Verträge

Stellen Sie sicher, dass die Vertragspartei den Inhalt des Vertrags versteht

Ein Vertrag ist nur dann wirklich wirksam, wenn auch die andere Vertragspartei versteht, was sie unterzeichnet. Versteht die Vertragspartei den Inhalt nicht, steigt das Risiko von Streitigkeiten, Nichterfüllung und Gerichtsverfahren. Und genau hier liegt die Verantwortung beim Verfasser des Vertrags...

Veröffentlicht am 9. Januar 2019 von MKBjuristen.nl
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Ein Vertrag ist nur dann wirklich wirksam, wenn auch die andere Vertragspartei versteht, was sie unterzeichnet. Versteht die Vertragspartei den Inhalt nicht, steigt das Risiko von Streitigkeiten, Nichterfüllung und Gerichtsverfahren. Und genau dieses Risiko trägt der Verfasser des Vertrags: Bei unklaren oder unverständlichen Formulierungen kann die andere Partei später einen Fehler geltend machen, und vage Bestimmungen werden in der Regel zu ihrem Nachteil ausgelegt. Die Lösung liegt nicht in einer Verwässerung des Vertragsrechts, sondern in einer klaren Sprache, die dessen Rechtswert erhält.

Kurz gesagt: Machen Sie Ihre wichtigsten Vereinbarungen im Voraus sichtbar, formulieren Sie sie in einfacher Sprache und lassen Sie sich von der anderen Partei bestätigen, dass sie die Kernbedingungen gelesen hat. Im Folgenden erfahren Sie, warum dies so wichtig ist, welche Risiken damit verbunden sind und wie Sie konkret vorgehen können.

Warum Verständnis seitens der anderen Partei so wichtig ist

In der Praxis unterzeichnen viele Menschen einen Vertrag, ohne dessen Inhalt vollständig zu verstehen. Untersuchungen zum Vertragsverständnis zeigen immer wieder, dass ein erheblicher Anteil der Unterzeichner juristische Fachsprache als schwierig empfindet und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht (vollständig) liest. Das Bild variiert je nach Vertragsart: Ein einfacher Kauf- oder Mietvertrag ist in der Regel besser verständlich als komplexe Dokumente mit vielen juristischen Klauseln.

Für Sie als Unternehmer ist das ein entscheidender Punkt. Ein Vertragspartner, der die Tragweite seiner Vereinbarung nicht versteht, wird von den Konsequenzen leichter überrascht, ist weniger zahlungsbereit und sucht eher nach Gründen, sich aus dem Vertrag zu lösen. Verständliche Verträge reduzieren dieses Risiko und stärken Ihre Position im Streitfall.

Welchen Risiken ist der Verfasser des Vertrags ausgesetzt?

Unklarheiten in einem Vertrag wirken sich oft nachteilig auf denjenigen aus, der das Dokument verfasst hat. Zwei Risiken sind dabei besonders hervorzuheben.

Risiko des Auslösens eines Fehlers

Ein Vertrag, der aufgrund einer falschen Tatsachendarstellung geschlossen wurde, kann unter bestimmten Umständen wegen Irrtums aufgehoben werden (Artikel 6:228 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches). Dies kann unter anderem dann der Fall sein, wenn die andere Partei aufgrund von Informationen, die Sie bereitgestellt haben, im Irrtum ist oder weil Informationen, die Sie hätten mitteilen sollen, nicht oder nur unzureichend zugänglich waren.

Die von Ihnen bereitgestellten Informationen müssen nicht perfekt sein, aber ausreichend verständlich und zugänglich. Eine Anhäufung komplexer Begriffe kann die Verständlichkeit beeinträchtigen. Sollte ein Missverständnis schwerwiegend sein und auf unklare Informationen Ihrerseits zurückzuführen sein, könnte dies im Extremfall zur Aufhebung des Vertrags führen.

Unklare Bestimmungen werden zu Ungunsten des Verfassers ausgelegt

Bei Unklarheiten bezüglich der Bedeutung einer Klausel greift häufig der Grundsatz contra proferentem: Unklare Formulierungen werden zum Nachteil des Verfassers ausgelegt. Für Verträge mit Verbrauchern ist diese Auslegungsregel gesetzlich verankert. Im Geschäftsverkehr ist sie zwar keine strikte gesetzliche Vorschrift, begünstigt aber dennoch eine bestimmte Auslegung: Wer vage formuliert, riskiert, dass der Richter die für ihn ungünstige Auslegung wählt.

