MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
Es empfiehlt sich, wichtige Verträge, Geschäftsbedingungen und andere juristische Dokumente nicht selbst zusammenzustellen oder zu kopieren. Wir unterstützen Unternehmer mit begrenztem Budget mit maßgeschneiderten Rechtslösungen, transparenten Kosten im Voraus und verständlichen Erklärungen.
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Die Verbraucherschutzbehörde (ACM) überwacht das Verbraucherrecht. In der Regel erhält ein Unternehmen zunächst eine Verwarnung und die Möglichkeit zur Nachbesserung. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen kann die ACM jedoch hohe Geldstrafen in Millionenhöhe verhängen. Irreführende Informationen, unvollständige Angaben und falsche Preisspannen sind typische Beispiele.
Unternehmer, die an Endverbraucher verkaufen, müssen sich an strenge Regeln halten. Die ACM kann Maßnahmen ergreifen, unabhängig davon, ob Beschwerden vorliegen oder nicht. Vier Beispiele verdeutlichen, wie weit dies gehen kann.
1. Prüfen Sie auf Updates auf Ihren Smart-Geräten
Unternehmen müssen Verbraucher ausreichend über die wesentlichen Funktionen ihrer Produkte informieren. Die ACM stellte fest, dass Verkäufer zwar die Funktionen von Smart-Geräten (IoT-Geräten) erläutern, aber unzureichende Informationen zur Update-Richtlinie bereitstellen – obwohl Geräte ohne Updates mit der Zeit unbrauchbar und unsicher werden. Nach Intervention der ACM begannen unter anderem MediaMarkt, Coolblue und bol.com, diesbezüglich transparenter zu kommunizieren.
2. Kostenlos muss wirklich kostenlos sein
Der Anbieter Stay Healthy Products bewarb massiv „kostenlose“ Proben, doch im Kleingedruckten verriet sich, dass diese an einen Kauf von 60 Euro geknüpft waren: Wer die Produkte nicht innerhalb von 14 Tagen zurückschickte, musste zahlen. Viele Verbraucher erhielten daraufhin unerwartet ein Mahnschreiben. Die ACM urteilte, dass diese Praxis irreführend sei; das Unternehmen stellte die „kostenlosen“ Angebote ein, und Verbraucher, die bereits Produkte erhalten hatten, durften diese behalten, ohne dafür zu bezahlen.
3. Bußgelder für falsche Informationen auf der Website
Die ACM kann auch Bußgelder verhängen. So wurden beispielsweise mehrere Telekommunikationsanbieter wegen fehlerhafter und unvollständiger Angaben zu ihren Tarifen bestraft – etwa weil sie einmalige Kosten nicht erwähnten oder nicht deutlich machten, dass ein „unbegrenztes“ Datenpaket nur innerhalb der EU gültig war oder dass ein „unbegrenztes“ Gesprächspaket tatsächlich begrenzt war. Cateautje Hijmans van den Bergh, Vorstandsmitglied der ACM, betonte, dass Unternehmen auf ihren Websites nicht unvollständig kommunizieren dürfen, da dies ein wichtiger Kanal für Verbraucher sei. Die Bußgelder reichten von 2.715.000 € (Tele2) bis 3.907.000 € (T-Mobile).
4. Strafe für falsche „Von-Bis“-Preise
Nicht nur große Unternehmen werden mit Bußgeldern belegt. Der Möbelhändler Seats and Sofas erhielt eine Verwaltungsstrafe von 350.000 Euro, weil er „Von-Bis“-Preise auswies, der höhere „Ab“-Preis jedoch nie angewendet wurde. Dadurch entstand bei den Verbrauchern fälschlicherweise der Eindruck, ein besonders günstiges Angebot zu erhalten. Der Händler legte gegen die Strafe Einspruch ein und argumentierte, Wettbewerber hätten dasselbe getan, ohne bestraft zu werden. Das Bezirksgericht Rotterdam (ECLI:NL:RBROT:2019:4155) entschied jedoch, dass die ACM die Strafe zu Recht verhängt hatte.
Häufig gestellte Fragen
Wann verhängt die ACM eine Geldstrafe?
In der Regel wird zunächst eine Verwarnung ausgesprochen, die die Möglichkeit zur Anpassung bietet. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen – wie beispielsweise Täuschung – kann die ACM eine Verwaltungsstrafe verhängen, die erheblich sein kann.
Darf ich Preise im Format „von-bis“ verwenden?
Nur wenn der angegebene Preis tatsächlich schon einmal angewendet wurde. Ein höherer Referenzpreis, der nie berechnet wurde, ist irreführend und kann zu einer Geldstrafe führen.
Gilt dies auch für Kleinunternehmer?
Ja. Das Verbraucherrecht gilt für alle, die an Verbraucher verkaufen, online wie offline. Auch kleinere Unternehmen laufen Gefahr, belangt zu werden.
Eingreifen der ACM verhindern
Diese Fälle zeigen, dass Verbraucherrecht keine Frage der Wahl ist. Die Rechtsexperten von MKB Juristen prüfen Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Ihre Preiskommunikation und Ihre Informationspflichten, damit Sie nicht der nächste Fall vor der ACM werden. Informieren Sie sich über unsere Expertise im Vertragsrecht oder kontaktieren Sie uns.