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Erhalten Sie Ihr Geld schneller mit Factoring

Factoring: Sie verkaufen Ihre Rechnungen an ein Factoring-Unternehmen und erhalten sofort 80–90 % des Betrags. Vor- und Nachteile, Kosten und Auszahlungsdauer.

Veröffentlicht am 30. Juni 2026 von MKBjuristen.nl
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Factoring ist der Verkauf offener Rechnungen an ein Factoring-Unternehmen. Sie erhalten sofort 80–90 % des Rechnungsbetrags. Das Factoring-Unternehmen zieht die Forderung vom Kunden ein und überweist Ihnen nach Zahlungseingang den Restbetrag abzüglich einer Factoringgebühr (üblicherweise 1–3 % pro Rechnung). Mit Regress: Sie tragen das Ausfallrisiko. Ohne Regress: Das Factoring-Unternehmen trägt das Risiko (teurer). Für KMU mit säumigen Zahlern: Sofortige Liquiditätsbeschleunigung. Im Folgenden erfahren Sie, wie es funktioniert, welche Kosten entstehen und wann sich Factoring lohnt.

Die kurze Antwort

  • Was: Rechnungen an ein Factoring-Unternehmen verkaufen und sofort Bargeld erhalten.
  • Vorauszahlung: 80-90% des Rechnungsbetrags sind sofort fällig.
  • Kosten: 1-3 % des Rechnungsbetrags – abhängig von Regressansprüchen und Auftragsvolumen.
  • Varianten: mit Regress (Sie tragen das Risiko), ohne Regress (Risikofaktor, teurer).
  • Für wen: B2B-KMU mit langsamen Zahlungskunden (45-90 Tage Zahlungsziel).

Wie funktioniert Faktorisierung?

Factoring wandelt offene Rechnungen sofort in Bargeld um
  1. Sie senden die Rechnung an Ihren Kunden – eine Kopie geht an den Factor.
  2. Factor zahlt Ihnen 80-90% des Rechnungsbetrags sofort aus.
  3. Der Kunde sieht den Hinweis auf Factoring auf der Rechnung und zahlt an den Factor.
  4. Factor kassiert die Kundenzahlung (bei offenen Verkäufen) bzw. zieht sie ein (bei stillen Verkäufen).
  5. Nach Erhalt der Ware zahlt Ihnen der Faktor den Restbetrag abzüglich der Faktorgebühr aus.
  6. Bei Zahlungsverzug des Kunden: Mit Regressanspruch → Sie zahlen den Vorschuss zurück. Ohne Regressanspruch → der Faktor trägt den Verlust.

Mit oder ohne Rechtsmittel?

Die Factoringgebühr liegt zwischen 1 und 3 % des Rechnungsbetrags

Mit Rückgriff (Rückgriffsfaktorisierung)

Günstiger (1–2 % pro Rechnung). Im Falle eines Zahlungsausfalls des Kunden: Sie zahlen den Vorschuss an den Factor zurück. Im Wesentlichen handelt es sich um Betriebsmittelfinanzierung, wobei der Factor als temporäre Überbrückung fungiert.

Ohne Regress (Non-Recourse-Factoring)

Teurer (2–3 % pro Rechnung, manchmal bis zu 4 %). Der Factor trägt das Ausfallrisiko – das Geld wird „verkauft“. Im Falle eines Zahlungsausfalls trägt der Factor den Verlust, Sie bleiben unberührt.

Dafür: Sorgenfreiheit, absolute Sicherheit. Dagegen: Der Faktor prüft Kunden und kann Rechnungen ablehnen.

Offenes versus stilles Faktorisieren

  • Offenes Factoring: Der Name des Factors ist auf der Rechnung sichtbar, der Kunde zahlt an den Factor. Am häufigsten angewendet.
  • Stilles Factoring: Der Kunde bekommt nichts davon mit und zahlt an Sie (auf ein Konto, von dem die Gelder an den Factor weitergeleitet werden). Diskretionärer, aber teurer.

Für B2C-Unternehmen oder KMU, die Diskretion benötigen, ist oft stilles Factoring oder Forderungsfinanzierung (siehe Forderungsfinanzierung ) die bevorzugte Option

Factoringkosten

  • Factoringgebühr pro Rechnung: 1-3% des Rechnungsbetrags (günstiger mit Rückgriff).
  • Zinsen auf den Vorschuss: 5-10% pro Jahr (für die Tage, an denen der Vorschuss aussteht).
  • Einrichtungskosten:einmalig 500-2.500 €.
  • Mindestrechnungsvolumen: üblicherweise 300.000 bis 1.000.000 € pro Jahr.
  • Vertragslaufzeit: Mindestens 1-3 Jahre, oft mit Kündigungsfrist.

Beispiel: Rechnung über 50.000 €, Zahlungsziel 60 Tage, mit Rückgriff auf 1,5 % Factoringgebühr + 7 % Zinsen über 60 Tage:

  • Anzahlung 85% = 42.500 € sofort.
  • Faktorgebühr: 750 €.
  • Zinsen: € 42.500 × 7% × 60/365 = € 489.
  • Gesamtkosten: 1.239 € bei einer Rechnung über 50.000 € = 2,5 % effektiver Jahreszins.

