Finanzielle

Gesetz zur Gleichstellung privater Vereinbarungen und seine Folgen für Gläubiger

Das Gesetz zur Homologation privater Vereinbarungen (Private Agreement Homologation Act, WHOA) ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft und ermöglicht es Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten, eine Vereinbarung mit (einem Teil) ihrer Gläubiger zu treffen. Das Gericht kann diese Vereinbarung genehmigen.

Veröffentlicht am 25. Februar 2021 von MKBjuristen.nl
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Das Gesetz zur Homologation privater Vereinbarungen (Private Agreement Homologation Act, WHOA) ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft und ermöglicht es Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten, eine Vereinbarung mit (einem Teil) ihrer Gläubiger zu treffen. Das Gericht kann diese Vereinbarung genehmigen (homologisieren), woraufhin auch die widersprechenden Gläubiger daran gebunden sind – vorausgesetzt, die Vereinbarung ist für sie günstiger als ein Insolvenzverfahren und erfüllt strenge Bedingungen.

Das Insolvenzrecht wurde durch den WHOA geändert. Ein Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten kann eine außergerichtliche Einigung vorlegen, die vom Gericht genehmigt werden kann – nicht nur bei vollständiger Zustimmung aller Gläubiger, sondern auch dann, wenn nicht alle zustimmen. Auch ablehnende Gläubiger können dann an die Einigung gebunden sein.

Wann kann der Richter einen Vergleich anordnen?

Da ein erzwungener Vergleich die Rechte der Gläubiger berührt, trifft der Richter diese Entscheidung nicht leichtfertig. Es gelten strenge Bedingungen:

  • Grundsätzlich tragfähig – das Unternehmen muss im Prinzip profitabel sein (können); ein vorübergehender Rückschlag ist kein Hindernis, die Rettung eines hoffnungslosen Unternehmens hingegen schon.
  • Besser als ein Konkurs – die Vereinbarung muss für die Gläubiger günstiger ausfallen als ein Konkurs.
  • Machbar und fair – der Plan muss realistisch sein und die Gläubiger fair und gleich behandeln; die Last darf nicht einseitig auf einige wenige Gläubiger abgewälzt werden.
  • Schutz des Personals – die Beschäftigungsbedingungen der Arbeitnehmer werden durch die WHOA im Rahmen des Abkommens nicht berührt.
  • Mindestens eine zustimmende Gläubigerklasse – mindestens eine Gläubigergruppe muss dem Plan zustimmen, andernfalls kommt keine Vereinbarung zur Genehmigung zustande.

Innerhalb dieser Rahmenbedingungen ist der Inhalt der Vereinbarung weitgehend flexibel. In der Praxis sind die Verhandlungen intensiv, und der Plan muss konkret sein: Es müssen Vereinbarungen über spätere Rückzahlung, teilweisen Schuldenerlass oder sogar die Umwandlung von Schulden in Aktien in Betracht gezogen werden. Auch die Aktionäre sind eng in den Prozess eingebunden.

Folgen für abweichende Gläubiger

Stimmen (einige) der Gläubiger zu und wird der Vergleich vom Gericht genehmigt, müssen auch die übrigen Gläubiger ihn umsetzen und respektieren. Beispielsweise kann ein Vermieter verpflichtet sein, einer Änderung des Mietvertrags, einem teilweisen Erlass der Mietrückstände oder der Kündigung des Mietvertrags zuzustimmen. Solche Maßnahmen müssen jedoch angemessen und für den Vermieter günstiger sein als ein Insolvenzverfahren – beispielsweise durch die Festlegung einer Kündigungsfrist und eines Plans zur Zahlung der restlichen Miete. Nach der Genehmigung kann der Vermieter keinen Einspruch mehr erheben; dasselbe gilt für andere ablehnende Gläubiger.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Homologation?

Die Genehmigung der privaten Vereinbarung durch das Gericht. Nach der Bestätigung ist die Vereinbarung auch für Gläubiger, die nicht zugestimmt haben, bindend.

Kann ein einzelner Gläubiger die Rettungsaktion blockieren?

Nicht automatisch. Wenn mindestens eine Wählergruppe zustimmt und die Bedingungen erfüllt sind, kann das Gericht die Vereinbarung bestätigen, und auch abweichende Wähler sind daran gebunden.

Sind Mitarbeiter von einer WHOA-Vereinbarung betroffen?

Nein. Die Beschäftigungsbedingungen der Arbeitnehmer fallen nicht unter diese Vereinbarung und werden auch nicht durch sie geregelt.

Rechtliche Unterstützung bei einem WHOA-Verfahren

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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