MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
Es empfiehlt sich, wichtige Verträge, Geschäftsbedingungen und andere juristische Dokumente nicht selbst zusammenzustellen oder zu kopieren. Wir unterstützen Unternehmer mit begrenztem Budget mit maßgeschneiderten Rechtslösungen, transparenten Kosten im Voraus und verständlichen Erklärungen.
- Kundenspezifische Verträge, Geschäftsbedingungen und Rechtsdokumente
- Budgetfreundlich und transparent hinsichtlich der Kosten im Voraus
- Fordern Sie eine kostenlose Beratung oder ein unverbindliches Angebot an
Was sind allgemeine Bestimmungen? Es handelt sich dabei um die festen, vertragsübergreifenden Klauseln, die sich am Ende nahezu jedes Wirtschaftsvertrags finden – anwendbares Recht, Gerichtsstand, höhere Gewalt, Vertragsänderung, Nichtigkeit und Umwandlung sowie die Klausel über die vollständige Vereinbarung. Sie regeln nicht den genauen Inhalt der Vereinbarung (Preis, Leistung, Laufzeit), sondern vielmehr, was geschieht, wenn der Vertrag unter Druck gerät: welches Recht Anwendung findet, welches Gericht entscheidet und was im Falle des Scheiterns einer Vereinbarung gilt. Rechtsexperten bezeichnen dies als Standardklauseln. Unauffällig, aber oft streitentscheidend.
Die kurze Antwort
- Was: Standardklauseln, die in jedem Vertrag vorkommen, unabhängig vom Vertragsgegenstand.
- Ziel: Die Schaffung des rechtlichen Rahmens für die Kernvereinbarungen.
- Kernpunkte: anwendbares Recht, Gerichtsstand, höhere Gewalt, Vertragsänderung, Nichtigkeit/Umwandlung, vollständige Vereinbarung.
- Bedeutung: Unsichtbar, bis es zum Kampf kommt – dann bestimmen sie die Spielregeln.
- Position: üblicherweise am Ende des Vertrags, unter einer Überschrift wie „Sonstige Bestimmungen“ oder „Schlussbestimmungen“.
Was genau sind allgemeine Bestimmungen?
Jeder Vertrag besteht aus zwei Ebenen. Die erste Ebene ist der Inhalt: Wer liefert was zu welchem Preis und innerhalb welchen Zeitraums? Die zweite Ebene ist der Rahmen – die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Diese sagen nichts über den Vertrag selbst aus, sondern regeln lediglich, wie der Vertrag rechtlich funktioniert.
Allgemeine Bestimmungen sind nicht mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu verwechseln. Allgemeine Geschäftsbedingungen sind separate Standardregeln, die Sie für alle Ihre Verträge (Lieferung, Zahlung, Haftung) als anwendbar erklären. Allgemeine Bestimmungen hingegen sind *Bestandteil* des jeweiligen Vertrags und beziehen sich auf diesen konkreten Vertrag.
Die sechs Kernklauseln
- Anwendbares Recht (Rechtswahl). Welches Recht findet auf den Vertrag Anwendung – in der Regel niederländisches Recht. Wichtig, wenn eine Vertragspartei im Ausland ansässig ist.
- Gerichtsstandswahl. Welches Gericht ist im Streitfall zuständig, beispielsweise das Gericht im Bezirk des Lieferanten? Dies beugt Unsicherheiten hinsichtlich des Gerichtsstands vor.
- Höhere Gewalt. Wenn eine Partei aufgrund unvorhergesehener Umstände nicht haftet, weil die Leistungserbringung unmöglich ist. Ergänzt oder ersetzt die gesetzlichen Bestimmungen (Art. 6:75 BW).
- Änderung. Änderungen sind nur gültig, wenn sie schriftlich erfolgen und beide Parteien zustimmen. Dies beugt Streitigkeiten über mündliche Zusagen vor.
- Nichtigkeit und Vertragsänderung. Sollte sich eine Bestimmung als ungültig erweisen, bleibt der übrige Vertrag in Kraft, und die ungültige Bestimmung wird durch eine gültige Bestimmung mit vergleichbarer Wirkung ersetzt.
- Vollständige Vereinbarung. Der Vertrag enthält alle Vereinbarungen, und frühere Entwürfe, E-Mails und mündliche Zusagen sind nichtig.
Warum diese Klauseln wichtig sind
Bei einer reibungslosen Zusammenarbeit beachtet niemand die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Sie werden erst relevant, wenn etwas schiefgeht. Dann beispielsweise entscheidet die Wahl des Gerichtsstands darüber, ob man in Amsterdam oder Rotterdam klagen muss, die Klausel über höhere Gewalt darüber, ob der Lieferant für Lieferverzögerungen aufgrund eines Fabrikbrands haftet, und die Umwandlungsklausel darüber, ob eine zu weit gefasste Wettbewerbsverbotsklausel entweder vollständig ungültig ist oder auf ein angemessenes Maß reduziert wird.
Ohne diese Bestimmungen greift man auf das Gesetz zurück. Das ist nicht unbedingt schlecht, bedeutet aber, dass man die Kontrolle über das Ergebnis abgibt. Mit gut formulierten allgemeinen Bestimmungen hingegen kann man das Ergebnis selbst steuern.
