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Immer mehr Niederländer zieht es in Dubai, Geschäfte zu tätigen: 9 % Körperschaftsteuer seit 2023 (gegenüber 19–25,8 % in den Niederlanden), 0 % Einkommensteuer und eine zentrale Rolle für den Nahen Osten, Asien und Afrika. Die Realität sieht jedoch anders aus. Es gelten Substanzanforderungen gemäß ATAD, eine Wohnsitzprüfung durch die niederländische Steuer- und Zollverwaltung sowie höhere Kosten als oft dargestellt. Im Folgenden finden Sie einen ehrlichen Überblick für niederländische Unternehmer, die einen Umzug nach Dubai erwägen.
Die kurze Antwort
- Steuervorteil: 9 % Körperschaftsteuer in den VAE, 0 % Einkommensteuer für Einwohner, 5 % Mehrwertsteuer.
- Routen: Festland, Freizone, Offshore – jede mit ihrem eigenen Profil.
- Erforderliche Substanz: Büro, Personen, Vorstandssitzungen in den VAE.
- Niederländische Steuer- und Zollverwaltung: überprüft Wohnsitz und Niederlassung – keine „Papier“-Dubai BV.
- Realistische Kosten: 15.000-50.000 Euro/Jahr für das Komplettpaket.
Warum entscheiden sich Unternehmer für Dubai?
Floor – IT-Beraterin (35) aus Amsterdam – erkundet Dubai. Ihre Gründe:
- Niedrige Steuerbelastung: 9 % Körperschaftsteuer in den VAE gegenüber 25,8 % Körperschaftsteuer in den Niederlanden auf Gewinne über 200.000 Euro.
- Für Einwohner gibt es keine Einkommensteuer.
- Kunden im Nahen Osten und in Asien.
- Geschäftsklima mit Englisch als Hauptsprache.
- Gute Verbindungen (8-Stunden-Flüge in alle Welt).
- Modern, sicher, international.
Floors Buchhalter fügt jedoch eine Einschränkung hinzu: Dubai ist keine Steueroase mehr. Körperschaftsteuer seit 2023, Mehrwertsteuer seit 2018 und wirtschaftliche Substanz seit 2019. Die Sachlage ist differenzierter.
Drei Hauptrouten
Festland
Standard Dubai LLC. Seit 2021: 100 % ausländisches Eigentum in den meisten Branchen möglich. Lokale Verkäufe zulässig. 9 % Körperschaftsteuer auf Gewinne über 375.000 AED (ca. 95.000 €). Für diejenigen, die lokal verkaufen möchten.
Freizone
Eine von über 40 Freizonen (IFZA, JAFZA, Silicon Oasis, DMCC). 100 % ausländisches Eigentum, kein lokaler Handel ohne Vertriebspartner. Im Rahmen des QFZP-Programms (Qualifying Free Zone Person): 0 % Körperschaftsteuer auf qualifizierte Einkünfte. Für internationalen Handel.
Off-Shore
Beispiel: RAK ICC: kein lokaler Handel, kein Visum, keine Niederlassung erforderlich. Insbesondere für Holdingstrukturen. Keine Substanz, hohes Risiko einer Umklassifizierung durch die niederländischen Steuerbehörden.
Steuern in Dubai – Realität
- Körperschaftsteuer 9%: ab einem Gewinn von 375.000 AED (~95.000 Euro) seit Juni 2023.
- 0 % für QFZP: Freizonenunternehmen mit „qualifiziertem Einkommen“ – strenge Bedingungen.
- 5% MwSt.: seit 2018 für die meisten Lieferungen und Dienstleistungen.
- Keine Einkommensteuer: für Einwohner (Wohnsitz erforderlich).
- Keine Erbschaftssteuer, keine Vermögenssteuer.
Vergleich in den Niederlanden für KMU mit einem Gewinn von 500.000 Euro: Dubai 9 % = 45.000 Euro gegenüber den Niederlanden 25,8 % = 129.000 Euro. Differenz 84.000 Euro – vorausgesetzt, die Struktur ist substanziell.
Stoffanforderungen – die eigentliche Hürde
Gemäß den Economic Substance Regulations (ESR) und ATAD muss ein in Dubai ansässiges Unternehmen tatsächlich dort tätig sein. Dies gilt insbesondere für niederländische Staatsangehörige mit einer Holdinggesellschaft
- Büro in den VAE (kein Postfach).
- Mitarbeiter oder Management in den VAE.
- Aufsichtsratssitzungen in den VAE – dokumentierbar.
- In den VAE getroffene Entscheidungen.
- Tatsächliche operative Tätigkeit.
Bei einer in Dubai ansässigen BV (auf dem Papier) kann die niederländische Steuer- und Zollverwaltung die Fiktion einer Niederlassung (Art. 4 AWR) anwenden und den Gewinn in den Niederlanden rückwirkend besteuern. Siehe Substanzanforderungen für Dubai.
