinbarten Ort.
  • DDP (Delivered Duty Paid): Der Verkäufer trägt alle Kosten – höchstes Risiko für den Verkäufer.

Die Wahl hängt vom gewünschten Kontrollniveau, der Kostenverteilung und der Wettbewerbsposition ab. DDP wird häufig im B2C-Export eingesetzt, während FCA im B2B-Bereich üblich ist.

Schritt 1: Mehrwertsteuersystem

Export-Checkliste

0 % MwSt. auf:

  • EU-Kunde mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Überprüfung über VIES).
  • Export außerhalb der EU mit entsprechenden Belegen.

Keine 0% bei:

  • Privatperson in der EU (Verbraucher-Mehrwertsteuer des Landes des Käufers).
  • EU-Kunde ohne Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (niederländische Umsatzsteuer berechnen).
  • Fehlendes Ausfuhrzertifikat.

Schritt 2: Dokumente

  • Handelsrechnung mit Incoterms und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
  • Packliste mit Mengen- und Gewichtsangaben.
  • EUR.1-Formular (Vorzugszoll im Rahmen von Freihandelsabkommen).
  • Ursprungszeugnis (erfragen Sie bei der Handelskammer).
  • Ausfuhrzollanmeldung (über den Spediteur).

Schritt 3: Zahlungssicherheit

Ausländische Kunden: höheres Ausfallrisiko. Optionen:

  • Vorauszahlung (stärkste Option, manchmal unattraktiv für den Käufer).
  • Akkreditiv (L/C): Die Bank des Käufers garantiert die Zahlung.
  • Bankgarantie: Standby-Akkreditiv.
  • Dokumentensammlung: Bezahlung im Austausch für Dokumente.
  • Exportkreditversicherung: Deckt Zahlungsausfall ab.

Für Neukunden: Vorkasse oder Akkreditiv. Für Stammkunden: Zahlung nach Lieferung mit Kreditversicherung.

Wims Export nach Großbritannien

Wim exportiert Elektronik nach dem Brexit nach Großbritannien:

  • Vereinigtes Königreich = Nicht-EU seit 2021 — Zollanmeldung erforderlich.
  • EORI-Nummer beantragt, Zollagent beauftragt.
  • Incoterm: DAP (Verkäufer liefert an britische Postleitzahl, Käufer zahlt Einfuhrzölle).
  • Mehrwertsteuer 0% mit Ausfuhrzertifikat.
  • Die ersten 3 Lieferungen: Vorkasse. Danach: Kreditversicherung für 90 Tage.

Ehrliche Empfehlung

Exportberater erörtert Strategie

Für KMU-Exporteure: Investieren Sie in die richtige Ausstattung. Zollagent für Nicht-EU-Länder (50–200 €/Sendung). EORI-Nummer (kostenlos). Wählen Sie die passende Incoterms-Klausel für Ihren Markt. Exportkreditversicherung (1–3 % des Rechnungsbetrags) für größere Beträge. Bei erstmaligen Exporten: Die Expertenzentrale der Handelskammer oder der Branchenverband bietet oft kostenlose Beratung an. Bei größeren Mengen: Bauen Sie Ihr Exportwissen selbst auf oder beauftragen Sie einen Exportmanager.

Weitere Themen: Importe starten, Umsatzsteuererklärung und Geschäftspartner prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Export in die EU oder in einen Nicht-EU-Staat?

EU-Export: Freier Warenverkehr, 0 % MwSt., sofern der Käufer über eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verfügt, innergemeinschaftliche Anmeldung. Nicht-EU-Export: Zollanmeldung, Incoterms, Ausfuhrdokumente, EORI-Nummer. Völlig andere Verwaltungsvorschriften.

Was sind Incoterms?

11 Standardregeln für den Risiko- und Kostenübergang im Export. Die wichtigsten: EXW (Käufer holt ab), FCA (Verkäufer liefert an Spediteur), DAP (Verkäufer liefert bis Bestimmungsort), DDP (Verkäufer liefert alles). Die Wahl hängt von Präferenz und Wettbewerb ab.

Mehrwertsteuer auf Exporte?

0 % MwSt. für EU-Kunden mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (VIES-Prüfung) oder für Exporte außerhalb der EU mit entsprechenden Belegen. Für EU-Privatpersonen oder EU-Kunden ohne Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird die niederländische Mehrwertsteuer berechnet. Ohne Exportnachweis: kein 0 %-Satz.

Welche Exportdokumente?

Handelsrechnung mit Incoterms, Packliste, EUR.1-Formular (Vorzugstarif), Ursprungszeugnis (über die Handelskammer), Ausfuhrzollanmeldung (über den Spediteur), optionale Versicherungspolice.

Wie wird die Zahlung garantiert?

Vorauszahlung (stärkste Zahlungsart), Akkreditiv (Bankgarantie), Dokumenteninkasso (Zahlung gegen Vorlage von Dokumenten), Exportkreditversicherung (Deckung bei Zahlungsausfall). Für Neukunden: Vorauszahlung oder Akkreditiv.

Großbritannien nach dem Brexit?

Das Vereinigte Königreich ist seit 2021 kein EU-Mitglied – Zollanmeldung und EORI-Nummer sind erforderlich, die Wahl der Incoterms ist entscheidend. Das EU-UK-Handelsabkommen sieht 0 % Einfuhrzölle mit Ursprungszeugnis vor. In der Praxis sind die Kosten jedoch höher als bei EU-Exporten.

Wann sollte man einen Berater hinzuziehen?

Für erstmalige Exporte, komplexe Incoterms oder große Mengen bietet das Expertenzentrum der Handelskammer eine kostenlose Erstberatung. Zollabfertigung wird für Sie übernommen. Für höhere Exportvolumina (über 500.000 €/Jahr international) steht Ihnen ein Exportmanager zur Seite.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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