MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
Es empfiehlt sich, wichtige Verträge, Geschäftsbedingungen und andere juristische Dokumente nicht selbst zusammenzustellen oder zu kopieren. Wir unterstützen Unternehmer mit begrenztem Budget mit maßgeschneiderten Rechtslösungen, transparenten Kosten im Voraus und verständlichen Erklärungen.
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Die Erstellung eines Vertrags für freiberufliche Fachkräfte erfolgt als Dienstleistungsvertrag (Art. 7:400 BW). Darin werden Auftrag, Honorar, Laufzeit, Haftung und geistiges Eigentum konkret definiert. Die größte Gefahr liegt in der hierarchischen Beziehung: Unabhängig von der Vertragsbezeichnung besteht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit, wenn der Auftraggeber die Arbeit wie ein Angestellter leitet. Ein guter Vertrag basiert daher auf einer realen, unabhängigen Arbeitssituation und dokumentiert diese sorgfältig.
Die kurze Antwort
- Angaben zu Parteien und Unternehmern: Handelskammernummern, keine hierarchische Beziehung.
- Aufgabenbeschreibung: konkrete Arbeit oder Ergebnis, Umfang und zu erbringende Leistungen.
- Honorar und Zahlung: Stundensatz oder Festpreis, Zahlungsbedingungen.
- Laufzeit und Kündigung: Dauer und Kündigungsfrist.
- Haftung, geistiges Eigentum und Vertraulichkeit: Abdeckung von Risiken.
- Grundlage: Musterabkommen der Steuer- und Zollverwaltung, ergänzt an die spezifischen Bedürfnisse.
Beginnen wir mit der Arbeitssituation
Bevor Sie auch nur einen Satz schreiben, prüfen Sie, ob die Zusammenarbeit wirklich unabhängig ist. Besteht kein hierarchisches Verhältnis, trägt der Selbstständige sein eigenes Risiko und besteht keine Verpflichtung zur Erbringung eigener Leistungen? Wenn ja, können Sie einen reinen Dienstleistungsvertrag aufsetzen. Wenn der Selbstständige in der Praxis wie ein Angestellter agiert, ändert kein Dokument daran etwas – das Finanzamt prüft die Fakten.
Ab dem 1. Januar 2025 geht die Steuer- und Zollverwaltung wieder verstärkt gegen Scheinselbstständigkeit vor. Ein Vertrag, der auf dem Papier korrekt aussieht, aber in Wirklichkeit ein Arbeitsverhältnis verschleiert, bietet keinen Schutz. Stellen Sie daher sicher, dass der Text die Realität widerspiegelt.
Die Stellenbeschreibung
Kernstück des Vertrags ist die Auftragsbeschreibung. Unklare Formulierungen führen zu Streitigkeiten über Umfang, Zusatzarbeiten und Lieferung. Dokument:
- Geben Sie so konkret wie möglich an, welche Arbeit oder welches Ergebnis geliefert wird.
- Der Umfang: Was ist enthalten und was nicht?.
- Wann und wie die Lieferung erfolgt.
- Vereinbarungen über zusätzliche Arbeiten und Änderungen.
Preise und Zahlung
Legen Sie den anwendbaren Tarif und die Abrechnungsmethode klar fest. Folgende Punkte sind zu klären:
- Honorarstruktur. Stundensatz, Tagessatz oder Festpreis pro Auftrag.
- Mehrwertsteuer. Staatliche Beträge ohne oder inklusive Mehrwertsteuer.
- Rechnungsstellung und Zahlungsbedingungen. Zum Beispiel monatlich, Zahlung innerhalb von 30 Tagen.
- Ausgaben. Welche Ausgaben werden erstattet und welche nicht?
- Folgen verspäteter Zahlung. Gesetzliche Verzugszinsen und Inkassokosten.
Laufzeit, Kündigung und Befugnis
Klären Sie, ob der Vertrag befristet oder unbefristet ist und welche Kündigungsfristen beide Parteien einhalten. Bei einem Dienstleistungsvertrag kann der Auftraggeber den Vertrag grundsätzlich jederzeit kündigen (Artikel 7:408 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches), jedoch beugt eine angemessene Kündigungsfrist Streitigkeiten vor.
Beachten Sie auch die hierarchische Beziehung. Bestimmungen, die von Selbstständigen feste Arbeitszeiten, Anwesenheitspflicht oder vorgegebene Arbeitsmethoden verlangen, deuten auf ein Angestelltenverhältnis hin. Formulieren Sie die Bedingungen ergebnisorientiert, nicht vorschreibend. Ein Vertretungsrecht stärkt die Unabhängigkeit.
Haftung und geistiges Eigentum
Zwei Aspekte, die in vielen Verträgen für Selbstständige entweder vergessen oder nur unzureichend geregelt werden:
- Haftung. Die Haftung des Selbstständigen sollte begrenzt werden, beispielsweise auf den Rechnungsbetrag oder die Deckung seiner Berufshaftpflichtversicherung. Indirekte Schäden sind auszuschließen.
