Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Selbstständige für eine Festanstellung entscheiden. Manchmal sind es sinkende Aufträge und das Bedürfnis nach Stabilität. Oder es hängt mit der verschärften Durchsetzung des Gesetzes gegen Schein-Selbstständigkeit. Dieses Gesetz soll Scheinselbstständigkeit . Seit Anfang 2025 überwacht die Steuer- und Zollbehörde die Einhaltung dieses Gesetzes genauer. Dadurch steigen die Risiken sowohl für Auftraggeber als auch für Selbstständige. Für viele ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Wechsel zu einer Festanstellung ernsthaft in Erwägung zu ziehen.
Schritt 1: Erkunden Sie die Möglichkeiten
Der Wechsel zu einer Festanstellung bedeutet nicht zwangsläufig, dass man die unternehmerische Freiheit aufgeben muss. Es ist nicht nur eine Vollzeitbeschäftigung möglich. Beispielsweise ist auch eine Teilzeitbeschäftigung in Kombination mit freiberuflicher Tätigkeit eine Option. Wichtig ist, dass Sie überlegen, was am besten zu Ihrem Lebensstil und Ihren Einkommensbedürfnissen passt. Manche Arbeitgeber bieten flexible Vertragsformen , die ebenfalls interessant sein können.
Schritt 2: Kunden rechtzeitig informieren
Wenn Sie als Selbstständiger beschließen, Ihre Tätigkeit zu beenden oder zu reduzieren, informieren Sie Ihre Kunden rechtzeitig. Bei langjährigen Kooperationen ist ein persönliches Gespräch ratsam. Bestimmte Projekte müssen schrittweise eingestellt und gegebenenfalls eine Nachfolge gefunden werden. Eine sorgfältig geplante Beendigung der Tätigkeit gewährleistet eine reibungslose Übergabe und wahrt Ihren guten Ruf.
Schritt 3: Verwaltung und Abmeldung veranlassen
Die Beendigung einer selbstständigen Tätigkeit ist mit administrativen Pflichten verbunden. Die Abmeldung bei der Handelskammer ist erforderlich, woraufhin das Finanzamt automatisch benachrichtigt wird. Für den Zeitraum bis zum Abmeldedatum muss eine Steuererklärung erstellt werden. Wurden zuvor Vergünstigungen wie der Selbstständigenfreibetrag in Anspruch genommen, empfiehlt sich eine steuerliche Beratung.
Schritt 4: Einblick in die neue finanzielle Situation gewinnen
Bei Angestelltenverhältnissen wird die Lohnsteuer automatisch einbehalten. Dadurch entstehen Ansprüche auf betriebliche Zusatzleistungenwie die Altersvorsorge. Die derzeitige Berechnungsmethode für die Altersvorsorge muss möglicherweise eingestellt werden. Bitte beachten Sie, dass das Jahresgehalt in diesem Steuerjahr mit den Einnahmen und Ausgaben aus selbstständiger Tätigkeit verrechnet werden kann. Diese bestimmen zusammen die Höhe der Steuerbelastung. Insbesondere während einer Übergangsphase kann es ratsam sein, eine vorläufige Steuerfestsetzung zu beantragen, um Überraschungen bei der endgültigen Steuerfestsetzung zu vermeiden. Die Abschaffung von Steuervorteilen wie dem Freibetrag für Selbstständige kann hierbei eine Rolle spielen.
Schritt 5: Vereinbarungen mit dem neuen Arbeitgeber schriftlich festhalten
Für einen gelungenen Übergang ist es unerlässlich, im Vorfeld klare Vereinbarungen bezüglich Verfügbarkeit, Arbeitszeiten und Nebentätigkeiten zu treffen. Diese Punkte werden im Arbeitsvertrag festgehalten. Wer eine Festanstellung mit einer selbstständigen Tätigkeit kombinieren möchte, sollte auch diesbezüglich klare Vereinbarungen treffen. Arbeitsverträge können Klauseln enthalten, die die Handlungsfreiheit einschränken, wie beispielsweise Wettbewerbsverboteoder Abwerbeverbote.
Schritt 6: Blicken Sie nach vorn und entwickeln Sie weiter
Betrachten Sie eine Festanstellung vor allem nicht als Endpunkt, sondern als neuen Ausgangspunkt. Festanstellung bietet Vorteile und ermöglicht die berufliche Weiterentwicklung. Darüber hinaus bieten die meisten Arbeitgeber hervorragende Entwicklungsprogramme, Schulungen und Aufstiegschancen! Der Wechsel zu einer Festanstellung kann daher einerseits berufliche Stabilität und andererseits persönliche Weiterentwicklung ermöglichen.