Rechtsangelegenheiten

Diese Unternehmen verstießen gegen die Regeln, woraufhin die ACM eingriff

Die Verbraucherschutzbehörde (ACM) überwacht das Verbraucherrecht. In der Regel erhält ein Unternehmen zunächst eine Warnung und die Möglichkeit zur Nachbesserung. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen kann die ACM jedoch hohe Strafen verhängen.

Veröffentlicht am 16. Februar 2021 von MKBjuristen.nl
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Die Verbraucherschutzbehörde (ACM) überwacht das Verbraucherrecht. In der Regel erhält ein Unternehmen zunächst eine Verwarnung und die Möglichkeit zur Nachbesserung. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen kann die ACM jedoch hohe Geldstrafen in Millionenhöhe verhängen. Irreführende Informationen, unvollständige Angaben und falsche Preisspannen sind typische Beispiele.

Unternehmer, die an Endverbraucher verkaufen, müssen sich an strenge Regeln halten. Die ACM kann Maßnahmen ergreifen, unabhängig davon, ob Beschwerden vorliegen oder nicht. Vier Beispiele verdeutlichen, wie weit dies gehen kann.

1. Prüfen Sie auf Updates auf Ihren Smart-Geräten

Unternehmen müssen Verbraucher ausreichend über die wesentlichen Funktionen ihrer Produkte informieren. Die ACM stellte fest, dass Verkäufer zwar die Funktionen von Smart-Geräten (IoT-Geräten) erläutern, aber unzureichende Informationen zur Update-Richtlinie bereitstellen – obwohl Geräte ohne Updates mit der Zeit unbrauchbar und unsicher werden. Nach Intervention der ACM begannen unter anderem MediaMarkt, Coolblue und bol.com, diesbezüglich transparenter zu kommunizieren.

2. Kostenlos muss wirklich kostenlos sein

Der Anbieter Stay Healthy Products bewarb massiv „kostenlose“ Proben, doch im Kleingedruckten verriet sich, dass diese an einen Kauf von 60 Euro geknüpft waren: Wer die Produkte nicht innerhalb von 14 Tagen zurückschickte, musste zahlen. Viele Verbraucher erhielten daraufhin unerwartet ein Mahnschreiben. Die ACM urteilte, dass diese Praxis irreführend sei; das Unternehmen stellte die „kostenlosen“ Angebote ein, und Verbraucher, die bereits Produkte erhalten hatten, durften diese behalten, ohne dafür zu bezahlen.

3. Bußgelder für falsche Informationen auf der Website

Die ACM kann auch Bußgelder verhängen. So wurden beispielsweise mehrere Telekommunikationsanbieter wegen fehlerhafter und unvollständiger Angaben zu ihren Tarifen bestraft – etwa weil sie einmalige Kosten nicht erwähnten oder nicht deutlich machten, dass ein „unbegrenztes“ Datenpaket nur innerhalb der EU gültig war oder dass ein „unbegrenztes“ Gesprächspaket tatsächlich begrenzt war. Cateautje Hijmans van den Bergh, Vorstandsmitglied der ACM, betonte, dass Unternehmen auf ihren Websites nicht unvollständig kommunizieren dürfen, da dies ein wichtiger Kanal für Verbraucher sei. Die Bußgelder reichten von 2.715.000 € (Tele2) bis 3.907.000 € (T-Mobile).

4. Strafe für falsche „Von-Bis“-Preise

Nicht nur große Unternehmen werden mit Bußgeldern belegt. Der Möbelhändler Seats and Sofas erhielt eine Verwaltungsstrafe von 350.000 Euro, weil er „Von-Bis“-Preise auswies, der höhere „Ab“-Preis jedoch nie angewendet wurde. Dadurch entstand bei den Verbrauchern fälschlicherweise der Eindruck, ein besonders günstiges Angebot zu erhalten. Der Händler legte gegen die Strafe Einspruch ein und argumentierte, Wettbewerber hätten dasselbe getan, ohne bestraft zu werden. Das Bezirksgericht Rotterdam (ECLI:NL:RBROT:2019:4155) entschied jedoch, dass die ACM die Strafe zu Recht verhängt hatte.

Häufig gestellte Fragen

Wann verhängt die ACM eine Geldstrafe?

In der Regel wird zunächst eine Verwarnung ausgesprochen, die die Möglichkeit zur Anpassung bietet. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen – wie beispielsweise Täuschung – kann die ACM eine Verwaltungsstrafe verhängen, die erheblich sein kann.

Darf ich Preise im Format „von-bis“ verwenden?

Nur wenn der angegebene Preis tatsächlich schon einmal angewendet wurde. Ein höherer Referenzpreis, der nie berechnet wurde, ist irreführend und kann zu einer Geldstrafe führen.

Gilt dies auch für Kleinunternehmer?

Ja. Das Verbraucherrecht gilt für alle, die an Verbraucher verkaufen, online wie offline. Auch kleinere Unternehmen laufen Gefahr, belangt zu werden.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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