MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
Es empfiehlt sich, wichtige Verträge, Geschäftsbedingungen und andere juristische Dokumente nicht selbst zusammenzustellen oder zu kopieren. Wir unterstützen Unternehmer mit begrenztem Budget mit maßgeschneiderten Rechtslösungen, transparenten Kosten im Voraus und verständlichen Erklärungen.
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Ein Businessplan beschreibt Ihr Vorhaben, für wen, wie Sie Geld verdienen und was Sie für den Start benötigen. Er ist kein akademisches Dokument, sondern ein praktisches Werkzeug und ein überzeugendes Präsentationsinstrument. Für die Finanzierung durch Banken oder Investoren ist er fast immer erforderlich: 15–30 Seiten inklusive Management Summary, Unternehmerprofil, Produktbeschreibung, Marktanalyse, Marketingplan, Organisationsstruktur und einem detaillierten Finanzteil. Im Folgenden finden Sie die Struktur, mögliche Fallstricke und wie Saskia ihren Cleantech-Plan erstellt hat, ohne sich im Fachjargon der BWL zu verlieren.
Die kurze Antwort
- Ziel: Die Bank, den Investor oder sich selbst davon zu überzeugen, dass das Unternehmen funktionieren wird.
- Länge: 15-30 Seiten (länger = oft ungelesen).
- Struktur: Zusammenfassung, Unternehmer, Produkt, Markt, Marketing, Organisation, Finanzen.
- Finanziell: 3- bis 5-Jahres-Prognose mit Cashflow, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
- Aktualisierung: Jährliche Überprüfung – Strategieänderungen.
Die Struktur
1. Zusammenfassung (1-2 Seiten)
Der wichtigste Teil – Entscheidungsträger lesen oft nur diesen. Inhalt:
- Was Sie tun (ein Satz).
- Für wen (Zielgruppe).
- Warum das funktioniert (Alleinstellungsmerkmal).
- Wie Sie Geld verdienen (Geschäftsmodell).
- Was Sie benötigen (Finanzierung).
- Wichtige Finanzkennzahlen.
2. Unternehmer(n) und Team
Wer steckt dahinter? Hintergrund, Erfahrung, Komplementarität. Investoren bewerten das Team oft höher als die Idee.
3. Produkt/Dienstleistung
Was genau verkaufen Sie? Welches Problem lösen Sie? Worin besteht der Unterschied zu bestehenden Lösungen? Bitte fügen Sie technische Zeichnungen, Screenshots und Prototypen bei.
4. Markt und Wettbewerb
Wer sind Ihre Kunden? Wie groß ist der Markt? Wer sind Ihre Wettbewerber und wie positionieren Sie sich? Eine SWOT-Analyse ist oft hilfreich.
5. Marketing und Vertrieb
Wie erreichen Sie Ihre Kunden? Welche Kanäle, welche Preisstrategie, welche Verkaufszyklen? Inklusive einer Strategie zur Gewinnung des Erstkunden.
6. Organisation
Rechtsform (Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Einzelunternehmen, offene Handelsgesellschaft), Struktur, Personalplanung. Genehmigungen, Standort, Infrastruktur.
7. Finanzbereich
Der entscheidende Teil für Banken und Investoren. Enthält:
- Investitionsbudget: Was benötigen Sie für die Gründung?.
- Finanzierungsplan: Eigenmittel, Darlehen, Investoren.
- Umsatz- und Kostenprognose: 3-5 Jahre im Voraus.
- Liquiditätsprognose: monatlicher Cashflow im ersten Jahr.
- Gewinn- und Verlustrechnung: jährlich.
- Bilanzprognose: pro Jahr.
- Break-Even-Analyse: Bei welchem Umsatz wird die Gewinnschwelle erreicht?.
Schritte zum Schreiben
- Kurzvorschlag: Können Sie das Unternehmen in einem Satz erklären? Falls nicht, überlegen Sie bitte noch einmal genauer.
- Marktforschung: Sprechen Sie mit 10-20 potenziellen Kunden.
- Umsatzmodell: Ermittlung der Einnahmequellen und der Kostenstruktur.
- Finanzkennzahlen: Erstellen Sie eine Prognose in einer Tabellenkalkulation (Umsatz, Kosten, Cashflow).
- Schreiben: Beginnen Sie mit der Zusammenfassung; führen Sie den Rest ausführlicher aus.
- Überprüfung: Bitten Sie den Unternehmer/Buchhalter/Anwalt um Feedback.
- Pitching: 10-minütige Übungsversion für Investoren.
Fallstricke
- Zu lang: Mehr als 50 Seiten werden nicht gelesen.
- Zu optimistisch: Die Umsatzprognose liegt dreimal über der Realität – die Banken durchschauen das.
- Keine Marktforschung: Annahmen ohne Kundengespräche.
- Konkurrenten bestreiten: „Wir haben keine direkten Konkurrenten“ – naiv.
- Zu viel Fachjargon: Business-School-Sprache, die bei der Zielgruppe keinen Anklang findet.
