MKB Juristen entwirft individuelle Rechtsdokumente
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Was ist eine Agio-Vereinbarung? Es handelt sich um die Erfassung einer Kapitaleinlage in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die nicht zur Ausgabe neuer Aktien führt: Ein Gesellschafter bringt Geld (oder Vermögenswerte) in die Gesellschaft ein, was als Agio im Eigenkapital verbucht wird, ohne das Stammkapital oder die Gesellschafterstruktur zu verändern. Kurz gesagt: Sie stärken die Bilanz der GmbH, ohne die Kontrolle oder die Beteiligungsverhältnisse zu ändern. Die Vereinbarung regelt die Einlage, die Bedingungen und die steuerliche Behandlung.
Die kurze Antwort
- Was: Eine Vereinbarung, bei der ein Aktionär Kapital in die BV einbringt, das als Aktienprämie verbucht wird, ohne dass neue Aktien ausgegeben werden.
- Warum: um das Eigenkapital zu stärken, ohne die Aktionärsstruktur zu verändern.
- Form: Eine informelle Aktienprämie kann privat (schriftliche Vereinbarung) vereinbart werden; eine formelle Aktienprämie für eine Aktienemission wird über einen Notar abgewickelt.
- Steuer: Kein steuerpflichtiger Gewinn für die BV; erhöht den Anschaffungspreis der Aktien in Feld 2.
- Erstattung: möglich durch Beschluss der Hauptversammlung, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was genau ist ein Premiumvertrag?
Das Agio ist der Betrag, den ein Gesellschafter über den Nennwert seiner Aktien hinaus einzahlt. Bei einer GmbH mit Aktien zu je 1 € Nennwert, die mit 100.000 € voll eingezahlt sind, ergibt sich ein Agio von 99.999 €. In der Praxis verwenden KMU-Unternehmer den Begriff jedoch weiter gefasst: Ein Gesellschafter zahlt zusätzliches Kapital in seine GmbH ein, das der Agiorücklage gutgeschrieben wird, ohne dass neue Aktien ausgegeben werden.
Die Aktienprämienvereinbarung legt den zu zahlenden Betrag fest, dass dieser als Aktienprämie (informelles Kapital) verbucht wird, dass es keine entsprechenden Aktien gibt und unter welchen Bedingungen der Betrag zurückgezahlt werden kann.
Informelle versus formelle Prämie
Die Unterscheidung bestimmt, wie Sie die Einzahlung vornehmen:
- Formelles Aktienaufgeld. Es entsteht durch eine formelle Aktienemission, bei der mehr als der Nennwert eingezahlt wird. Dies geschieht durch eine notarielle Urkunde, da Aktien ausgegeben werden.
- Informelle Kapitaleinlage (informelle Aktienprämie). Ein Aktionär leistet eine Kapitaleinlage ohne Ausgabe neuer Aktien, ausschließlich zur Stärkung des Eigenkapitals. Dies kann privat über eine Kapitaleinlagevereinbarung und einen Aktionärsbeschluss erfolgen – eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich.
In den meisten Fällen von KMU geht es dabei um informelle Aktienprämien: Der Geschäftsführer und Hauptaktionär möchte seine BV kapitalisieren, ohne die Aktienstruktur anzutasten.
Kapitaleinlage ohne Aktienausgabe
Das Wesen des Agio besteht darin, dass es vom Aktienkapital getrennt ist. Wer 100 % der Aktien hält, behält diese auch nach der Einlage. Dies ist besonders wichtig bei mehreren Aktionären: Zahlt nur ein Aktionär ein Agio ein, während sich das Aktienverhältnis nicht ändert, profitieren indirekt auch die anderen Aktionäre davon. Aus diesem Grund vereinbaren KMU häufig, dass das eingebrachte Agio dem Einzahler bei Rückzahlung gutgeschrieben wird (aktionärsspezifische Agio-Rücklage).
Warum entscheiden sich Unternehmer für eine Aktienprämie?
- Stärkung des Eigenkapitals. Negatives oder geringes Eigenkapital wird erhöht, was die Finanzierung und die Zahlungsfähigkeit verbessert.
- Keine Zinsverpflichtung. Anders als bei einem Gesellschafterdarlehen gibt es keinen Tilgungs- oder Zinsplan.
- Das Aktionärsverhältnis bleibt unverändert. Keine Verwässerung, keine Umverteilung der Kontrolle.
- Steuerfrei. Kein Gewinn für die BV; für den Aktionär eine Erhöhung des Anschaffungspreises gemäß Feld 2.