- Geistiges Eigentum. Klären Sie, wer die Rechte an den Werken des Freelancers (Texte, Designs, Software) erwirbt. Ohne Übertragung verbleiben die Rechte beim Freelancer, selbst wenn der Auftraggeber zahlt. Vereinbaren Sie daher ausdrücklich eine Übertragung oder eine Nutzungslizenz.
- Vertraulichkeit. Schützen Sie vertrauliche Geschäftsinformationen mit einer Vertraulichkeitsklausel.
Mustervertrag als Grundlage
Die Steuer- und Zollverwaltung stellt genehmigte Musterverträge zur Verfügung. Diese bilden eine sinnvolle Grundlage, sind aber oft zu allgemein gehalten. Ergänzen Sie die Musterverträge durch konkrete Vereinbarungen zu Gebühren, Haftung, geistigem Eigentum und Lieferung. Passen Sie sie außerdem an Ihre Branche und den jeweiligen Auftrag an.
Praktisches Beispiel
Ein Bauunternehmen beauftragt einen selbstständigen Stuckateur projektbezogen zu einem Festpreis pro Auftrag. Der Vertrag sieht keine festen Arbeitszeiten vor, der Stuckateur verwendet sein eigenes Werkzeug und Material, und es besteht ein Vertretungsrecht. Die Haftung ist auf den Projektbetrag beschränkt. Diese Regelung gewährleistet eindeutig die Unabhängigkeit des Stuckateurs und beugt Streitigkeiten über die Befugnisse vor.
Ehrliche Empfehlung
Für einen einfachen, kurzfristigen Auftrag mit überschaubarem Risiko können Sie einen Freelance-Vertrag anhand eines Mustervertrags leicht selbst erstellen und um Klauseln zu Honorar, Haftung und geistigem Eigentum ergänzen. Dafür benötigen Sie keinen Anwalt. Geht es jedoch um eine langfristige Zusammenarbeit, hohe Beträge, wertvolles geistiges Eigentum oder Unklarheiten bezüglich des Auftragsverhältnisses? Dann sollten Sie den Vertrag erstellen oder prüfen lassen. Das Risiko von Steuernachzahlungen aufgrund einer Scheinselbstständigkeit trägt der Auftraggeber und wiegt schwerer als die Kosten eines rechtssicheren Vertrags.
Mehr dazu: Was ist ein Selbstständigenvertrag und wie sieht ein Beispiel für einen Selbstständigenvertrag aus? Möchten Sie alles gleich professionell regeln lassen? Hier finden Sie einen Selbstständigenvertrag.
Häufig gestellte Fragen
Erstellen Sie einen Dienstleistungsvertrag (Art. 7:400 BW) und definieren Sie darin konkret den Auftrag, das Honorar, die Laufzeit, die Kündigungsbedingungen, die Haftung und die Rechte am geistigen Eigentum. Verwenden Sie einen Mustervertrag der Steuer- und Zollverwaltung als Grundlage und stellen Sie sicher, dass der Text die tatsächliche, selbstständige Arbeitssituation widerspiegelt.
Das hierarchische Verhältnis. Wenn der Auftraggeber den freiberuflichen Experten wie einen Angestellten behandelt – mit festen Arbeitszeiten, Anweisungen zu Arbeitsmethoden und verpflichtenden persönlichen Aufgaben –, besteht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit. Die Vereinbarung sollte ergebnisorientiert gestaltet und idealerweise ein Vertretungsrecht enthalten.
Die Preisstruktur (Stundensatz, Tagessatz oder Festpreis) bzw. Beträge inklusive oder exklusive Mehrwertsteuer, die Rechnungsstellungs- und Zahlungsbedingungen, welche Auslagen erstattet werden und die Folgen einer verspäteten Zahlung (gesetzliche Verzugszinsen und Inkassokosten).
Legen Sie im Vertrag klar fest, wer die Rechte an den vom Freelancer erstellten Werken, wie Texten, Designs oder Software, erwirbt. Ohne eine solche Übertragung verbleibt das Urheberrecht beim Freelancer, selbst wenn der Auftraggeber zahlt. Vereinbaren Sie daher eine Übertragung oder eine eindeutige Nutzungslizenz.
Das ist vernünftig. Begrenzen Sie die Haftung des Selbstständigen beispielsweise auf den Rechnungsbetrag oder die Deckungssumme der Berufshaftpflichtversicherung und schließen Sie indirekte Schäden aus. So bleiben die finanziellen Risiken für beide Parteien überschaubar.
Bei einem Dienstleistungsvertrag kann der Auftraggeber den Vertrag grundsätzlich jederzeit kündigen (Artikel 7:408 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches). Dennoch sollte eine angemessene Kündigungsfrist vereinbart werden, um Streitigkeiten vorzubeugen. Für Selbstständige gelten mitunter Einschränkungen hinsichtlich einer vorzeitigen Kündigung; diese sollten für beide Parteien klar dokumentiert werden.
Ein Mustervertrag der Steuer- und Zollverwaltung ist eine gute Grundlage, aber oft zu allgemein gehalten. Ergänzen Sie ihn durch konkrete Vereinbarungen zu Gebühren, Lieferung, Haftung und geistigem Eigentum und passen Sie ihn an Ihre Branche und den jeweiligen Auftrag an. Achten Sie außerdem darauf, dass die Praxis dem Mustervertrag entspricht.