Rechtsangelegenheiten

Wie funktioniert die Widerrufsfrist beim Online-Kauf?

Beim Online-Kauf hat man doch immer ein Widerrufsrecht, oder? Das denken tatsächlich viele, und für Verbraucher trifft das wahrscheinlich oft zu. Es gibt jedoch mehr als genug Situationen, in denen...

Veröffentlicht am 24. August 2020 von MKBjuristen.nl
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Beim Online-Kauf hat man doch immer ein Widerrufsrecht, oder? Das denken viele, und für Verbraucher stimmt das oft auch. Allerdings gibt es zahlreiche Fälle, in denen es gar kein Widerrufsrecht gibt. Außerdem ist die Sache etwas komplexer, und wie so oft gibt es viele Ausnahmen. Wir erklären es Ihnen.

14-tägiges Widerrufsrecht für Verbraucher

Für Verbraucher gilt grundsätzlich Fernabsatzkäufenein 14-tägiges Widerrufsrecht. Innerhalb dieser Frist können sie ohne Angabe von Gründen vom Kauf zurücktreten. Als Verkäufer dürfen Sie davon nicht abweichen, auch nicht in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darüber hinaus müssen Sie weitere Verpflichtungen beachten.

Dies gilt ausschließlich für den Kauf von Waren durch Endverbraucher. Das bedeutet, dass ein Verbraucher von einem Unternehmen kauft. Kauft ein Verbraucher von einem anderen Verbraucher, beispielsweise beim Kauf einer gebrauchten Spielkonsole über Marktplaats, besteht keine Widerrufsfrist.

Wann beginnt die Abkühlungsphase?

Es ist wichtig, dass Sie genau wissen, wann die Widerrufsfrist beginnt und somit auch, wann sie endet, denn dies ist der späteste Zeitpunkt, zu dem ein Verbraucher den Vertrag kündigen kann.

Beim Kauf von Produkten in Ihrem Online-Shop beginnt die Widerrufsfrist mit dem Erhalt des Produkts oder der letzten Teillieferung. Bei regelmäßigen Lieferungen, wie beispielsweise einem Abonnement für Silbermünzen, beginnt die Widerrufsfrist erneut mit dem Erhalt der ersten Lieferung.

Auch wenn Sie Dienstleistungen über das Internet anbieten, hat der Verbraucher ein Widerrufsrecht. Die Widerrufsfrist beginnt jedoch mit der Vertragsunterzeichnung und nicht etwa erst, wenn der Kunde eine Kopie des online unterzeichneten Vertrags erhält. Diese Regel gilt beispielsweise auch für Willkommensgeschenke, da es sich hierbei nicht um ein gekauftes Produkt handelt.

Und was passiert, wenn ein Verbraucher gleichzeitig ein Produkt und eine Dienstleistung erwirbt, beispielsweise eine Wasserenthärtungsanlage und einen Wartungsvertrag? In diesem Fall beginnt die Widerrufsfrist ebenfalls einfach mit dem Erhalt des Produkts durch den Verbraucher.

Welche Rechte bestehen während der Widerrufsfrist?

Als Verkäufer müssen Sie Musterformular zur Verfügung stellen informieren. Das bedeutet, dass Sie ihn klar über die Widerrufsfrist, die Art und Weise des Widerrufs und den möglichen Verzicht auf die Widerrufsfrist aufklären müssen. Wie bereits erwähnt, ist Letzteres grundsätzlich nicht möglich, es gibt jedoch Ausnahmen. Stellen Sie sich beispielsweise vor, ein Verbraucher schließt online einen Vertrag mit einem Dachdecker über eine dringende Reparatur ab, die noch am selben Tag durchgeführt wird. In diesem Fall ist es selbstverständlich, dass die Widerrufsfrist nicht weiterläuft.

Bitte beachten Sie: Sollten Sie als Verkäufer diesen Verpflichtungen nicht nachkommen, verlängert sich die Verlängerungsfrist automatisch auf maximal zwölf Monate. Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie Ihre Rechtsdokumente von einem Anwalt erstellen!

Wann gibt es keine Bedenkzeit?

In einigen Fällen hat der Verbraucher kein Widerrufsrecht. Dies gilt beispielsweise für den Kauf von Notfallreparaturen, telefonische Bestellungen bei Unternehmen, die sich nicht auf den Fernabsatz spezialisiert haben (z. B. der örtliche Bäcker oder Metzger), den Kauf von Reisen oder den Kauf von individuell angefertigten Produkten (z. B. einer Smartphone-Hülle mit Foto).

Keine Widerrufsfrist für Geschäftskunden

Die Widerrufsfrist beruht auf europäischen Verbraucherschutzbestimmungen und gilt daher nur für Verbraucher. Geschäftskunden haben grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Widerrufsfrist, es sei denn, sie erwerben ein Produkt als Verbraucher.

Selbstverständlich können Sie vertraglich davon abweichen. Beispielsweise können Sie vereinbaren, dass auch Geschäftskunden ein Widerrufsrecht haben. Wir geben unseren Geschäftskunden beispielsweise 24 Stunden Zeit, ihre Bestellung zu stornieren, bevor wir mit der Bearbeitung beginnen. Das ist zwar nicht verpflichtend, aber wir halten es für genauso fair.

Das oben Genannte gilt auch für Verbraucherkäufe: Es steht Ihnen frei, zugunsten des Verbrauchers abzuweichen. Möchten Sie beispielsweise eine Widerrufsfrist von 50 Tagen statt 14 Tagen anbieten? Kein Problem. Sie dürfen die gesetzliche Widerrufsfrist jedoch nicht auf beispielsweise 7 Tage beschränken.

Verlassen Sie sich auf die Dienste von MKB Juristen

Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Widerrufsfrist ist etwas komplizierter als es zunächst scheint. Sie können die Widerrufsfrist verlängern, die gesetzliche jedoch nicht verkürzen. Sollten Sie Ihren Informationspflichten nicht nachkommen, verlängert sich die Widerrufsfrist sogar noch. Deshalb sollten Sie die Erstellung Ihrer Unterlagen einem Anwalt überlassen. Vereinbaren Sie einen Telefontermin und vertrauen Sie auf die Expertise von MKB Juristen.

Bitte beachten Sie: Ein Artikel bietet allgemeine Informationen, Ihre rechtliche Situation kann jedoch anders aussehen.

Ein Vertrag, ein Konflikt oder ein rechtliches Risiko muss stets anhand der Fakten, Dokumente, Beweislage und Interessen beurteilt werden. Sind Sie unsicher? Lassen Sie Ihre Situation prüfen, bevor Sie handeln.

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KMU-Anwälte bei der Handelskammer Quelle: Handelskammer 2019
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