Arbeitsfragen

4 Tipps, wie Sie einen Urlaubsantrag ablehnen können

Als Arbeitgeber dürfen Sie einen Urlaubsantrag nicht einfach ablehnen. Grundsätzlich richten Sie sich nach den Wünschen des Arbeitnehmers. Eine Ablehnung ist nur zulässig, wenn Sie innerhalb von zwei Wochen schriftlich und begründet antworten und….

Veröffentlicht am 12. August 2019 von MKBjuristen.nl
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Als Arbeitgeber dürfen Sie einen Urlaubsantrag nicht einfach ablehnen. Grundsätzlich richten Sie sich nach den Wünschen des Mitarbeiters. Eine Ablehnung ist nur zulässig, wenn Sie innerhalb von zwei Wochen schriftlich und begründet und gewichtige Gründe: Der beantragte Urlaub würde Ihren Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen. Reagieren Sie nicht fristgerecht, wird der Urlaub gemäß dem Wunsch des Mitarbeiters gewährt. Im Folgenden erfahren Sie in vier konkreten Schritten, wie Sie einen Urlaubsantrag rechtmäßig ablehnen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Kann ein Arbeitgeber einen Urlaubsantrag ablehnen?

Arbeitnehmer haben Anspruch auf Urlaub und können grundsätzlich selbst entscheiden, wann sie ihn nehmen. Als Arbeitgeber legen Sie daher den Zeitpunkt des Urlaubs nach den Wünschen des Arbeitnehmers fest. Sie dürfen einen Antrag nur dann ablehnen, wenn zwingende Gründe dafür vorliegen: Die Gewährung des Antrags würde Ihren Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen. Dies ist ein strenger Maßstab. Die Interessen Ihres Unternehmens müssen so stark gewichtig sein, dass die Interessen des Arbeitnehmers ihnen angemessen weichen müssen.

Eine besonders arbeitsintensive Phase oder der bloße Wunsch, einen Mitarbeiter nicht kündigen zu lassen, reichen daher nicht aus. Denken Sie vielmehr an eine unverzichtbare Stütze in einer Spitzenzeit, für die kein Ersatz gefunden werden kann, oder an eine Situation, in der das gesamte Kundenservice-Team gleichzeitig abwesend wäre. Schließlich kann es nicht die Absicht Ihres gesamten Kundenservice-Teams sein, gleichzeitig an der Costa del Sol zu sein; Ihre Kunden würden darüber nicht lachen.

Was sind gewichtige Gründe?

triftige Gründe vor, wenn die Gewährung des Urlaubs zu einer erheblichen Störung Ihres Geschäftsbetriebs führen würde. Das Gesetz setzt die Hürde bewusst hoch an: Der Grundsatz bleibt bestehen, dass der Arbeitnehmer selbst entscheidet, wann er Urlaub nimmt. Einige Beispiele zur Veranschaulichung:

  • Ein unverzichtbarer Spezialist, der während einer festgelegten Spitzenzeit ausfällt und nicht ersetzt werden kann.
  • Zu viele Mitarbeiter mit derselben Schlüsselfunktion, die gleichzeitig abwesend wären, würden zu einem Stillstand der Arbeit führen.
  • Ein vereinbarter, fester Abgabetermin oder ein Projekt, bei dem die Anwesenheit des Mitarbeiters unerlässlich ist.

Wichtig: Auch aus zwingenden Gründen dürfen Sie einen bereits geplanten Urlaub nur nach Rücksprache mit dem Mitarbeiter ändern und müssen dem Mitarbeiter jeglichen dadurch entstandenen Schaden ersetzen. Eine Urlaubsänderung ist daher kein Freifahrtschein; gehen Sie in diesem Fall mit Bedacht vor.

Schritt 1: Antworten Sie innerhalb von zwei Wochen schriftlich

Möchten Sie einen Urlaubsantrag ablehnen? Dann müssen Sie schnell handeln. Sie haben zwei Wochen Zeit, auf einen schriftlichen Urlaubsantrag zu antworten. Reagieren Sie nicht innerhalb dieser Frist, gilt der Urlaub als vom Mitarbeiter beantragt und. In diesem Fall bedeutet Nichtstun Zustimmung.

