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Ein Patent gewährt das ausschließliche Recht an einer technischen Erfindung für bis zu 20 Jahre. Es muss drei Kriterien erfüllen: Neuheit (nirgends öffentlich bekannt), erfinderische Tätigkeit (nicht naheliegend) und gewerbliche Anwendbarkeit. Anträge werden beim niederländischen Patentamt (NL), dem Europäischen Patentamt (EU) oder der WIPO (weltweit über den PCT) eingereicht. Kosten: 5.000 € – über 50.000 € inklusive Aufrechterhaltung. Das Verfahren ist zeitaufwändig (2–5 Jahre bis zur Erteilung). Für forschungsintensive KMU mit echter technischer Innovation: oft unerlässlich – für andere übertrieben. Im Folgenden: Kriterien, Verfahren und die Kosten für den Schutz der grünen Wasserstofftechnologie von Saskia.
Die kurze Antwort
- Was: Das ausschließliche Recht an einer technischen Erfindung für maximal 20 Jahre.
- Drei Kriterien: Neuheit, erfinderische Leistung, industrielle Anwendbarkeit.
- Wo: Niederländisches Patentamt (80 € Anmeldegebühr), EPA (ab 5.000 €), WIPO PCT (weltweit).
- Verfahrensdauer: 2-5 Jahre bis zur Erteilung.
- Laufzeit: 20 Jahre ab dem Datum der Antragstellung, nicht verlängerbar.
Was ist patentierbar?
Technische Erfindungen – Geräte, Verfahren, Baugruppen, Gebrauchsanweisungen:
- Mechanische Erfindungen (Maschinen, Werkzeuge).
- Elektronische Erfindungen (Schaltungen, Bauteile).
- Chemische Erfindungen (Zusammensetzungen, Verfahren).
- Software (in Kombination mit technischer Ausarbeitung, Begrenzer).
- Medizinische Geräte und Verfahren.
- Biotechnologie und Pharmazeutika.
NICHT patentierbar (EPA und NL):
- Mathematische Methoden, abstrakte Theorien.
- Geschäftsmethoden (rein, ohne technische Komponente).
- Computerprogramme als solche.
- Lebensformen „als solche“ (Mensch, Tier).
- Medizinische Behandlungsmethoden für Menschen/Tiere (Geräte ja).
- Ästhetische Kreationen (Urheberrecht).
Die drei Kriterien
1. Neuheit
Die Erfindung war zum Anmeldetag weltweit nicht öffentlich bekannt. Wurde sie bereits veröffentlicht (Artikel, Messe, eigene Erfindung auf der Website)? Kein Patent.
Wichtig: Eine eigene Vorveröffentlichung beeinträchtigt ebenfalls die Neuheit (anders als bei Geschmacksmusterrechten – keine Schonfrist im NL/EPA; in den USA schon).
2. Erfindung
Für den „durchschnittlichen Handwerker“ ist das nicht offensichtlich – es erfordert überdurchschnittliches Wissen. Die Kombination bekannter Elemente auf neue, clevere Weise kann genügen.
3. Industrielle Anwendbarkeit
Praktisch in jeder Branche einsetzbar. Rein theoretische Erfindung ohne Anwendung: kein Patent.
Anwendungsrouten
National: Patentamt der Niederlande
- Kosten: 80 € Anmeldegebühr + 100 € Wartungsgebühr ab dem 5. Jahr.
- Beurteilung: 18 Monate bis zur Verlängerung.
- Laufzeit: 20 Jahre.
- Geltungsbereich: nur die Niederlande.
- NL-Route: primär explorativ – relativ kostengünstig, keine substanzielle Bewertung (seit 2008).
Europäisch: EPO
- Kosten: 5.000 €+ insgesamt (Antrag, Bewertung, Übersetzungen, Validierung pro Land).
- Altersempfehlung: 3-5 Jahre.
- Laufzeit: 20 Jahre ab Anmeldedatum.
- Abdeckung: bis zu 38 europäische Länder nach Validierung.
- Die beste Option für KMU mit europäischen Ambitionen.
Weltweit: PCT (WIPO)
- Kosten: 3.000 €+ für die Basisanmeldung, danach 1.000 €-10.000 € pro Land.
- 30/31 Monate Zeit, um nach Einreichung des PCT eine Länderwahl zu treffen.
- Abdeckung: Über 150 Länder weltweit.
- Die beste Option für weltweiten Schutz.
Verfahren (EPO)
- Vorbereitung: Der Patentanwalt entwirft die Anmeldung mit Ansprüchen, Beschreibung und Zeichnungen.
- Einreichung: an das EPA über das Online-Portal.
- Formalitätsprüfung: 1-3 Monate.
- Neuheitsrecherche: Das EPA vergleicht mit dem Stand der Technik (6-12 Monate).
- Veröffentlichung: nach 18 Monaten – die Erfindung wird öffentlich bekannt.
- Inhaltliche Beurteilung: 2-4 Jahre Verhandlung mit dem Prüfer.
- Erteilung: Nach positivem Gutachten wird das Patent erteilt.
- Validierung: pro Land, in dem Schutz gewünscht wird, mit Übersetzungen.