Niederländische Steuerrealität
Die Niederlande prüfen weiterhin Folgendes:
- Wohnsitz des Geschäftsführers/Hauptaktionärs: Bei einem Aufenthalt in den Niederlanden von mehr als 183 Tagen unterliegt er der niederländischen Steuerpflicht.
- Der Sitz einer BV: Entscheidend ist eine effektive Geschäftsführung, nicht nur der formale Firmensitz.
- Betriebsstätte: Wenn die Arbeit in den Niederlanden ausgeführt wird: unterliegt sie der niederländischen Besteuerung.
- CFC-Regeln: Passive Einkünfte aus einem Niedrigsteuerland können in den Niederlanden besteuert werden.
Wer in Dubai richtig Fuß fassen will: Auswandern Sie mit der ganzen Familie, gründen Sie ein Büro und verlegen Sie Ihr Unternehmen komplett dorthin. Ansonsten bleiben niederländische Aspekte relevant.
Kosten – realistisches Bild
- Lizenz für die Freihandelszone: 4.000-15.000 Euro pro Jahr.
- Lizenz für das Festland: 8.000-25.000 Euro pro Jahr.
- Büro (mindestens flexibler Arbeitsplatz): 2.000-10.000 Euro/Jahr.
- Aufenthaltsvisum: 1.500-3.500 Euro pro Person.
- Lebenshaltungskosten in Dubai: 2.000-5.000 Euro/Monat für eine Wohnung.
- Internationale Schule: 10.000-25.000 Euro/Kind/Jahr.
- Gehalt für Berater im ersten Jahr: 10.000-30.000 Euro.
Realistisch: 30.000-100.000 Euro/Jahr für eine ordentliche Ausstattung mit Substanz.
Ehrliche Empfehlung
Dubai eignet sich für Unternehmer mit internationaler Geschäftstätigkeit, ausreichendem Gewinn (über 200.000 Euro/Jahr), der Bereitschaft zur Auswanderung und einem realistischen Budget. Nicht für diejenigen, die lediglich eine „Dubai BV“ mit einem Leben in den Niederlanden anstreben. Investieren Sie in fundierte niederländische Steuerberatung sowie in einen Berater in den VAE – beides ist für die Einhaltung der Vorschriften unerlässlich. Wer lediglich Gewinne parken möchte: Lassen Sie es lieber sein; eine niederländische Steuerkorrektur ist fast immer die Folge.
Weitere Themen: Unternehmensgründung in Dubai, Steuervorteile in Dubai und Risiken der Geschäftstätigkeit in Dubai.
Häufig gestellte Fragen
Steuervorteile (9 % Körperschaftsteuer in den VAE, 0 % Einkommensteuer für Ansässige), strategische Lage (Drehscheibe für den Nahen Osten, Asien und Afrika), englischsprachiges Geschäftsumfeld, modern, sicher, international. Realistisch betrachtet gilt jedoch: Ab 2023 entfällt die Körperschaftsteuer von 0 %.
Festland: Lokaler Handel möglich, 9 % Körperschaftsteuer, seit 2021 100 % ausländisches Eigentum. Freizone: Internationaler Handel, möglicherweise 0 % über das QFZP-Regime. Offshore (RAK ICC): Keine wirtschaftliche Substanz, nur Holdinggesellschaft – hohes Risiko einer niederländischen Umklassifizierung.
Büro in den VAE (kein Postfach), Mitarbeiter oder Management vor Ort, Vorstandssitzungen in den VAE, tatsächliche operative Tätigkeit. Ohne Substanz: Die niederländische Steuer- und Zollverwaltung kann die Fiktion eines Firmensitzes geltend machen und Gewinne in den Niederlanden besteuern.
Rein formal ja, steuerlich jedoch kompliziert. Die niederländischen Steuerbehörden prüfen den tatsächlichen Geschäftssitz (Ort der Niederlassung) und den Wohnsitz des Geschäftsführers/Hauptaktionärs. Für einen echten Steuervorteil: Auswanderung nach Dubai (mindestens 180 Tage im Jahr dort leben).
30.000–100.000 Euro pro Jahr für ein Komplettpaket: Lizenz, Büro, Visum, Berater, Unterkunft. Marketingaussagen wie „Dubai Ltd. ab 4.000 Euro“ beziehen sich nur auf die Lizenz – die tatsächlichen Kosten sind deutlich höher.
Internationale Geschäftstätigkeit (Kunden außerhalb der Niederlande), ausreichender Gewinn (mindestens 200.000 Euro/Jahr, um die Gewinnschwelle zu erreichen), die Bereitschaft zur tatsächlichen Auswanderung und ein realistisches Budget. Nicht geeignet für ein lokales niederländisches Unternehmen mit einer rein formalen Dubai-Struktur.
Zwei Berater: ein niederländischer Steuerspezialist (für niederländische Aspekte, ATAD, Substanz und Domizil) und ein Berater aus den VAE (für lokale Unternehmensgründung und Compliance). Zusammen: 10.000–30.000 Euro im ersten Jahr. Unverzichtbar für eine solide Struktur.