Ein praktisches Beispiel
Ein Softwareunternehmen in Utrecht schließt einen Vertrag mit einem deutschen Kunden ab. Dieser enthält keine Rechtswahlklausel. Zahlt der Kunde nicht, entsteht sofort ein Streit: Gilt niederländisches oder deutsches Recht, und welches Gericht ist zuständig? Diese Vorfrage kostet Monate und Tausende von Euro an Anwaltskosten – noch bevor die eigentliche Nichtzahlung geklärt ist. Zwei Regeln zur Rechtswahl und zur Gerichtsstandsvereinbarung hätten dies verhindert.
Wo sind sie im Vertrag aufgeführt?
Allgemeine Bestimmungen stehen fast immer am Ende, zusammengefasst unter Überschriften wie „Schlussbestimmungen“, „Sonstige Bestimmungen“ oder „Verschiedenes“. Ihre Stellung am Ende sagt nichts über ihre Bedeutung aus. Es handelt sich um eine Frage der Organisation: zuerst die materiellen Vereinbarungen, dann der rechtliche Rahmen.
Standardverträge und -vorlagen enthalten diese Klauseln zwar üblicherweise, jedoch oft in einer allgemeinen Form, die nicht auf Ihre Situation zugeschnitten ist. Die Wahl des Gerichtsstands „zuständiges Gericht“ ohne Angabe des Gerichtsstands ist beispielsweise wenig hilfreich.
Ehrliche Empfehlung
Für einen Standardvertrag zwischen zwei niederländischen Parteien ohne besondere Risiken benötigen Sie keinen Anwalt: Eine solide Vorlage mit den sechs Kernklauseln ist fast immer ausreichend. Prüfen Sie lediglich, ob die Gerichtsstandsvereinbarung ein bestimmtes Gericht nennt und niederländisches Recht anwendet.
Ziehen Sie einen Anwalt hinzu, wenn eine ausländische Partei beteiligt ist, es um hohe Summen oder langfristige Verpflichtungen geht oder Sie eine maßgeschneiderte Regelung zu höherer Gewalt oder Haftung benötigen. In solchen Fällen sind die Details in den allgemeinen Bestimmungen von erheblicher Bedeutung, und eine Standardvorlage reicht nicht aus.
Weiterlesen: Allgemeine Geschäftsbedingungen entwerfen und Allgemeine Geschäftsbedingungen erstellen lassen. Für ein fertiges Dokument: Allgemeine Geschäftsbedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Dies sind die festen, nicht vertraglich vereinbarten Klauseln am Ende nahezu jedes Vertrags: anwendbares Recht, Gerichtsstand, höhere Gewalt, Vertragsänderung, Nichtigkeit/Umwandlung und die vollständige Vereinbarung. Sie regeln den rechtlichen Rahmen der Kernvereinbarungen und sind insbesondere im Streitfall relevant.
Allgemeine Geschäftsbedingungen sind ein separates Regelwerk, das Sie für alle Ihre Verträge als anwendbar erklären. Allgemeine Bestimmungen hingegen sind *Bestandteil* des jeweiligen Vertrags und beziehen sich auf diesen spezifischen Vertrag. Sie ergänzen einander, sind aber nicht identisch.
Die sechs Kernklauseln sind: anwendbares Recht, Gerichtsstand, höhere Gewalt, Vertragsänderung, Nichtigkeit und Umwandlung sowie die Klausel über die vollständige Vereinbarung. Je nach Vertrag können weitere Bestimmungen, wie beispielsweise Vertraulichkeit oder Abtretung von Rechten, aufgenommen werden.
Die Wahl des Gerichtsstands bestimmt, welches Gericht für einen Streitfall zuständig ist. Ohne eine eindeutige Entscheidung kann es zu Diskussionen über den Gerichtsstand kommen – was insbesondere bei einer ausländischen Partei kostspielig und zeitaufwendig ist. Die Benennung eines bestimmten Gerichts vermeidet diese Vorfrage.
Sollte sich eine Bestimmung als ungültig oder nichtig erweisen, stellt die Umwandlungsklausel sicher, dass der übrige Vertrag gültig bleibt und die ungültige Bestimmung durch eine gültige mit ähnlicher Wirkung ersetzt wird. Dadurch wird verhindert, dass der gesamte Vertrag aufgrund eines einzigen Fehlers zusammenbricht.
In der Regel ja, zusammengefasst unter einer Überschrift wie „Schlussbestimmungen“ oder „Sonstige Bestimmungen“. Die Position sagt nichts über die Wichtigkeit aus – es ist eine Frage der Gliederung: zuerst die materiellen Vereinbarungen, dann der sie umgebende Rechtsrahmen.
Für einen Standardvertrag zwischen niederländischen Parteien genügt oft eine gute Vorlage. Ziehen Sie einen Anwalt hinzu, wenn eine ausländische Partei beteiligt ist, es um hohe Summen oder langfristige Verpflichtungen geht oder wenn Sie eine maßgeschneiderte Regelung zu höherer Gewalt oder Haftung benötigen.