Finanzielle

Den vereinbarten Preis ändern? Vermeiden Sie, als unberechtigte Zahlung eingestuft zu werden!

Möchten Sie einen zuvor vereinbarten Preis ändern, beispielsweise den Miet- oder Kaufpreis erhöhen? Halten Sie diese Änderung immer schriftlich fest und lassen Sie sie von allen Beteiligten unterschreiben. Andernfalls könnte der Zahlende später Einwände erheben.

Veröffentlicht am 28. März 2019 von MKBjuristen.nl
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Möchten Sie einen zuvor vereinbarten Preis ändern, beispielsweise den Miet- oder Kaufpreis erhöhen? Halten Sie diese Änderung immer schriftlich fest und lassen Sie sie von allen Parteien unterzeichnen. Andernfalls könnte die zahlende Partei später behaupten, zu viel gezahlt zu haben und den Differenzbetrag als unberechtigte Zahlung. Ein unterzeichneter Nachtrag oder eine neue Vereinbarung beugt diesem Risiko und den damit verbundenen Beweisproblemen vor.

Was ist eine unberechtigte Zahlung?

Eine unberechtigte Zahlung ist eine Zahlung ohne Rechtsgrundlage: Sie beruht weder auf einer gültigen Vereinbarung noch auf einer Schadensersatzpflicht. Folglich war der Zahlende tatsächlich nicht (oder nicht in diesem Umfang) zur Zahlung verpflichtet. Dieser Sachverhalt ist in Artikel 6:203 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches. Grundsätzlich muss der Empfänger einer solchen Zahlung den erhaltenen Betrag zurückerstatten.

Typische Beispiele für eine unberechtigte Zahlung sind:

  • eine Zahlung auf die falsche Kontonummer;
  • ein versehentlich überzahlter Betrag;
  • eine Zahlung aufgrund einer Vereinbarung, die später für nichtig erklärt oder aufgelöst wird;
  • eine Preiserhöhung, die nie rechtsgültig vereinbart wurde.

Das Kernproblem bleibt stets dasselbe: Es wurde zwar Geld überwiesen, doch gab es keine gültige Rechtsgrundlage für (einen Teil) dieser Zahlung. Grundsätzlich hat der Zahler daher das Recht, den Betrag zurückzufordern.

Was geschieht bei Erhalt einer unberechtigten Zahlung?

Wer eine unrechtmäßige Zahlung erhält, muss den Betrag an den Zahler zurückzahlen. Der Rückzahlungsanspruch verjährt jedoch nicht unbegrenzt. Artikel 3:309 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches sieht vor, dass ein Anspruch aus einer unrechtmäßigen Zahlung nach Ablauf von fünf Jahren verjährt.

Die kurze Verjährungsfrist von fünf Jahren beginnt an dem Tag, an dem der Gläubiger Kenntnis von seinem Anspruch und der Identität des Begünstigten erlangt und den Anspruch geltend machen kann. Zusätzlich gilt eine absolute Verjährungsfrist: Der Anspruch verjährt in jedem Fall zwanzig Jahre nach seiner Entstehung. Aufgrund dieser zweiten Frist kann ein Verfahren nicht unbegrenzt ruhen.

Bei regelmäßigen Zahlungen, wie beispielsweise monatlichen Mietraten, ist es ratsam zu wissen, dass grundsätzlich für jede Zahlung ein separater Anspruch entstehen kann, der jeweils einer eigenen Verjährungsfrist unterliegt. Wann genau ein Anspruch verjährt, hängt stark vom Einzelfall ab; im Zweifelsfall sollte dies vor dem Handeln oder Abwarten geklärt werden.

Wann kann eine Preisänderung zu einer unangemessenen Zahlung werden?

Das Risiko entsteht vor allem dann, wenn ein bereits vereinbarter Preis angepasst wird, ohne dass dies schriftlich festgehalten wird. Erhöht man beispielsweise die Miete oder den Kaufpreis, ohne dass die andere Partei etwas unterschreibt, könnte diese später behaupten, der höhere Preis sei nie vereinbart gewesen. Ihrer Ansicht nach wurde die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Preis zu Unrecht gezahlt und muss zurückerstattet werden.

Mündliche Vereinbarungen sind an sich gültig. Das Problem liegt im Beweisrecht: Ohne Unterschrift oder schriftliche Bestätigung lässt sich schwer nachweisen, dass beide Parteien dem neuen Preis zugestimmt haben. Dies wird insbesondere bei Preisänderungen schnell zum Problem.

Praktisches Beispiel: drei Jahre lang höhere Miete gezahlt

Genau das geschah in einem Fall, der bis vor das Berufungsgericht ging. Ein Mieter hatte drei Jahre lang eine höhere Miete gezahlt, obwohl er den Mietvertragsentwurf nie unterzeichnet hatte. Er war mit mehreren Bedingungen, unter anderem bezüglich der Kaution, nicht einverstanden. Trotzdem schickte der Vermieter Rechnungen über die erhöhte Miete, die der Mieter jedes Mal anstandslos beglich.

Als das Vermietungsunternehmen Konkurs anmeldete, argumentierte der Insolvenzverwalter, es handle sich um eine unberechtigte Zahlung: Schließlich sei nie ein neuer Mietvertrag abgeschlossen worden, sodass weiterhin die alte (niedrigere) Miete gelte. Das Berufungsgericht folgte dieser Argumentation nicht. Da der Mieter drei Jahre lang die höhere Miete ohne Widerspruch gezahlt hatte, durfte der Vermieter davon ausgehen, dass der Mieter dem höheren Preis zugestimmt hatte. Daher lag keine unberechtigte Zahlung vor.

