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Was ist ein Selbstständigenvertrag? Erklärung und Anwendung

Was ist ein Vertrag für Selbstständige? Erläuterung der Rolle, wann man ihn braucht und worauf man als KMU achten sollte.

Veröffentlicht am 13. September 2026 von MKBjuristen.nl
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Was ist ein Selbstständigenvertrag? Es handelt sich um einen schriftlichen Dienstleistungsvertrag (Art. 7:400 BW) zwischen einem Auftraggeber und einem Selbstständigen ohne Angestellte. Darin wird festgelegt, welche Leistungen der Selbstständige zu welchem ​​Preis und unter welchen Bedingungen erbringt. Anders als bei einem Arbeitsvertrag besteht kein hierarchisches Verhältnis und keine Verpflichtung zur persönlichen Arbeitsleistung – genau diese beiden Punkte entscheiden darüber, ob die Finanz- und Zollverwaltung die Zusammenarbeit als echte Selbstständigkeit oder als verdecktes Arbeitsverhältnis einstuft.

Die kurze Antwort

  • Form: Dienstleistungsvertrag (Art. 7:400 BW), kein Arbeitsvertrag.
  • Parteien: Auftraggeber und selbstständiger Freiberufler, beide eingetragene Unternehmer.
  • Kern: Beschreibung des Auftrags, des Honorars, der Dauer und der Beendigung.
  • Risiko: Schein-Selbstständigkeit – Vermeiden Sie hierarchische Beziehungen.
  • Hilfreich: Mustervereinbarung der Steuer- und Zollverwaltung als Grundlage.
  • Zusatz: Vereinbarungen bezüglich Haftung und geistigem Eigentum.

Was genau ist ein Selbstständigenvertrag?

Was ist ein Vertrag zwischen einem Auftraggeber und einem Freiberufler?

Rechtlich gesehen ist ein Vertrag mit einem Freiberufler ein Dienstleistungsvertrag. Der Freiberufler verpflichtet sich zur Erbringung einer bestimmten Leistung oder zur Lieferung eines bestimmten Ergebnisses; der Auftraggeber zahlt dafür ein Honorar. Der Freiberufler bleibt Unternehmer: Er bestimmt selbst, wie er die Arbeit ausführt, arbeitet auf eigenes Risiko und eigene Kosten und kann sich grundsätzlich vertreten lassen.

Der Unterschied zwischen einem Arbeitsvertrag und einem befristeten Arbeitsverhältnis liegt in drei Elementen: Lohn, Arbeitsleistung und Weisungsbefugnis. Fehlt die Weisungsbefugnis – übt der Auftraggeber also keine Weisungsbefugnis wie ein Angestellter aus –, besteht kein Arbeitsverhältnis. Sind diese drei Elemente vorhanden, können Gericht oder Finanzbehörden das Verhältnis unabhängig vom schriftlichen Inhalt neu einstufen.

Unterschied zu einem Arbeitsvertrag

Die Grenze zwischen Auftragserteilung und Arbeitsverhältnis hat sich in den letzten Jahren verschärft. Entscheidend ist nicht der Titel des Dokuments, sondern das tatsächliche Verhalten der Parteien. Merkmale, die auf Unabhängigkeit hinweisen:

  • Keine hierarchische Beziehung. Der selbstständige Freiberufler erhält keine Anweisungen bezüglich der Arbeitsweise, sondern nur bezüglich des gewünschten Ergebnisses.
  • Auf eigene Kosten und eigenes Risiko. Der selbstständige Freiberufler trägt das unternehmerische Risiko selbst und kümmert sich selbst um seine Versicherung.
  • Vertretungsrecht. Grundsätzlich kann sich der selbstständige Freiberufler vertreten lassen; es besteht keine Verpflichtung, die eigene Arbeit selbst zu verrichten.
  • Mehrere Kunden. Eine jahrelange Vollzeitbeschäftigung für einen einzigen Kunden deutet auf eine Festanstellung hin.