- Unterhalt: jährliche Steuern pro Land (steigend).
Kosten über 20 Jahre
Für ein mittelgroßes Patent über das EPA + Validierung in 5 Ländern:
- Bewerbung + Verfahren: 8.000 € - 15.000 €.
- Übersetzungen (pro Land nach Prüfung): 1.500 € - 4.000 €.
- Jährliche Wartungsgebühren pro Land (steigend von 100 € auf 1.500 €): insgesamt ~30.000 € über 20 Jahre.
- Anwaltskosten für Patentangelegenheiten: 5.000 € bis 15.000 € für die Ausarbeitung und Überwachung.
Gesamt: 50.000 bis 100.000 € über 20 Jahre für ein EU-Patent, das in 5 Ländern gültig ist.
Saskias Patent für grünen Wasserstoff
Saskia hat einen neuartigen Elektrolyseur für grünen Wasserstoff entwickelt. Vorgehensweise:
- Schritt 1: NL-Antrag (80 €) zur Festlegung eines Prioritätsdatums.
- Schritt 2: EPA-Antrag innerhalb von 12 Monaten einreichen – Priorität beanspruchen.
- Schritt 3: PCT-Antrag für die globale Option innerhalb von 18 Monaten.
- Schritt 4: Nach 30 Monaten wählen Sie die Länder aus, in denen die Validierung erfolgen soll (EU + USA + Japan + China).
Gesamtbudget: 80.000 € verteilt auf 5 Jahre für den weltweiten Schutz von Schlüsseltechnologien.
Alternativen zu Patenten
- Vertraulichkeit: Nicht veröffentlichen, Verkauf nur unter Geheimhaltungsvereinbarung. Unbegrenzte Schutzdauer als Geschäftsgeheimnis, jedoch anfällig für Reverse Engineering.
- WBSO + Innovationsbox: Steuervorteil ohne Patentverfahren.
- Urheberrecht (Software): automatisch, kein Verfahren erforderlich.
- Design right (product design): für externes Design, schneller und kostengünstiger.
Ehrliche Empfehlung
Patentierung ist teuer und zeitaufwendig – nicht für jede Erfindung lohnenswert. Sie lohnt sich nur bei echten technischen Durchbrüchen mit einem kommerziellen Wert von über 1 Million Euro. Bei kleineren Innovationen reichen oft eine WBSO-Anmeldung und ein Geschäftsgeheimnis aus. Ziehen Sie immer einen Patentanwalt hinzu – dessen Expertise ist für überzeugende Ansprüche unerlässlich. Beginnen Sie mit einer kostengünstigen niederländischen Patentanmeldung vor dem Prioritätsdatum und erweitern Sie diese nach erfolgreicher kommerzieller Validierung auf das EPA und den PCT.
Weitere Themen: Innovation Box, WBSO und was geistiges Eigentum ist.
Häufig gestellte Fragen
Exklusives Recht an einer technischen Erfindung für bis zu 20 Jahre. Erfordert Neuheit (d. h. keine öffentliche Bekanntheit), erfinderische Tätigkeit (d. h. keine naheliegende Erfindung) und gewerbliche Anwendbarkeit. Anmeldung beim Patentamt der Niederlande, EPA oder WIPO PCT.
Niederländische Patentanmeldung 80 €, EPA ab 5.000 €, PCT-Anmeldung ab 3.000 €. Gesamtkosten für ein EU-Patent mit Gültigkeit in 5 Ländern über 20 Jahre: 50.000 € bis 100.000 €, inklusive Aufrechterhaltungsgebühren und Patentanwalt.
NL: 18 Monate bis zur Erteilung. EPA: 3–5 Jahre. PCT: 30 Monate, bevor eine Länderwahl getroffen werden muss, anschließend nationale Verfahren pro Land von 2–4 Jahren.
Für den „durchschnittlichen Fachmann“ im jeweiligen Technologiebereich ist dies nicht offensichtlich. Es bedarf überdurchschnittlichen Wissens. Eine Kombination bekannter Elemente auf neue und intelligente Weise kann genügen. Das EPA/NL bewertet dies kritisch.
Mathematische Methoden, abstrakte Theorien, reine Geschäftsmethoden, Computerprogramme an sich, Lebensformen, medizinische Behandlungsmethoden für Mensch und Tier, ästhetische Schöpfungen. Software ist patentierbar, sofern sie mit technischer Ausarbeitung verbunden ist.
Ja, im Europäischen Patentamt und in den Niederlanden gilt: Eine eigene Vorveröffentlichung verliert ihren Neuheitsschutz. Anders als bei Geschmacksmustern gibt es in Europa keine Schonfrist. Planen Sie Ihre Patentanmeldung daher vor der Veröffentlichung oder der Teilnahme an einer Messe. In den USA gilt hingegen eine 12-monatige Schonfrist.
Bei echten technischen Durchbrüchen mit einem kommerziellen Wert von über 1 Million Euro, einer Strategie gegen Produktfälschungen für eine Produkteinführung oder als Grundlage für Lizenzeinnahmen. Für kleinere Innovationen: WBSO + Geschäftsgeheimnis oft ausreichend.