Darüber hinaus hat im Streitfall die Offenlegungspflicht der offenlegenden Partei in der Rechtsprechung in der Regel größeres Gewicht als die Untersuchungspflicht der Gegenpartei. Wer wichtige Informationen unklar oder schwer auffindbar formuliert, kann sich später kaum darauf berufen.

Was können Sie selbst tun, um das Verständnis zu verbessern?

Glücklicherweise haben Sie großen Einfluss darauf, wie verständlich Ihre Verträge sind. Die Kunst besteht darin, eine leicht verständliche Sprache mit rechtlich einwandfreien Inhalten zu verbinden.

  • Schreiben Sie in klaren, kurzen Sätzen. Vermeiden Sie unnötigen Fachjargon und lange juristische Formulierungen. Verständliche Formulierungen dürfen niemals die Rechtsgültigkeit des Dokuments beeinträchtigen.
  • Erläutern Sie die wichtigsten Bedingungen im Voraus. Weisen Sie auf die wesentlichen Bestimmungen hin, beispielsweise auf der Vorderseite eines Angebots oder Bestellformulars, gegebenenfalls in einfacherer Formulierung. Fügen Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen selbst eine Klausel hinzu, die klarstellt, dass diese Erläuterung lediglich der Verdeutlichung dient und die tatsächlichen Geschäftsbedingungen uneingeschränkt gelten.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht auffindbar und lesbar sind. Stellen Sie sicher, dass sie rechtzeitig bereitgestellt werden und logisch strukturiert sind, mit klaren Überschriften für jedes Thema.
  • Weisen Sie aktiv auf entscheidende Klauseln hin. Berücksichtigen Sie Haftungsbeschränkungen, Zahlungsbedingungen, Kündigungsfristen und Vertragsstrafen. Je deutlicher Sie diese Punkte ansprechen, desto stärker ist Ihre Position.
  • Lassen Sie sich gegebenenfalls von der anderen Partei bestätigen. Eine kurze Bestätigung, dass die wichtigsten Bedingungen gelesen und verstanden wurden, verringert das Risiko späterer Streitigkeiten.

Gut lesbare Verträge sind daher kein Marketingtrick, sondern ein Mittel zur Risikominimierung. Sind Sie sich unsicher, ob Ihre Dokumente rechtlich einwandfrei und gleichzeitig verständlich sind? Dann lassen Sie sie von einem Anwalt prüfen, der Ihre Geschäftsprozesse versteht. Unsere Spezialisten im Vertragsrecht unterstützen Sie gerne.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So stellen Sie sicher, dass die andere Vertragspartei den Vertrag versteht

Wenn Sie dies auf struktureller Basis ordnungsgemäß regeln möchten, befolgen Sie diese Schritte, bevor Sie eine Vereinbarung versenden.

  1. Führen Sie die wichtigsten Vereinbarungen oben auf. Platzieren Sie Preis, Laufzeit, Zahlungsbedingungen und die wichtigsten Verpflichtungen gleich am Anfang in einfacher Sprache, damit sie nicht im Kleingedruckten untergehen.
  2. Übersetzen Sie Fachbegriffe in einfache Sprache. Verwenden Sie nach Möglichkeit alltägliche Wörter und kurze Sätze; konsultieren Sie für juristische Präzision die entsprechende Klausel.
  3. Stellen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen rechtzeitig zur Verfügung. Übermitteln Sie diese im Voraus oder spätestens bei Vertragsschluss, nicht erst nachträglich auf der Rechnung.
  4. Weisen Sie explizit auf belastende Klauseln hin. Kennzeichnen Sie Haftungsbeschränkungen, Strafen und Kündigungsfristen deutlich, beispielsweise durch eine Überschrift oder eine kurze Zusammenfassung.
  5. Halten Sie die Einwilligung fest. Verlangen Sie eine Unterschrift oder eine nachweisbare Vereinbarung (z. B. ein Kontrollkästchen mit Datum), damit Sie später nachweisen können, dass die andere Partei die Bedingungen kannte.