Scheinarbeit als Selbstständiger und das DBA-Gesetz

Die Steuer- und Zollverwaltung prüft Schein-Selbstständigkeit auf Grundlage eines Selbstständigenvertrags

Die größte Gefahr stellt die Scheinselbstständigkeit dar. Diese liegt vor, wenn eine selbstständige Person formal als Unternehmer tätig ist, tatsächlich aber wie ein Angestellter arbeitet. In solchen Fällen kann das Finanzamt rückwirkend Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge vom Auftraggeber einziehen.

Das DBA-Gesetz (Deregulierung der Beurteilung von Beschäftigungsverhältnissen) ersetzte 2016 die VAR. Seit dem 1. Januar 2025 geht die Steuer- und Zollverwaltung wieder aktiv gegen Scheinselbstständigkeit vor. Ein Mustervertrag bietet Orientierung, aber nur dann Rechtssicherheit, wenn die Praxis dem Vertrag entspricht. Ein guter Vertrag setzt daher eine realistische Arbeitssituation voraus.

Der Mustervertrag

Mustervertrag als Grundlage für einen Selbstständigenvertrag

Die Steuer- und Zollverwaltung veröffentlicht Musterverträge, die Sie als Grundlage verwenden können. Wenn Sie gemäß einem solchen genehmigten Muster arbeiten und Ihre Geschäftspraxis diesem entspricht, besteht grundsätzlich kein Arbeitsverhältnis. Es gibt allgemeine Muster und Muster für spezifische Branchen.

Wichtig: Ein Mustervertrag ist keine Garantie. Die Steuer- und Zollverwaltung prüft stets die tatsächliche Umsetzung. Passen Sie den Mustervertrag außerdem an Ihre individuelle Situation an – ein leeres Standardmuster ohne Ihre eigenen Bestimmungen zu Haftung, geistigem Eigentum und Kündigung ist in der Regel unzureichend.

Wichtige Bestimmungen

Ein vollständiger Selbstständigenvertrag umfasst mindestens Folgendes:

  • Aufgabenbeschreibung. Genauer gesagt: welche Arbeit oder welches Ergebnis und deren Umfang.
  • Preise und Zahlung. Stundensatz oder Festpreis, Rechnungsstellung, Zahlungsbedingungen.
  • Dauer und Beendigung. Befristet oder unbefristet, Kündigungsfrist.
  • Haftung. Haftungsbeschränkung und Versicherungspflicht.
  • Geistiges Eigentum. Wem gehören Urheberrechte und andere Rechte?
  • Vertraulichkeit. Schutz vertraulicher Geschäftsinformationen.

Praktisches Beispiel

Eine Marketingagentur engagiert einen freiberuflichen Texter für einmalige Aufträge. Der Vertrag sieht einen Festpreis pro Artikel vor, jedoch keine festgelegte Stundenzahl. Der Texter entscheidet selbst, wann und wo er arbeitet. Er arbeitet auch für andere Agenturen. Diese Konstellation signalisiert eindeutig Unabhängigkeit: keine Weisungsbefugnis, keine verpflichtende Eigenleistung und Arbeit auf eigenes Risiko.

Ehrliche Empfehlung

Rechtsexperte berät zu Selbstständigkeitsverträgen und Scheinselbstständigkeit

Für einen eindeutigen, einmaligen Auftrag mit geringem Wert genügt ein von der Steuer- und Zollverwaltung genehmigter Mustervertrag, sofern Sie ihn um Bestimmungen zu Gebühren, Haftung und geistigem Eigentum ergänzen. In diesem Fall benötigen Sie keinen Anwalt. Sind Sie sich über das hierarchische Verhältnis unsicher, arbeiten Sie über einen längeren Zeitraum mit demselben Freelancer zusammen oder geht es um höhere Beträge oder sensible Rechte an geistigem Eigentum? Dann lassen Sie den Vertrag prüfen – das Risiko von Steuernachzahlungen aufgrund von Scheinselbstständigkeit trägt der Auftraggeber, und diese können beträchtlich sein.