Steuerliche Behandlung
Aus steuerlicher Sicht stellt das Agio eine Kapitaleinlage und keinen Gewinn dar. Für eine BV bedeutet dies, dass die Agio-Einlage nicht zum Gewinn zählt und daher nicht steuerpflichtig ist. Für den Aktionär erhöht die Einlage den Anschaffungspreis seiner Aktien. Dies ist für Feld 2 relevant: Im Falle einer späteren Rückzahlung oder eines Verkaufs der Aktien reduziert ein höherer Anschaffungspreis den steuerpflichtigen Vorteil.
Bei informellen Kapitalverbindungen zwischen verbundenen Unternehmen ist Vorsicht geboten: Nicht marktübliche Einlagen oder ungewöhnliche Strukturen können unterschiedliche steuerliche Folgen haben. Lassen Sie die Buchhaltungsunterlagen von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer prüfen.
Rückzahlung des Aktienaufschlags
Das Agio kann dem Aktionär zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden. Dies erfolgt durch einen Beschluss der Hauptversammlung zur Rückzahlung aus der Agiorücklage. Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gilt der Ausschüttungstest: Der Vorstand muss die Ausschüttung genehmigen und prüfen, ob die GmbH nach der Ausschüttung weiterhin ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Wird dieser Test nicht ordnungsgemäß durchgeführt und gerät die GmbH in Konkurs, können die Geschäftsführer haftbar gemacht werden. Steuerlich gesehen kann eine Rückzahlung des Agios unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei erfolgen, sofern sie den Anschaffungspreis nicht übersteigt; die genaue Behandlung hängt vom Einzelfall ab.
Ehrliche Empfehlung
Für einen alleinigen Geschäftsführer und Hauptaktionär, der 100 % der Aktien hält und informell eine Kapitalrücklage in seine eigene Gesellschaft einbringt, ist eine Vereinbarung über eine Kapitalrücklage oft einfach: eine kurze Vereinbarung, ein Gesellschafterbeschluss und die ordnungsgemäße Buchführung durch Ihren Steuerberater. In diesem Fall benötigen Sie keinen Anwalt – eine ordnungsgemäße administrative Dokumentation genügt.
Rechtliche Beratung ist ratsam, wenn mehrere Aktionäre beteiligt sind, die Kapitalrücklage einem bestimmten Aktionär zugesprochen werden soll oder Rückzahlungs- und Steuerfragen relevant sind. In solchen Fällen gilt es zu vermeiden, dass Ihre Einlage unbeabsichtigt anderen Mitaktionären zugutekommt.
Lesen Sie mehr oder vereinbaren Sie direkt einen Termin: Aktienprämienvertrag, Entwurf eines Aktienprämienvertrags und Erstellung eines Aktienprämienvertrags.
Häufig gestellte Fragen
Eine Kapitalprämienvereinbarung sieht vor, dass ein Aktionär Kapital in die BV einbringt, das als Kapitalprämie verbucht wird, ohne dass neue Aktien ausgegeben werden. Sie stärkt das Eigenkapital, ohne die Aktionärsstruktur zu verändern.
Ein formelles Agio entsteht bei der Ausgabe von Aktien, wenn mehr als der Nennwert eingezahlt wird; die Abwicklung erfolgt über einen Notar. Ein informelles Agio ist eine Kapitaleinlage ohne Aktienausgabe und kann privat über eine Agiovereinbarung und einen Gesellschafterbeschluss geregelt werden.
Nein. Es werden keine Aktien mit informellem Agio ausgegeben. Ihre Aktienbeteiligung und Ihre Stimmrechte bleiben unverändert; lediglich das Eigenkapital der BV erhöht sich.
Für eine BV stellt eine Kapitaleinlage keinen steuerpflichtigen Gewinn dar. Für den Aktionär erhöht die Einlage den Anschaffungspreis der in Feld 2 aufgeführten Aktien, was einen späteren Vorteil bei Rückzahlung oder Verkauf mindern kann.
Ja, durch einen Beschluss der Hauptversammlung zur Rückzahlung aus der Kapitalrücklage. Dabei muss der Vorstand den Ausschüttungstest durchführen und prüfen, ob die BV weiterhin ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann.
Nein. Ein Darlehen ist eine Schuld mit Zinsen und Rückzahlungsverpflichtungen. Ein Aktienagio ist Eigenkapital ohne Zinsen und ohne Tilgungsplan. Ein Aktienagio stärkt die Zahlungsfähigkeit; ein Darlehen nicht.
Da die Aktionärsstruktur unverändert bleibt, profitieren die Mitaktionäre prinzipiell auch indirekt von der eingebrachten Kapitalrücklage. Daher sollte festgelegt werden, dass die Kapitalrücklage aktionärsspezifisch ist, sodass sie bei Rückzahlung dem Einzahler zufließt.