Praktisches Beispiel: eine unklare Zahlungsvereinbarung

Angenommen, Sie bieten Dienstleistungen auf Rechnungsbasis an und haben in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Zahlungsfrist mit einer Verzugsgebühr festgelegt. Die Klausel ist so technisch formuliert, dass dem Kunden nicht bewusst ist, dass die Gebühr bereits nach wenigen Tagen fällig wird. Im Falle eines Inkassoverfahrens kann der Kunde argumentieren, die Vereinbarung sei unklar gewesen. Bei Unklarheiten bezüglich der Auslegung zieht der Verfasser der Klausel oft den Kürzeren.

Hätten Sie die gleiche Vereinbarung im Voraus klar und deutlich kommuniziert, wären Sie in einer deutlich stärkeren Position. Sollte es dennoch zu Zahlungsausfällen kommen, können Sie unser Inkassoverfahren , um Ihre ausstehenden Forderungen einzutreiben.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Vertrag, den die andere Partei nicht versteht, ungültig?

Nicht automatisch. Grundsätzlich ist eine Unterschrift rechtsverbindlich, selbst wenn der Unterzeichner den Inhalt nicht vollständig gelesen hat. Missverständnisse in Verbindung mit unklaren oder fehlenden Informationen können jedoch zu einer erfolgreichen Einrede führen und den Vertrag unter bestimmten Umständen anfechtbar machen.

Was bedeutet „contra proferentem“?

Es handelt sich um eine Auslegungsregel, die besagt, dass eine unklare Bestimmung zum Nachteil der Partei ausgelegt wird, die sie verfasst hat. In Verbraucherverträgen ist diese Regel gesetzlich verankert; in Geschäftsbeziehungen dient sie als wichtige Richtlinie für die Auslegung unklarer Klauseln.

Kann ich meine Allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinfachen, ohne dass diese an Rechtskraft verlieren?

Ja, vorausgesetzt, es wird sorgfältig umgesetzt. Verständliche Sprache und rechtliche Korrektheit schließen sich nicht aus. Wichtig ist, dass der Inhalt rechtlich einwandfrei bleibt und etwaige Erläuterungen die eigentlichen Geschäftsbedingungen nicht untergraben. Ein Rechtsexperte kann Ihre Geschäftsbedingungen diesbezüglich prüfen.

Wer muss nachweisen, dass die andere Partei die Geschäftsbedingungen kannte?

Bei Streitigkeiten wird häufig geprüft, ob die Allgemeinen Geschäftsbedingungen rechtzeitig zur Verfügung gestellt wurden und ob wichtige Bestimmungen ausreichend erläutert wurden. Der Partei, die sich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beruft, ist gut zu raten, dies nachweislich sichergestellt zu haben. Eine sorgfältige Dokumentation im Vorfeld erspart spätere Diskussionen erheblich.

Wie kann ich nachweislich belegen, dass ein Kunde den Vertrag verstanden hat?

Verwenden Sie eine Signatur oder eine digitale Vereinbarung, in der die Kernbedingungen kurz zusammengefasst sind, und dokumentieren Sie den Zeitpunkt der Vereinbarung (Datum und Version der Bedingungen). Eine kurze Bestätigung, dass die wichtigsten Bestimmungen gelesen wurden, kombiniert mit der zeitnahen Bereitstellung der Bedingungen, erschwert es erheblich, nachträglich Missverständnisse geltend zu machen.

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Bei MKB Juristen entwerfen wir Verträge und Allgemeine Geschäftsbedingungen, die rechtssicher und gleichzeitig für Ihre Kunden verständlich sind. Dadurch minimieren wir das Risiko von Missverständnissen und Rechtsstreitigkeiten und stärken Ihre Position im Streitfall.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

Rechtliche Frage zu diesem Artikel?

Ein Blog bietet zwar Erklärungen, doch Ihre Situation erfordert oft eine konkrete rechtliche Entscheidung. MKB Juristen unterstützt Unternehmer bei Verträgen, Allgemeinen Geschäftsbedingungen, DSGVO-Dokumenten, Arbeitsverträgen, Streitigkeiten und maßgeschneiderten Rechtslösungen.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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