Anmerkung: Dies erwies sich für den Vermieter als vorteilhaft, das Ergebnis hing jedoch stark von den Umständen ab. Bei einem Kaufvertrag, in dem sich über die Jahre kein stillschweigendes Zahlungsmuster herausgebildet hat, oder wenn selbst ein Entwurf oder schriftliche Korrespondenz gänzlich fehlt, befindet sich der Zahlungsempfänger in einer deutlich schwächeren Rechtsposition.

Welchen konkreten Risiken sind Sie als Unternehmer ausgesetzt?

Eine nicht ordnungsgemäß erfasste Preisänderung kann Sie als Unternehmer auf verschiedene Weise beeinträchtigen:

  • Rückzahlung: Die Gegenpartei fordert die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Preis zurück, manchmal über einen längeren Zeitraum.
  • Beweislast: Sie müssen nachweisen, dass der neue Preis vereinbart wurde, und ohne Unterschrift ist das schwierig.
  • Liquidität: Eine unerwartete Rückzahlungsverpflichtung kann erhebliche Kosten verursachen und Ihren Cashflow beeinträchtigen.
  • Angespanntes Verhältnis: Ein Preisstreit setzt die Geschäftsbeziehung zum Kunden, Lieferanten oder Mieter unter Druck.

Änderungen von Vereinbarungen sollten immer schriftlich festgehalten werden

Der Kern ist einfach: Änderungen an bestehenden Verträgen sollten schriftlich festgehalten und von allen Parteien unterzeichnet werden. Dies beugt nicht nur Streitigkeiten über ungerechtfertigte Bereicherung vor, sondern auch weitergehenden Beweisproblemen im Falle späterer Meinungsverschiedenheiten.

Wie man das am besten bewerkstelligt, hängt vom Umfang der Änderung ab:

  • Kleinere Anpassungen: In der Regel genügt ein Nachtrag zum bestehenden Vertrag. Darin werden die Erweiterungen, Änderungen, Streichungen und Ergänzungen mit Verweis auf die entsprechenden Artikel aufgeführt. Alle Parteien unterzeichnen den Nachtrag, und er wird dem Vertrag beigefügt.
  • Wesentliche oder zahlreiche Änderungen: Wenn entscheidende Anpassungen, viele Änderungen oder bereits mehrere Nachträge vorliegen, ist eine völlig neue Vereinbarung oft klarer und rechtlich stärker.

Im Falle einer Preisänderung empfiehlt es sich, den neuen Preis, das Datum seiner Gültigkeit und die Zustimmung beider Parteien ausdrücklich festzuhalten. Sind Sie sich unsicher, wie Sie dies am besten formulieren? Dann lassen Sie einen Kauf- oder Mietvertrag für Gewerbeimmobilien sorgfältig aufsetzen oder prüfen, um absolute Rechtssicherheit zu gewährleisten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Preisänderung sicher erfassen

  1. Prüfen Sie, ob es sich um eine geringfügige Anpassung (Nachtrag) oder eine wesentliche Änderung (neue Vereinbarung) handelt.
  2. Den neuen Preis, das Datum des Inkrafttretens und die Vereinbarung beider Parteien konkret festhalten.
  3. Verweisen Sie auf die bestehende Vereinbarung und die geänderten Artikel in einem Nachtrag.
  4. Lassen Sie das Dokument von allen Parteien unterzeichnen, bevor der neue Preis in Kraft tritt.
  5. Bewahren Sie das unterzeichnete Dokument zusammen mit dem Originalvertrag auf.

Häufig gestellte Fragen zu Preisänderungen und unberechtigten Zahlungen

Was ist kurz gesagt eine unzulässige Zahlung?

Eine Zahlung ohne gültige Rechtsgrundlage, geregelt in Artikel 6:203 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches. Grundsätzlich muss der Empfänger den Betrag an den Zahler zurückzahlen.

Wie lange hat man Zeit, eine unberechtigte Zahlung zurückzufordern?

Die kurze Verjährungsfrist beträgt fünf Jahre (Artikel 3:309 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches) und beginnt, sobald der Gläubiger von der Forderung Kenntnis erlangt und der Insolvenzverwalter die Klage erheben kann. Darüber hinaus gilt eine absolute Verjährungsfrist von zwanzig Jahren ab Entstehung der Forderung.

Darf ich einen vereinbarten Preis einfach erhöhen?

Nicht einseitig und ohne Grundlage. Eine Preisänderung bedarf der Zustimmung beider Parteien. Diese Zustimmung muss schriftlich festgehalten werden; andernfalls könnte die andere Partei argumentieren, dass der Aufpreis zu hoch war.

Ist eine mündliche Preisvereinbarung gültig?

Ja, mündliche Vereinbarungen sind grundsätzlich gültig. Das Problem liegt im Beweis: Ohne Unterschrift oder schriftliche Bestätigung lässt sich schwer nachweisen, dass ein neuer Preis vereinbart wurde.

Reicht ein Nachtrag aus, oder muss ich einen neuen Vertrag aufsetzen?

Bei kleineren Anpassungen genügt in der Regel ein unterzeichneter Nachtrag. Bei umfangreichen oder zahlreichen Änderungen oder wenn bereits mehrere Nachträge existieren, ist eine neue Vereinbarung meist sinnvoller.

Was, wenn die andere Partei jahrelang den höheren Preis zahlt, ohne zu protestieren?

Je nach den Umständen kann dann der Eindruck entstehen, dass ein neuer Preis vereinbart wurde. Das half dem Vermieter im besprochenen Fallbeispiel, doch das Ergebnis hängt stark von den Fakten ab. Verlassen Sie sich nicht darauf: Ein schriftlicher Vertrag ist nach wie vor die sicherste Lösung.

Unterstützung bei Verträgen und Preisänderungen

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Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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