Antworten Sie daher stets schriftlich und bewahren Sie eine Kopie auf. Bei außergesetzlichen Urlaubstagen können abweichende Regelungen im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag gelten. Prüfen Sie daher immer zuerst, welche Regelung für Ihren Mitarbeiter anwendbar ist

Schritt 2: Geben Sie gute Gründe für die Ablehnung an

Eine Ablehnung ist nur dann rechtskräftig, wenn Sie gewichtige Gründe vorbringen. Hier gibt es kein Missverständnis: Die Beurteilung ist streng. Sie müssen konkret darlegen, warum die Gewährung des Antrags zu einer erheblichen Störung des Geschäftsbetriebs und warum dieses Interesse das Interesse des Mitarbeiters an Urlaub zum gewünschten Zeitpunkt überwiegt.

Eine gute Begründung ist sachlich und konkret. Geben Sie den Zeitraum, die Position, die Gründe für die Unmöglichkeit einer Vertretung und die drohenden Schäden oder Störungen an. Eine allgemeine Formulierung wie „Es passt gerade nicht“ ist in einem Konflikt nicht ausreichend. Sie können einen Antrag übrigens auch ablehnen, wenn nicht genügend Urlaubstage zur Verfügung stehen; dies müssen Sie jedoch ebenfalls schriftlich mitteilen.

Schritt 3: Tarifvertrag und Vertragsbestimmungen prüfen

Ein Tarifvertrag kann festlegen, dass während eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise während einer festgelegten Hochsaison oder einer Betriebsschließung, kein Urlaub genommen werden darf. Solche Vereinbarungen können auch in Einzelarbeitsverträgen oder in der Personalordnung festgehalten werden. Dies stärkt Ihre Position im Falle einer Ablehnung erheblich.

Bitte beachten Sie: Auch wenn eine solche Bestimmung existiert, müssen Sie dem Arbeitnehmer eine schriftliche und begründete Antwort zukommen lassen. Beziehen Sie sich in Ihrer Begründung ausdrücklich auf den entsprechenden Tarifvertrag oder die Vertragsbestimmung, damit klar ist, worauf Sie sich stützen.

Schritt 4: Eine Lösung anstreben

Als Arbeitgeber müssen Sie Ihre betrieblichen Interessen stets gegen die persönlichen Interessen des Arbeitnehmers abwägen. Denken Sie daher lösungsorientiert. Bereiten nur die ersten beiden Tage Probleme? Dann lehnen Sie den Antrag nicht gänzlich ab, sondern geben Sie konkret an, für welche Tage Einwände bestehen und für welche nicht.

Vereinbaren Sie außerdem so bald wie möglich ein persönliches Treffen , um gemeinsam nach einer Alternative zu suchen. Dies verringert das Konfliktrisiko und stärkt die Legitimität Ihrer Ablehnung. Fertigen Sie Notizen an und halten Sie die getroffenen Vereinbarungen schriftlich fest, damit es später keine Unstimmigkeiten bezüglich der Fakten gibt.

Ablehnung eines Urlaubsantrags in Kürze

Die vier Schritte im Überblick, um sicherzustellen, dass Ihre Verweigerung rechtlich Bestand hat:

  1. Bitte antworten Sie innerhalb von zwei Wochen nach der schriftlichen Anfrage, andernfalls wird der Urlaub bestätigt.
  2. Bitte fügen Sie eine schriftliche Begründung bei und nennen Sie die gewichtigen Gründe konkret.
  3. Prüfen Sie den Tarifvertrag, den Arbeitsvertrag und die Vorschriften auf abweichende Vereinbarungen und beziehen Sie sich darauf.
  4. Suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung und halten Sie die Vereinbarungen schriftlich fest.

Was passiert, wenn der Mitarbeiter doch in Urlaub fährt?

