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Ransomware ist Schadsoftware, die Ihre Dateien oder Systeme verschlüsselt und anschließend Lösegeld – meist in Kryptowährung – fordert. Neben dem direkten Schaden kann ein Angriff auch rechtliche Konsequenzen haben: Sie können möglicherweise vertragliche Verpflichtungen nicht mehr erfüllen und müssen den Diebstahl personenbezogener Daten melden. Nicht nur Großunternehmen sind betroffen; insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leiden stark darunter. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die rechtlichen Folgen und wie Sie sich schützen können.
Was ist Ransomware?
Ransomware ist Schadsoftware, die Dateien oder ganze Systeme verschlüsselt und den Zugriff darauf verweigert. Kriminelle fordern anschließend ein Lösegeld für die Entschlüsselung, oft in Kryptowährung, um die Nachverfolgung zu erschweren. Immer häufiger drohen Angreifer auch mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten (doppelte Erpressung). Diese Cyberangriffe betreffen Privatpersonen, KMU und Großunternehmen und führen zu erheblichen finanziellen und betrieblichen Schäden.
Welche rechtlichen Konsequenzen hat ein Ransomware-Angriff?
Folgen für bestehende Vereinbarungen
Aufgrund eines Angriffs können Sie Ihre vertraglichen Verpflichtungen oft nicht erfüllen – beispielsweise haben Sie möglicherweise keinen Zugriff auf wichtige Dateien und müssen daher verspätet liefern. Dies kann zu Ansprüchen und Streitigkeiten führen. Daher ist es ratsam, klare Regelungen zu Cybervorfällen in Ihre Verträge und Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufzunehmen, beispielsweise durch eine Klausel zu höherer Gewalt, in der ein Cyberangriff ausdrücklich als Fall höherer Gewalt aufgeführt ist.
Meldepflicht im Falle einer Datenschutzverletzung
Werden personenbezogene Daten im Zuge eines Angriffs verschlüsselt oder gestohlen, stellt dies eine Datenschutzverletzung dar. Gemäß der DSGVO müssen Sie eine Datenschutzverletzung grundsätzlich innerhalb von 72 Stunden der Datenschutzbehörde und in bestimmten Fällen auch den betroffenen Personen selbst melden. Eine unterlassene Meldung kann eine separate Verletzung darstellen. Dokumentieren Sie daher, wer in Ihrem Unternehmen im Falle eines Vorfalls welche Aufgaben übernimmt. Weitere Informationen zum Thema Datenschutz.
Wie kann man sich vor Ransomware schützen?
- Erstellen Sie regelmäßig Backups und speichern Sie mindestens eines davon offline oder getrennt von Ihrem Netzwerk, damit es nicht in die Verschlüsselung einbezogen wird.
- Halten Sie Ihre Software auf dem neuesten Stand und verwenden Sie eine gute Sicherheits- und Antivirensoftware.
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiter: Viele Angriffe beginnen mit einer Phishing-E-Mail. Sensibilisierung ist eine der stärksten Verteidigungsmaßnahmen.
- Beschränken Sie die Zugriffsrechte und verwenden Sie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).
- Erstellen Sie einen Notfallplan , damit Sie im Falle eines Angriffs genau wissen, was zu tun ist.
Je nach Branche und Unternehmensgröße können zusätzliche gesetzliche Sicherheitsverpflichtungen gelten. Die Vorschriften in diesem Bereich ändern sich; lassen Sie daher die aktuell für Ihr Unternehmen geltenden Anforderungen prüfen.
Lohnt sich eine Cyberversicherung?
Eine Cyberversicherung bietet finanziellen Schutz vor den Folgen eines Angriffs. Sie deckt häufig die Kosten für Krisenmanagement, Datenwiederherstellung und mitunter auch Verhandlungen ab. Achten Sie jedoch genau auf die Versicherungsbedingungen: Der Versicherungsschutz ist nicht automatisch und hängt von Ihrem Sicherheitsniveau ab. In der Praxis kommt es häufig zu Streitigkeiten über die Auszahlung von Leistungen – denken Sie an Deckungsstreitigkeiten und andere Vertragsstreitigkeiten.
Häufig gestellte Fragen zu Ransomware
Muss ich das Lösegeld zahlen?
Von einer Zahlung wird abgeraten: Es gibt keine Garantie, dass Sie Ihre Dateien zurückerhalten, und Sie unterstützen damit das Geschäftsmodell der Kriminellen. Darüber hinaus kann eine Zahlung rechtliche Risiken bergen, beispielsweise im Zusammenhang mit Sanktionsgesetzen, falls der Empfänger auf einer Sanktionsliste steht. Im Falle eines Angriffs sollten Sie umgehend professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und Anzeige erstatten.
Was sollte ich nach einem Angriff als Erstes tun?
Isolieren Sie die betroffenen Systeme, um eine Ausbreitung zu verhindern, ziehen Sie IT-Spezialisten hinzu, prüfen Sie, ob personenbezogene Daten offengelegt wurden (im Zusammenhang mit der Meldepflicht), und informieren Sie gegebenenfalls Ihren Versicherer. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Dokumentieren Sie alles sorgfältig.
Hafte ich, wenn ich aufgrund von Ransomware nicht liefern kann?
Das hängt von Ihren Verträgen ab. Ohne eine Klausel zu höherer Gewalt riskieren Sie Ansprüche wegen Nichterfüllung. Eine gut durchdachte Klausel zu höherer Gewalt, die auch Cybervorfälle umfasst, kann Ihre Position deutlich stärken.
Rechtliche Unterstützung bei Ransomware- und Cyberangriffen
Die IT-Rechtsabteilung von MKB Juristen unterstützt Sie bei Cybervorfällen: von Verträgen, die Cyberbedrohungen berücksichtigen, über die Abwicklung nach einem Angriff bis hin zu Konflikten mit Cyberversicherern. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch, um Ihre rechtliche Absicherung zu stärken.