Mehr dazu: Freelance-Vertragsgestaltung und Fallstricke bei Freelance-Verträgen . Benötigen Sie sofort einen Vertrag? Freelance-Vertrag ansehen .

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Selbstständigenvertrag?

Ein Vertrag mit einem selbstständigen Freiberufler ist ein Dienstleistungsvertrag (Art. 7:400 BW) zwischen einem Auftraggeber und einem Freiberufler ohne Angestellte. Er legt die vom Freiberufler zu erbringende Leistung, den Stundensatz und die Vertragsbedingungen fest. Im Gegensatz zu einem Arbeitsvertrag begründet er kein hierarchisches Verhältnis und keine Verpflichtung zur persönlichen Arbeitsleistung.

Worin besteht der Unterschied zu einem Arbeitsvertrag?

Ein Arbeitsvertrag besteht aus drei Elementen: Lohn, Arbeitsleistung und Befugnissen. Bei einem Vertrag für Selbstständige fehlt die Befugnis: Der Selbstständige bestimmt seine Arbeitsweise, trägt sein eigenes Risiko und kann sich grundsätzlich selbst vertreten lassen. Sind alle drei Elemente vorhanden, kann das Verhältnis als Arbeitsverhältnis eingestuft werden.

Was ist eine Scheinbeschäftigung?

Als Scheinselbstständigkeit gilt, wenn eine Person formal als Unternehmer tätig ist, faktisch aber wie ein Angestellter arbeitet. In solchen Fällen kann die Steuer- und Zollverwaltung rückwirkend Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge vom Betroffenen einziehen. Seit dem 1. Januar 2025 werden die Maßnahmen dagegen wieder verstärkt verfolgt.

Bietet ein Mustervertrag Rechtssicherheit?

Ein Mustervertrag der Steuer- und Zollverwaltung dient als Orientierungshilfe, stellt aber keine Garantie dar. Die Steuer- und Zollverwaltung prüft stets die tatsächliche Umsetzung. Grundsätzlich kommt nur dann ein Arbeitsverhältnis zustande, wenn die Praxis dem Mustervertrag entspricht. Ergänzen Sie den Mustervertrag zudem durch Ihre eigenen Bestimmungen zu Gebühren, Haftung und geistigem Eigentum.

Was sollte in einem Vertrag für Selbstständige enthalten sein?

Mindestens erforderlich sind: eine konkrete Aufgabenbeschreibung, Honorar- und Zahlungsvereinbarungen, Dauer und Beendigung, Haftungsbestimmungen, Regelungen zum geistigen Eigentum und Vertraulichkeitsbestimmungen. Diese Bestimmungen beugen Missverständnissen vor und verringern das Risiko einer Umklassifizierung als Arbeitsverhältnis.

Wer trägt das Risiko im Falle einer Scheinbeschäftigung?

Das Risiko trägt der Kunde. Im Falle einer Umklassifizierung kann das Finanzamt rückwirkend zusätzliche Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge vom Kunden erheben und gegebenenfalls eine Geldstrafe verhängen. Daher ist es wichtig, dass sowohl der Vertrag als auch die Geschäftspraxis eine echte Selbstständigkeit belegen.

Muss ein Vertrag für Selbstständige schriftlich vorliegen?

Ein Dienstleistungsvertrag ist zwar auch mündlich gültig, eine schriftliche Fassung wird jedoch dringend empfohlen. Ein schriftlicher Vertrag beugt Streitigkeiten über Honorar, Leistungsumfang und Beendigung vor und dient den Finanzbehörden als Nachweis, dass die Zusammenarbeit auf einer eigenständigen Basis erfolgt.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

Rechtliche Frage zu diesem Artikel?

Ein Blog bietet zwar Erklärungen, doch Ihre Situation erfordert oft eine konkrete rechtliche Entscheidung. MKB Juristen unterstützt Unternehmer bei Verträgen, Allgemeinen Geschäftsbedingungen, DSGVO-Dokumenten, Arbeitsverträgen, Streitigkeiten und maßgeschneiderten Rechtslösungen.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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