Ignoriert ein Mitarbeiter eine berechtigte Ablehnung und verlässt trotzdem den Arbeitsplatz, kann dies als unentschuldigtes Fehlen. Je nach den Umständen können Sie Konsequenzen ziehen, wie beispielsweise den Lohn für die nicht geleisteten Arbeitstage einzubehalten oder, in schwerwiegenden Fällen, arbeitsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Gehen Sie dabei mit Bedacht vor: Eine ungerechtfertigte oder übertriebene Reaktion kann kontraproduktiv sein. Im Zweifelsfall sollten Sie sich rechtlich beraten .

Streitigkeiten vermeiden: Urlaubsregeln im Voraus festlegen

Am besten vermeiden Sie Probleme mit Urlaubsanträgen, indem Sie im Vorfeld klare Vereinbarungen treffen. Legen Sie im Arbeitsvertrag und im Mitarbeiterhandbuch fest, wie ein Antrag einzureichen ist, innerhalb welcher Frist Sie antworten und in welchen Zeiträumen eine Freistellung schwierig ist. Das schafft Klarheit und stärkt Ihre rechtliche Position im Falle einer Ablehnung.

Häufig gestellte Fragen zur Ablehnung eines Urlaubsantrags

Innerhalb welcher Frist muss ich auf einen Urlaubsantrag antworten?

Nach Eingang einer schriftlichen Anfrage haben Sie zwei Wochen Zeit, schriftlich zu antworten. Erfolgt innerhalb dieser Frist keine Antwort, gilt der Urlaub als vom Mitarbeiter beantragt und bestätigt.

Wann darf ich einen Urlaubsantrag ablehnen?

Nur aus zwingenden Gründen: wenn die Gewährung des Urlaubs Ihren Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen würde und Ihr Interesse das des Mitarbeiters überwiegt. Dies ist ein strenges Kriterium, das Sie im Einzelfall konkret belegen müssen.

Muss ich eine Ablehnung begründen?

Ja. Eine Ablehnung ist nur dann rechtskräftig, wenn Sie schriftlich und begründet antworten und gewichtige Gründe anführen. Eine allgemeine Begründung ohne Nachweis hat in einem Streitfall in der Regel keinen Bestand.

Kann ich eine Anfrage ablehnen, weil zu viel los ist?

So einfach ist es nicht. Geschäftigkeit allein reicht nicht aus. Es muss eine unmittelbar bevorstehende, gravierende Störung des Geschäftsbetriebs vorliegen, beispielsweise weil ein unverzichtbarer Mitarbeiter während einer Spitzenzeit nicht ersetzt werden kann.

Kann ich einen bereits genehmigten Urlaub noch stornieren?

Sobald ein Urlaub bestätigt ist, kann er nur aus zwingenden Gründen und nach Rücksprache mit dem Mitarbeiter geändert werden. Darüber hinaus müssen Sie dem Mitarbeiter alle durch die Änderung entstandenen Schäden, wie z. B. gebuchte Reisekosten, ersetzen. Gehen Sie daher mit Bedacht vor.

Was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig auf die Bewerbung antworte?

Dann stimmen Sie zu. Sollten Sie nicht innerhalb von zwei Wochen antworten, gilt der Urlaub als gemäß den Wünschen des Mitarbeiters festgelegt. Reichen Sie Ihre schriftliche Antwort daher stets fristgerecht ein.

MKB Juristen hilft Ihnen, voranzukommen

Ihre Mitarbeiter haben Anspruch auf Urlaub, während Sie den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. Wir denken gerne vorausschauend: Wir sorgen für klare Regelungen in Ihren Arbeitsverträgen und Mitarbeiterhandbüchern bezüglich Urlaubsanträgen und den Folgen unentschuldigter Abwesenheit. Und falls ein schwieriger Antrag eingeht? Wir erstellen Ihnen innerhalb von zwei Wochen ein begründetes Ablehnungsschreiben, damit Ihr Mitarbeiter keine formalen Einwände geltend machen kann.

Benötigen Sie Unterstützung bei einem konkreten Urlaubsantrag oder Ihren Anstellungsbedingungen? Informieren Sie sich über unsere Expertise im Arbeitsrecht oder vereinbaren Sie direkt ein unverbindliches Erstgespräch. Wir handeln schnell und praxisorientiert.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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