- Keine Aktualisierung: Der 3 Jahre alte Plan ist überholt.
Für wen schreiben Sie?
- Für sich selbst: Es zwingt einen, über Fragen nachzudenken, die man sonst überspringen würde.
- Für die Bank: Fokus auf Finanzierung und Sicherheiten.
- Für Investoren: Konzentrieren Sie sich auf Wachstumspotenzial und Ausstiegsmöglichkeiten.
- Für die Handelskammer: erforderlich für einige berufliche Registrierungen.
- Für Förderanträge: oft erforderlich (WBSO, MIT, BMKB).
Saskias Cleantech-Plan
Saskia (Cleantech-Startup) schreibt 25 Seiten:
- Kurzfassung (1 Seite): Wasserstofferzeugungstechnologie für die Industrie.
- Team (2 Seiten): sie selbst + CTO + Vertriebsleiter.
- Produkt (3 Seiten): Technologie, Prototyp, IP-Position.
- Markt (4 Seiten): Wasserstoffnachfrage, Wettbewerb.
- Marketing (2 Seiten): Industriekunden, Messen.
- Organisation (2 Seiten): BV-Struktur, Standort.
- Finanziell (10 Seiten): 5-Jahres-Prognose, Szenarien, Investitionsbedarf 3 Millionen Euro.
- Anlagen (Lebensläufe, MVP-Screenshots, Empfehlungsschreiben).
Für die Investorenpräsentation: Eine 15-seitige Präsentation als Zusammenfassung.
Vorlagen und Hilfe
Die Handelskammer (KvK), die Rabobank, ING und Qredits bieten kostenlose Vorlagen an. Für bestimmte Branchen: Wirtschaftsverbände halten oft Musterpläne bereit. Bei komplexen Situationen: Existenzgründer-Coach (500–2.500 €) oder Unternehmensberater (2.500–10.000 €).
Ehrliche Empfehlung
Für alle, die eine Finanzierung suchen oder ein neues Unternehmen strukturell planen möchten: Ein Businessplan ist zwar nicht verpflichtend, dient aber der Selbsteinschätzung. Beginnen Sie mit einer Managementzusammenfassung (1 Seite) und bauen Sie diese dann weiter aus. Halten Sie den Plan kurz, realistisch und konkret. Für Finanzierungsgespräche: Kombinieren Sie den Plan mit einer Präsentation. Aktualisieren Sie ihn jährlich – Strategien und Zahlen ändern sich. Für alle, die ganz von vorn anfangen: Die kostenlose Vorlage der Handelskammer ist ein guter Ausgangspunkt.
Weitere Themen: Startup-Investoren bereit, Subventionen und Betriebsmittelfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Eine schriftliche Beschreibung Ihrer Tätigkeit, Ihrer Auftraggeber, Ihrer Einkommensquellen und Ihres Finanzierungsbedarfs. 15–30 Seiten. Unverzichtbar für Finanzierungs- und Förderanträge bei Banken und Investoren. Dient gleichzeitig als internes Strategiepapier.
Zusammenfassung, Unternehmer/Team, Produkt/Dienstleistung, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Organisation und Rechtsform, Finanzteil (Investitionen, Umsatz und Liquiditätsprognose für die nächsten 3-5 Jahre).
Üblicherweise 15–30 Seiten – 1–2 Seiten für die Managementzusammenfassung, 10–15 Seiten für den Geschäftsbericht, 5–10 Seiten für den Finanzbericht. Längere Texte werden oft nicht gelesen. Für eine Präsentation: eine separate Präsentation mit 10–15 Folien als Zusammenfassung.
Beginnen Sie mit Ihrer Idee in einem Satz, gefolgt von der Managementzusammenfassung (1 Seite). Bauen Sie darauf auf. Führen Sie zunächst Kundengespräche (10–20 potenzielle Kunden), erstellen Sie eine Finanzprognose in einer Tabellenkalkulation und schreiben Sie erst dann den Text. Nutzen Sie die kostenlose Vorlage der Handelskammer als Ausgangspunkt.
Zu lange, übertrieben optimistische Umsatzprognose, keine Marktforschung, Behauptung, es gäbe keine Konkurrenz, zu viel Fachjargon, keine Aktualisierung. Banken durchschauen übertriebene Prognosen. Realismus verkauft sich besser als Euphorie.
Bank: Fokus auf Finanzierung, Sicherheiten, Rückzahlung. Investor: Fokus auf Wachstumspotenzial, Skalierbarkeit, Exit-Optionen. Unterschiedliche Schwerpunkte, aber gleiche Struktur. Oft zwei Versionen – kurz für die Präsentation, lang für die Due-Diligence-Prüfung.
Kostenlose Vorlagen der Handelskammer und Workshops für Existenzgründer. Für mittelständische Unternehmen: Gründercoaching (500–2.500 €) oder Unternehmensberatung (2.500–10.000 €). Bei komplexen Finanzierungen: Kombination aus Finanzberater und Rechtsexperte.