Für und Wider

Vorteile

  • Schnelle Auszahlung – manchmal innerhalb von 24 Stunden nach Rechnungsstellung.
  • Keine Sicherheiten erforderlich (Factor verfügt über eine Rechnung).
  • Ohne Regressmöglichkeit: Schuldnerrisiko wird übertragen.
  • Factor übernimmt das Inkasso – weniger Arbeit für Sie.
  • Flexiblere Genehmigungsmöglichkeit als bei Bankfinanzierungen.

Nachteile

  • Relativ teuer – typischerweise nur 8-12 % wirksam.
  • Kunden sehen den Namen des Faktors (Signal für Liquiditätsengpässe).
  • Langfristige Verträge mit Mindestabnahmemengen.
  • Streitige Rechnungen werden oft ausgeschlossen.
  • Ist man einmal in der Faktorisierung, ist es schwierig, wieder herauszukommen (Beziehung zum Faktor).

Wann wendet man Faktorisierung an?

  • Akuter Liquiditätsengpass und keine Zeit für den Bankprozess.
  • Rasant wachsende Umsätze bei gleichzeitig steigendem Bedarf an Betriebskapital.
  • Lange Zahlungsziele (60-90 Tage) für Großkunden.
  • Unzureichende Bankfinanzierung verfügbar.
  • Wunsch nach Übertragung des Schuldnerrisikos (ohne Regressanspruch).

Karims Überlegung

Karims ICT-Betriebsgesellschaft erwägt Factoring:

  • Vorteile: schnelle Liquidität (4 Tage statt 60), Verwaltung der Debitorenkonten entfällt.
  • Nachteile: Nennung des Namens auf der Rechnung (manche Kunden sind empfindlich), Gesamtkosten 9 % effektiver Anteil.

Karim entscheidet sich für Debitorenfinanzierung statt Factoring: diskreter, günstiger (effektiv 7 %), gleiche Vorauszahlung. Für andere Unternehmen mit anderen Prioritäten kann Factoring die bessere Wahl sein.

Ehrliche Empfehlung

Factor verhandelt mit dem Unternehmer über die Konditionen

Factoring eignet sich für KMU mit Liquiditätsengpässen und langen Zahlungszielen – insbesondere, wenn die Übertragung des Debitorenrisikos (ohne Regress) gewünscht ist. Für B2B-Unternehmen mit diskreten Kundenbeziehungen oder dem Bedarf an flexibler Struktur ist Debitorenfinanzierung oft die bessere Wahl. Lesen Sie die Verträge sorgfältig: Mindestvolumen, Kündigungsfrist und welche Rechnungen akzeptiert werden. Vergleichen Sie mindestens drei Factoring-Anbieter hinsichtlich der Preisunterschiede.

Weitere Themen: Forderungsfinanzierung, Betriebsmittelfinanzierung und Beauftragung eines Inkassobüros.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Faktorisierung?

Verkauf offener Rechnungen an ein Factoring-Unternehmen. Sie erhalten sofort 80–90 % des Rechnungsbetrags; das Factoring-Unternehmen zieht die Forderung beim Kunden ein, und nach Zahlungseingang erhalten Sie den Restbetrag abzüglich der Factoringgebühr (1–3 %). Schnelle Liquiditätsverbesserung für KMU.

Mit oder ohne Rechtsmittel?

Mit Regress: günstiger (1–2 %), Sie tragen das Ausfallrisiko. Ohne Regress: teurer (2–3 %), das Factoring-Unternehmen trägt das Risiko. Für maximale Sicherheit: ohne Regress. Für die günstigste Option: mit Regress.

Wie viel kostet Factoring?

Factoringgebühr 1–3 % pro Rechnung, Zinsen 5–10 % auf Vorauszahlung (täglich), Einrichtungskosten 500–2.500 €. Effektiver Jahreszins typischerweise 8–12 %. Beispiel: Für eine Rechnung über 50.000 € mit einem Zahlungsziel von 60 Tagen: typische Kosten von 1.000–1.500 €.

Offenes oder stilles Faktorisieren?

Offen: Der Name des Factoring-Unternehmens ist auf der Rechnung sichtbar, der Kunde zahlt direkt an den Factor. Still: Der Kunde sieht nichts und zahlt über ein Treuhandkonto. Die offene Variante ist üblicher und günstiger, die stille Variante diskreter, aber teurer.

Für wen ist es geeignet?

B2B-KMU mit langen Zahlungszielen (45–90 Tage), steigendem Umsatz und dringendem Liquiditätsbedarf. Mindestrechnungsvolumen üblicherweise 300.000–1.000.000 €/Jahr. Nicht geeignet für B2C-Unternehmen oder Kleinstunternehmen.

Welche Nachteile gibt es?

Relativ teuer (8-12% effektiv), Kunden sehen den Namen des Factors (Signal für Liquiditätsengpässe), lange Verträge mit Mindestvolumen, strittige Rechnungen werden oft ausgeschlossen, und es ist schwierig, das Factoring zu beenden.

Factoring oder Forderungsfinanzierung?

Factoring: Schnelle Liquidität, transparenter Factor, kein Regressrisiko. Forderungsfinanzierung: diskreter, günstiger, Sie bleiben Inhaber der Rechnungen. Für B2B-Unternehmen mit guten Kundenbeziehungen ist Forderungsfinanzierung oft die bevorzugte Option.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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